Fitness First Würzburg Baskets kämpfen sich im Playoff-Spiel eins zum 69;54-Auswärtssieg in Bonn

Fitness First Würzburg Baskets kämpfen sich im Playoff-Spiel eins zum 69;54-Auswärtssieg in Bonn
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

BONN / WÜRZBURG – Die Fitness First Würzburg Baskets sind am Samstag mit einem hart erkämpften 69:54-Auswärtssieg bei den Telekom Baskets Bonn in die Playoffs der easyCredit BBL gestartet.

Im ausverkauften Bonner Telekom Dome dominierte das Team von Headcoach Sasa Filipovski Spiel 1 der Viertelfinalserie ab dem zweiten Viertel mit viel Energie und intensiver Verteidigung. Damit gelang nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von elf Punkten (14:25) noch vor der Pause der Ausgleich (30:30).

Nach dem Seitenwechsel gingen die Gäste mit diesem Erfolgsrezept in Führung, setzten sich immer weiter ab und beendeten im vierten Viertel einen Comebackversuch der Gastgeber. Topscorer der Partie war Davion Mintz, der fünf wichtige Dreier traf und 19 Punkte erzielte. „Entscheidend war heute, wie wir uns nach dem ersten Viertel ins Spiel hineingekämpft haben. Für uns kann es nur über Physis und Einsatz in der Verteidigung gehen“, sagte Mintz hinterher live bei Dyn.

Durch den Auswärtssieg haben sich die Fitness First Würzburg Baskets den Heimvorteil in der Serie geholt. Spiel 2 findet am Montag ab 18:30 Uhr wieder im Telekom Dome statt, Spiel 3 am kommenden Freitag um 20:30 Uhr in der tectake Arena.

Viele Offensivrebounds, kaum Ballverluste und dadurch die meiste Abschlüsse aller Teams in der easyCredit BBL: Das sind neben einer starken Verteidigung die Gründe für das erfolgreiche Abschneiden der Telekom Baskets Bonn in der Hauptrunde der easyCredit BBL. Am Samstagabend gelang es den Gästen aus Würzburg drei Viertel lang, den Gastgebern ihre Stärken zu nehmen.

Die Filipovski-Schützlinge starteten mit einem Dreier und einem Halbdistanz-Treffer von Jonathan Stove in die Partie, die in den ersten fünf Minuten ein Duell auf Augenhöhe war. Bonn traf seine ersten fünf Würfe aus dem Feld, auf Würzburger Seite hielt vor allem Davion Mintz mit fünf Punkten und seinem ersten Dreier dagegen (14:12, 6. Minute). In den letzten knapp fünf Minuten des ersten Viertels ging auf Würzburger Seite die Fehlerquote nach oben, so dass Bonn sich mit einem viertelübergreifenden 11:2-Lauf zum ersten (und einzigen) Mal zweistellig absetzen konnte –

Grayson Murphy und Kapitän Michael Kessens stellten mit Korblegern den Spielstand in der 11. Minute auf 27:16. In den verbleibenden 29 Spielminuten kamen dann auf Seiten der Gastgeber noch einmal 27 Punkte dazu, weil die Würzburger Verteidigung von diesem Zeitpunkt auf intensivem Playoff-Niveau angekommen war, die Zone unter dem eigenen Korb dicht machte und Bonn kaum noch einfache Abschlüsse oder offene Würfe gab.

Dazu kam die deutliche Überlegenheit beim Rebound (46:36) und die geringere Anzahl von Ballverlusten (8:13). Das führte dazu, dass die Filipovski-Truppe am Ende satte 16 Abschlüsse mehr hatte, was bei fast identischen Trefferquoten den Unterschied ausmachte. Bonn kam zwar deutlich häufiger an die Freiwurflinie, konnte davon mit einer sehr schwachen Trefferquote von 41 Prozent 87 von 17) aber auch nicht profitieren.

„Es war gut, dass wir aufgewacht sind und ab dem zweiten Viertel unseren Gameplan gut umgesetzt haben“, sagte Filipovski hinterher. In den letzten gut neun Minuten des zweiten Abschnitts erzielten seine Spieler in einer wahren Defensivschalcht zwar auch nur 14 Punkte, ließen aber nur drei weitere Bonner Zähler zu – die erste Halbzeit endete beim ausgeglichenen Spielstand von 30:30, Davion Mintz hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Punkte erzielt drei Dreier getroffen.

Sein Drei-Punkte-Treffer Nummer vier zum 32:33 bedeutete kurz nach Beginn des dritten Viertels den siebten und letzten Führungswechsel in einem hart umkämpften Spiel. Kurze Zeit später hatten Christian Skladanowski und Charles Thompson die Würzburger Führung jeweils nach einem Offensivrebound auf 39:48 ausgebaut.

Insgesamt erzielten die Gäste 19 Punkte aus zweiten Chancen, zehn mehr als Bonn. Skladanowski schnappte sich zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels den nächsten offensiven Abpraller und machte die Würzburger Führung zum ersten Mal zweistellig (41:52). Beim nächsten Angriff wurde er für seinen Einsatz durch ein langes Alley-Oop-Anspiel von Marcus Carr belohnt, das er mit viel Anlauf durch die Hintertür spektakulär zum 41:54 in den Bonner Korb stopfte.

Im vierten Abschnitt konnten die Gastgeber eine Aufholjagd starten, weil sie in dieser Phase viele Offensivrebounds bekamen – Jeff Garrett stellte den Spielstand in der 34. Minute mit einem Tip-In auf 51:58. Die Hoffnung der jetzt wieder lautstark wahrnehmbaren Bonner Fans auf eine Wende erfüllte sich danach aber nicht: Ganze drei Punkte gelangen den Hausherren gegen die weiter konzentrierte und physische Würzburger Defensive.

Am anderen Ende des Feldes holten Marcus Carr und Davion Mintz das Momentum zurück auf Würzburger Seite. Carr traf einen schwierigen Dreier mit ablaufender Uhr und Brett, Mintz legte mit seinem fünften Dreier nach – beim Spielstand von 51:64 war knapp dreieinhalb Minuten vor dem Ende die Entscheidung gefallen.

Weiter geht es am Montag um 18:30 Uhr mit Spiel 2 des Viertelfinales, wieder im Telekom Dome und für Abonnenten live bei Dyn. Mit einem zweiten Auswärtssieg könnten sich die Fitness First Würzburg Baskets bereits einen Matchball holen und die Serie im dritten Spiel am kommenden Freitag beenden.

Im Falle eines Bonner Siegs brauchen Sasa Filipovski und sein Team zwei Heimsiege am Freitag und Sonntag (16:30 Uhr, tectake Arena), um ein entscheidendes fünftes Spiel in Bonn zu vermeiden und zum dritten Mal in Folge ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft einzuziehen.

Telekom Baskets Bonn – Fitness First Würzburg Baskets 54:69 (23:14, 7:16, 15:24, 9:15)

Für Würzburg spielten:
Davion Mintz 19 Punkte/5 Dreier, Marcus Carr 12/1 (8 Assists), Charles Thompson 11 (7 Rebounds), Christian Skladanowski 8, Eddy Edigin Jr. 6, Johnathan Stove 5/1 (3 Steals), David Muenkat 4 (8 Rebounds), Alen Pjanic 2, Brae Ivey 2, Lukas Herzog.

Top-Performer Bonn:
Joel Aminu 12/2, Jeff Garrett Jr. 11/1, Michael Kessens 6 (5 Rebounds).

Key Stats:
Ballverluste: Würzburg 8 – Bonn 13
Rebounds: Würzburg 46 – Bonn 36
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 19 – Bonn 9

Stimmen zum Spiel

Davion Mintz, Fitness First Würzburg Baskets:
„Ich bin sehr stolz auf uns als Mannschaft. Entscheidend war heute, wie wir uns nach dem ersten Viertel ins Spiel hineingekämpft haben. Es war ein schwieriges erstes Viertel, Bonn hat 23 Punkte gemacht. In der ganzen zweiten Halbzeit haben wir sie mit unserer Verteidigung dann bei 24 Punkten gehalten. Chris Skladanowski, Johnathan Stove, David Muenkat, Eddy Edigin und Charles Thompson haben sich da richtig reingeworfen und hart gespielt, das hat sich ausgezahlt. Bonn hat eine richtig gute Mannschaft, aber das war heute die richtige Playoff-Energie von uns. In einer Playoff-Serie ist jedes Spiel anders, deswegen müssen wir jetzt regenerieren und dann sehen, was sie uns im zweiten Spiel geben. Am Ende des Tages kann es für uns nur über die Physis und den Einsatz in der Verteidigung gehen.“

Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Wir waren am Anfang zu angespannt, im Angriff haben uns die Aggressivität und Geduld gefehlt. Wir hatten auch zu viele Fehler und schlechte Entscheidungen und haben den Ball nicht gut bewegt. Es ist gut, dass wir dann aufgewacht sind und ab dem zweiten Viertel unseren Gameplan gut umgesetzt haben. Ich denke, dass wir heute guten Basketball gespielt haben, ich bin glücklich über den Sieg. Bonn hat eine starke und gut gecoachte Mannschaft. In den Playoffs sind die Anpassungen während der Spiele am wichtigsten. Wir können uns nicht an dem einen Tag zwischen den beiden Spielen neue Tricks ausdenken.“

Marko Stankovic, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Glückwunsch an Coach Filipovski, seinen Staff und sein Team. Würzburg war heute über drei Viertel hinweg die bessere Mannschaft – wir lediglich im ersten Abschnitt. Über das gesamte Spiel hinweg hatten wir große Probleme beim Rebounding. Ich kann mich kaum daran erinnern, wann ein Team zuletzt mehr als 20 Offensivrebounds gegen uns geholt hat. Wenn man dann sieht, dass wir 19 Punkte nach zweiten Chancen zugelassen haben, ist das gerade in den Playoffs eindeutig zu viel. Auch unsere Transition-Defense hat über weite Strecken nicht funktioniert, und beim Foulmanagement haben wir nicht das umgesetzt, was wir besprochen und trainiert hatten. Zudem hatten wir über drei Viertel hinweg große Schwierigkeiten, uns gute Würfe zu erarbeiten – also Layups oder offene Abschlüsse. Würzburg hat sehr physisch verteidigt, und uns haben die Aktionen zum Korb gefehlt, um offensiv bessere Looks zu kreieren. Wie bereits gesagt: Es war erst das erste Spiel. Wir werden die Partie analysieren, mögliche Anpassungen vornehmen und schauen, was wir in den kommenden Spielen besser machen können.“

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