LANDKREIS RHÖN-GRABFELD – Wie kann Raumfahrt zur Chance für regionale Wertschöpfung werden? Die Zukunftswerkstatt M-E-NES in Bad Neustadt zeigte, welches Potenzial neue Technologien für Unternehmen im Landkreis Rhön-Grabfeld bieten und wie entscheidend dabei der enge Austausch zwischen Wirtschaft, Forschung und regionalen Akteuren ist.
Mit Fragen rund um die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung und neue Technologiefelder beschäftigte sich jüngst die Zukunftswerkstatt M-E-NES. Der Förderverein M-E-NES e. V. hatte gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Rhön-Grabfeld ins Alte Amtshaus nach Bad Neustadt eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung, Verbänden und Interessierten kamen zusammen, um unter der Moderation von Dr. Jörg Geier zukunftsfähige Themenfelder zu identifizieren und konkrete Ansatzpunkte für neue Wertschöpfung in der Region zu entwickeln.
Der Förderverein M-E-NES e. V. fungiert dabei als Plattform, die Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Akteure miteinander vernetzt und gezielt Innovationsimpulse für den Standort setzt. Aufbauend auf der Entwicklung Bad Neustadts als Modellstadt für Elektromobilität richtet sich der Fokus zunehmend auf weitere Zukunftstechnologien – darunter insbesondere auch Anwendungen im Kontext der Raumfahrt – und deren wirtschaftliches Potenzial für die Region (mehr Infos unter https://www.m-e-nes.de/foerderverein).
Den Auftakt der Veranstaltung bildeten drei Impulsvorträge, die gezielt Denkanstöße für die anschließende Workshoparbeit lieferten: Prof. Dr. Tobias Kaupp (Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt), Leiter des Centers für Robotik (CERI), zeigte Potenziale robotergestützter Produktion auf. Prof. Dr. Marco Schmidt (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Raumfahrt sowie der Erdbeobachtung und deren wirtschaftliche Anschlussfähigkeit für mittelständische Strukturen. Ergänzend beleuchtete Stefan Fella, Geschäftsführer der RhönEnergie Erneuerbare GmbH, die Chancen regenerativer Energien für Wirtschaft und Infrastruktur.
Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden – darunter zahlreiche Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden – in drei thematischen Gruppen an konkreten Fragestellungen: Robotik, Raumfahrt und regenerative Energien.
Gerade im Bereich der Raumfahrt wurde deutlich, dass sich durch die zunehmende Kommerzialisierung und Demokratisierung neue Wertschöpfungspotenziale eröffnen, die auch für ländlich geprägte Regionen relevant sind. Ansatzpunkte liegen unter anderem in spezialisierten Zulieferstrukturen, in der Sensorik, der Datenverarbeitung sowie in angrenzenden Technologiefeldern. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine enge Vernetzung über die Region hinaus. Mit Bettina Gardenne war die Region Mainfranken GmbH vertreten, die als wichtige Schnittstelle und Impulsgeberin für die gesamte mainfränkische Region fungiert. Der Austausch auf dieser Ebene trägt wesentlich dazu bei, regionale Aktivitäten mit übergeordneten Strategien zu verzahnen und zusätzliche Entwicklungspotenziale zu erschließen.
Ein zentraler Leitgedanke zog sich durch die gesamte Veranstaltung: die Sicherung und Weiterentwicklung von Arbeitsplätzen in der Region. Dr. Joachim Wagner, Leitung Vorentwicklung E-Mobility & Battery Management der Preh GmbH, formulierte dies prägnant: „Arbeitsplätze in der Region erhalten.“ Bürgermeister Werner unterstrich diese Zielsetzung ausdrücklich. Dr. Jörg Geier, Abteilungsleiter Kreisentwicklung des Landkreises Rhön-Grabfeld, ordnete diesen Aspekt in einen übergeordneten Zusammenhang ein: „Wenn es gelingt, in Zukunftsfeldern wie der Raumfahrt neue Wertschöpfung aufzubauen, entsteht daraus auch eine nachhaltige Perspektive für Beschäftigung in der Region.“ Damit werde ein gemeinsames Ziel von Kommunen, Wirtschaft und Arbeitnehmervertretungen adressiert.
Auch aus Unternehmenssicht wurde der konkrete Bedarf deutlich: So war die Firma Ulmer mit mehreren Vertreterinnen und Vertretern vor Ort – ein klares Signal für die Relevanz des Formats. Im Austausch wurden unter anderem Anforderungen im Bereich Robotik formuliert, etwa für die automatisierte Sortierung von Schmutzwäsche. Solche Beispiele verdeutlichen, wie aus konkreten betrieblichen Herausforderungen Innovationsimpulse entstehen können.
Die Zukunftswerkstatt M-E-NES machte deutlich, dass der Innovationsstandort Rhön-Grabfeld über ein starkes Fundament aus Unternehmen, Forschung und engagierten Akteuren verfügt. Entscheidend wird es sein, diese Potenziale weiter zu vernetzen und gezielt in neue Wertschöpfung zu überführen. Formate wie dieser Workshop leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.
Auf dem Bild: Stefan Fella, Geschäftsführer der RhönEnergie Erneuerbare GmbH (Fulda), beim Impulsvortrag „Erneuerbare Energien“ im M-E-NES Workshop mit Fokus auf regionale Wertschöpfung durch neue Rollen von Unternehmen im Energiesystem.
Foto: Manuela Michel / Landkreis Rhön-Grabfeld
Wirtschaftsförderung
Die Wirtschaftsförderung des Landkreises Rhön-Grabfeld engagiert sich aktiv für die Stärkung und Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Ihr Ziel ist es, ein dynamisches und nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu fördern, das Arbeitsplätze schafft und die Lebensqualität in der Region erhöht.
Ansprechpartner sind:
Dr. Jörg Geier, Tel. 09771 94-243, Mail: joerg.geier@rhoen-grabfeld.de
Manuela Michel, Tel. 09771 94-247, Mail: manuela.michel@rhoen-grabfeld.de

