TV Großwallstadt erkämpft sich mit Energieleistung einen wichtigen Punkt

TV Großwallstadt erkämpft sich mit Energieleistung einen wichtigen Punkt
Foto: Felix Müller

GROSSWALLSTADT – Mit einer bravourösen Energieleistung hat sich der TV Großwallstadt am Samstagabend in der Elsenfelder Untermainhalle einen wichtigen Punkt in der 2. Handball-Bundesliga erkämpft.

Die Mannschaft von Trainer André Lohrbach lag zur Halbzeit mit 14:19 im Hintertreffen, bewies aber Charakter und holte noch ein verdientes 33:33-Unentschieden gegen Dormagen. Überschattet wurde die Partie der 2. Handball-Bundesliga von einer schweren Fußverletzung, die sich Yessine Meddeb in der 20. Minute zuzog und die erst einmal Schockwellen bis auf die mit 1856 Zuschauern gut besuchten Ränge schickte.

Mario Stark musste passen

Wieder einmal mussten die Blau-Weißen mit einem stark dezimierten Rückraum antreten. Neben den Langzeitverletzten Sebastian Trost, Romas Aukstikalnis und Finn Wullenweber fehlte Mario Stark, der sich im Training eine Zerrung zugezogen hatte. Mit Connar Battermann, Max Horner, Yessine Meddeb und Ole Klimpke standen noch vier Rückraumakteure zur Verfügung, so dass die Devise für den sportlichen Leiter Michael Spatz vor dem Anpfiff lautete: »Es wird darauf ankommen, mit den Kräften zu haushalten, die Last zu verteilen, die Rückraumspieler ab und zu in der Abwehr zu entlasten und im Angriff öfter mal mit einer 7:6-Überzahl zu spielen.«

Redkyns Tor zur Führung

Den ersten Treffer erzielte Ole Klimpke nach einem geduldig, aber punktgenau vorgetragenen Angriff. Ein guter Auftakt für den Spielgestalter, der im Winter zum TVG gekommen war. Beim Stand von 2:2 blieb Florian Eisenträgers erster Siebenmeter an der Latte des Gästetores hängen. Die Führung wechselte. Bayer legte vor. Max Horner, Dmytro Redkyn und wieder Klimpke besorgten für den TVG die Ausgleichstreffer. In der 9. Minute parierte TVG-Keeper Leon Nowottny einen Siebenmeter, und im Gegenzug tunnelte Eisenträger von der Siebenmeterlinie Gästekeeper Christian Ole Simonsen zum 6:6. Dann schnappte sich Dymtro Redkyn in der Abwehr entschlossen den Ball und traf aus dem Halbfeld mit einem gefühlvollen Heber zur erneuten Großwallstädter Führung.

Beide Mannschaften waren ebenbürtig. Die TVG-Abwehr hatte jedoch zu Beginn ihre liebe Mühe mit Linkshänder Finn Schroven, der für Dormagen nicht nur das 9:8 erzielte, sondern per Parallelstoß immer wieder seine Nebenleute im Rückraum in Position brachte. Die Gäste gingen in der 16. Minute erstmals mit zwei Toren in Führung. Mit seinem ersten Tor verkürzte Connar Battermann zum 9:10. Zu erkennen war in dieser Phase, dass dem TVG im Angriff die spielerischen Mittel auszugehen drohten.

Meddeb-Verletzung verschärft Personalnot

Ein Knackpunkt war die schwere Fußverletzung, die sich Yessine Meddeb in der 20. Minute bei einer Abwehraktion zuzog und die die Personalnot bei den Hausherren weiter verschärfte. Der TVG-Spieler wurde nach der Erstversorgung durch Mannschaftsarzt Dr. Manuel Bachmann von seinen Mitspielern Klimpke und Eisenträger vom Feld geführt und in das Klinikum Aschaffenburg transportiert.

Dormagen nutzte die Verunsicherung der Großwallstädter und erhöhte nach der zweiten Zeitstrafe für Skaarnæs auf 13:9 (23.). Bis zur Halbzeitpause spielten die Gäste ihre spielerische Überlegenheit aus. Daran konnte auch Anel Durmić nichts ändern, der für Nowottny ins TVG-Tor gekommen war. Zur Halbzeit lag der TVG mit 14:19 im Hintertreffen. Ein Rückstand, der angesichts der Verletzung von Meddeb für die allermeisten Anhänger auf den Rängen wohl nicht mehr aufzuholen schien.

Mit Tatkraft zurück aufs Parkett

Doch weit gefehlt: Der TV Großwallstadt startete mit Schwung und Tatkraft in die zweite Spielhälfte. Trainer Lohrbach nach der Partie: „Wir haben uns in der Kabine gesagt, dass wir nichts mehr zu verlieren haben.“ Nach einer Parade von Durmić und Battermanns drittem Tor ging das Lohrbach-Team wieder auf Tuchfühlung (20:23; 38.), musste aber umgehend einen Treffer in den verwaisten Kasten kassieren. Doch der TVG ließ sich nicht beirren, auch nicht, als Bayer Dormagen in der 42. Minute einen Fünf-Tore-Vorsprung zum 27:22 herausgeworfen hatte.

Die Abwehr um Skaarnæs, Klimpke und Kapitän Patrick Gempp ackerte aufopferungsvoll, und auch die Youngster Konstantin Knabe und Theo Buchinger leisteten ihren Anteil. Innerhalb von knapp sieben Minuten schaffte die Mannschaft von Lohrbach durch Treffer von Eisenträger, Klimpke und Battermann den 27:27-Ausgleich. Das Publikum ging jetzt aus den Sitzen. Und das Bayer-Team hatte fortan nicht nur gegen einen kampfstarken TVG, sondern auch gegen den sogenannten achten Mann zu bestehen.

Skaarnæs mit einem Heber zum Ausgleich

In der Crunchtime gingen die Gäste zweimal mit zwei Toren in Führung. Erneut war es Eisenträger, der beim Stand von 30:32 von der Siebenmeterlinie die Hoffnung auf einen Punktgewinn schürte. Mit einer starken Einzelaktion schaffte Battermann aus spitzem Winkel den Anschlusstreffer zum 32:33. Dann vereitelte Durmić eine TSV-Groß-Chance. Mit einem Heber gelang Skaarnæs der frenetisch gefeierte 33:33-Ausgleich. Nach einer Auszeit Lohrbachs 14 Sekunden vor Schluss hatte der TVG sogar noch die Chance zum Sieg. Aber die letzte Aktion von Redkyn auf Rechtsaußen kam etwas zu spät.

Das Unentschieden fühlte sich für die arg gebeutelten Gastgeber dennoch wie ein Sieg an. André Lohrbach sagte beim Trainer-Talk: „Nach dem Bruch im Spiel durch die Verletzung von Yessine haben wir uns in der zweiten Halbzeit in der Abwehr extrem gesteigert. Man hat gesehen: Die Mannschaft hat Bock. Sie kämpft, sie ist eine Einheit. Es war wirklich herausragend, wie sich die Jungs durch die Abwehrarbeit in dieses Spiel hineingekämpft haben.«

Später erreichte die TVG-Verantwortlichen die Nachricht, dass sich Yessine Meddeb entgegen ersten Verdachtsmomenten keinen Knochenbruch zugezogen hat. Ein MRT soll nun Aufschluss über die Verletzung des Linkshänders bringen.

Polster zur Abstiegszone ausgebaut

Durch das Remis hat der TVG das Punktepolster zur Abstiegszone auf sieben Zähler ausbauen können. Im direkten Vergleich mit dem derzeitigen Tabellenvorletzten Krefeld besäße man bei Punktgleichheit zum Saisonende zudem das bessere Torverhältnis. Soweit allerdings will es der TVG bei noch ausstehenden acht Saisonspielen trotz aller Personalprobleme erst gar nicht kommen lassen.

TV Großwallstadt: TVG: Nowottny, Durmic – Eisenträger 10/7, Battermann 8, Redkyn 6, Klimpke 5, Horner 2, Skaarnaes 2, Gempp, Meddeb, Zimmer, Knabe, Buchinger, Schalles – Trainer: Lohrbach

TSV Bayer Dormagen: Simonsen, Oberosler – Böhnert 7, Strosack 6/5,Schmidt 5, Krist 4, Schroven 4, Pauli 3, Böckenholt 3/3, Sondermann 1, Bertl, Srugies, Leis, Bahns, Scholl, Hein – Trainer: Bauer

Autor: Manfred Weiß

Auf dem Bild: Dmytro Redkyn zeigte am Samstagabend eine beeindruckende Leistung
Foto: Felix Müller

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