HALLSTADT BEI BAMBERG – Am Sonntag, den 29. März um 19 Uhr ist der vielfach ausgezeichnete Kabarettist und Parodist Helmut Schleich mit seinem aktuellen Programm im Kulturboden Hallstadt zu erleben.
Im Vorfeld hat Ralf Kestel ein Interview mit Helmut Schleich geführt. Darin spricht er über sein aktuelles Programm mit scharfem politischem Kabarett und pointierten Alltagsbeobachtungen, über Franz Josef Strauß, der in Hallstadt nicht fehlen wird – sowie über die anstehende Zeitumstellung.
Karten für die Veranstaltung gibt es auf www.kartenkiosk-bamberg.de, telefonisch unter 0951-23837 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Franz Josef Strauß kommt auch mit
Schleich-Fernsehen am Sonntag? Nein, auf Tuchfühlung ohne Fernbedienung geht’s am Sonntag, 29. März, um 19 Uhr mit Helmut Schleich (58) im Kulturboden. Und da gibt’s den Kabarettisten pur (gemäß dem Titel seiner aktuellen Sendereihe im Bayerischen Fernsehen). Im Vorfeld zu seinem Auftritt in Hallstadt stand der beliebte Kabarettist und Parodist für einige Fragen zur Verfügung.
Frage: Was dürfen die Besucher von deinem aktuellen Programm erwarten – mehr Politik oder Skurriles aus dem Alltagsgeschehen?
Helmut Schleich: Meine Devise ist „täglich frisch“, wie die Tageszeitung sozusagen. Insofern gibt’s aktuelles politisches Kabarett, messerscharf, intelligent, beziehungsreich, aber trotzdem immer lustig. Ich gehöre nicht zu den Predigern, sondern neige zur Pointe. Es darf aber auch über die Menschen im Alltag gelacht werden, also über uns alle.
Kommen der Max Froschhammer oder der Heinzi Liebl mit auf die Bühne, oder gar der Franz Josef Strauß?
Bei den beiden ersten Namen musste ich selbst ganz kurz überlegen. „Max wer?, Heinzi was?“. Das mit der „Spezlwirtschaft“ im BR ist verdammt lang her. Die letzte Folge lief 2011. Aber Franz Josef Strauß ist ein Bühnen- alter-ego von mir geworden. Eine Figur aus dem alten Bayern, die das heutige Bayern bös und witzig spiegelt. Insofern, ja, Strauß spricht in Hallstadt.
Du hast im Verlauf deiner Karriere viele Preise erhalten, den Fränkischen Kabarettpreis, den Leipziger Löwenzahn, die schwäbische Riegelbierkette, bayerisch-sächsische Freundschaftsabende, Stuttgarter Besen, die Tassilo-Medaille für bairische Sprache. Welche Region bevorzugst du und welchen Zungenschlag (welches Idiom)?
Ich habe noch mehr Preise bekommen. Bedeutende darunter. Den deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier. Man weiß ja seit Billy Wilder, Preise sind wie Hämorrhoiden. Irgendwann kriegt sie jeder A*. Zurück zur Frage: ich bevorzuge für meine Auftritte Bayern und angrenzende Grafschaften, wie ich immer sage. Berlin, Ruhrgebiet, Hamburg, das tue ich mir nicht mehr an. Da fahre ich lieber in den Süden und mache Urlaub.
Brauchen die Franken also keinen Dolmetscher?
Die Franken brauchen doch keinen Dolmetscher, wenn einer aus München kommt. Umgekehrt verstehen wir Markus Söder im Süden Bayern doch auch – also rein sprachlich betrachtet.
Was fällt dir so zu Bamberg ein?
Ich war in meiner langen Laufbahn natürlich schon oft in Bamberg. Eine echte Perle. Nicht nur oben am Dom. Und oft schon gehört auch der Spruch im ICE: „Ab Bamberg wird unser Zug heute über Würzburg nach München umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um circa 2 Tage“
Warum endet die Presseschau auf deiner Homepage eigentlich im Jahr 2018? Keine Zeitungs-Abos mehr oder das Lesen einfach eingestellt?
Ist das so? Mir noch gar nicht aufgefallen. Da frage ich bei meinem Netzmeister nach. Das Lesen habe ich jedenfalls definitiv nicht eingestellt. Im Gegenteil.
Du warst Mitveranstalter eines jährlichen Kleinkunst-Nachwuchsfestivals in München. Wie ist es denn um den Nachwuchs bestellt?
Dieses Festival gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Nachwuchs hat heute unzählige Möglichkeiten sich darzustellen, das Festival wurde nicht mehr gebraucht. Kabarettist oder vielmehr „Comedian“, für mich zwei vollkommen unterschiedliche Dinge, ist heute ein Berufsbild geworden. Junge Einsteiger loten genau aus, wie sind meine Aufstiegschancen, wie die Verdienstmöglichkeiten und was muss ich dafür tun und vor allem sagen. Kommerz halt.
Hast du für unsere Leser noch einen Tipp zur Zeitumstellung? Dein Auftritt beginnt um 19 Uhr.
Stimmt. Es ist mal wieder so weit. Ob dieser Schmarrn irgendwann mal endet? Es ist auf jeden Fall dann am Sonntag um 19 Uhr in Echt erst 18 Uhr. Der geistigen Fitness von Künstler und Publikum dürfte das zuträglich sein. Also auf nach Hallstadt.
Bildquelle: Susie Knoll

