Großangelegte Durchsuchungsaktion der Polizei nach Ermittlungen wegen Verdacht auf Korruptionsdelikte

Großangelegte Durchsuchungsaktion der Polizei nach Ermittlungen wegen Verdacht auf Korruptionsdelikte
Bild von Alexa auf Pixabay

LANDKREIS MILTENBERG – Am Dienstagmorgen haben Polizeibeamte unter Federführung der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben (KPI/Z) in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg Durchsuchungen am Untermain durchgeführt.

Die Kräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Hintergrund sind Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Bestechung und Bestechlichkeit.

Ermittlungen seit Mitte 2025

Die Ermittlungsbehörden sind entsprechenden Hinweisen bereits seit Sommer 2025 nachgegangen. Im Zuge der akribisch geführten Untersuchungen hatte sich der Tatverdacht gegen insgesamt 15 Personen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 60 mit türkischer und deutscher Staatsangehörigkeit erhärtet. Den Akteuren wird dabei in wechselseitigen Handlungen vor allem Bestechung und Bestechlichkeit vorgeworfen. Zwei tatverdächtige Personen waren zu dieser Zeit Mitarbeitende im Landratsamt Miltenberg.

Die beiden im Amt tätigen Personen sollen den bisherigen Erkenntnissen zufolge von den weiteren Beschuldigten Sach- und Geldzuwendungen erhalten haben. Im Gegenzug sollen diese bei Auftrags- und Vergabeverfahren unberechtigte Bevorzugungen erhalten haben.

Vielzahl an Objekten durchsucht – Beweismittel sichergestellt

Die Ermittlungen haben schließlich in einer Reihe von richterlichen Durchsuchungsbeschlüssen gemündet, die ab dem frühen Dienstagmorgen vollzogen worden sind. Die Kriminalpolizei aus Würzburg wurde bei den Maßnahmen neben zahlreichen Kräften der Bereitschaftspolizei und der Einsatzeinheiten der Polizei Unterfranken auch von IT-Forensikern der Polizei Oberfranken unterstützt. An den Durchsuchungen waren auch das Zollfahndungsamt Würzburg und auch die Steuerfahndung Nürnberg beteiligt.

Bei den durchsuchten Räumlichkeiten hat es sich um über 20 Wohn- und Gewerbegebäude im Landkreis gehandelt, eines davon in einer benachbarten Gemeinde auf baden-württembergischer Seite. Auch das Landratsamt wurde nach entsprechenden Beweismitteln durchsucht. Der sachleitende Staatsanwalt war hierbei vor Ort. Die Beamten haben dabei insbesondere Datenträger sichergestellt und beschlagnahmt, die nun für die weiteren Ermittlungen ausgewertet werden müssen.

Tatverdächtige angetroffen – Hauptverdächtiger vorläufig festgenommen

Im Zuge der konzertierten Polizeiaktion konnten die Einsatzkräfte alle Beteiligten antreffen. Die Personen wurden allesamt erkennungsdienstlich behandelt. Einen Hauptbeschuldigten haben die Beamten vorläufig festgenommen. Der Mann wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Vermögensabschöpfung und weitere Ermittlungen

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat das Amtsgericht auch Vermögensarreste gegen die Tatverdächtigen, unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts der Bestechlichkeit und der Bestechung, erlassen. Der Kriminalpolizei ist es in der Folge gelungen, mutmaßliche Taterträge im Wert eines hohen sechsstelligen Geldbetrags zu sichern. Darunter befinden sich neben Bargeld auch hochwertige Fahrzeuge und sonstige Wertgegenstände.

Die Untersuchungen werden unterdessen auch weiterhin mit höchster Genauigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft geführt. Insbesondere die Sicherung und Auswertung der Datenträger wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Polizei Unterfranken und die Staatsanwaltschaft baten die Medien, von Nachfragen, insbesondere zu weiteren Details der möglichen Tathandlungen (Umfang, Art der Auftrags- und Vergabeverfahren), abzusehen. Hierüber können aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Auskünfte erteilt werden, da dies den Ermittlungserfolg gefährden würde. Auch zu den tatverdächtigen Personen können aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Daten bekannt gegeben werden.

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