Tarifrunde Nahverkehr: ver.di Bayern ruft in der Woche vor der vierten Verhandlungsrunde erneut zum Streik auf

Tarifrunde Nahverkehr: ver.di Bayern ruft in der Woche vor der vierten Verhandlungsrunde erneut zum Streik auf
Foto: Stadtwerke Schweinfurt

SCHWEINFURT – In der Tarifrunde für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Bayern fand am Montag, den 09. März 2026, die dritte Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Bayern statt. Es konnte keine nennenswerte Annäherung erzielt werden.

Die ver.di Verhandlungsführung unterstrich, dass die Beschäftigten dringend deutliche Verbesserungen sowohl in Bezug auf das Entgelt als auch die Arbeitsbedingungen bräuchten. Ohne relevante Lohnerhöhungen könnten sich die Kolleg*innen das Leben dort, wo sie den Verkehr täglich am Laufen halten, bald nicht mehr leisten.

ver.di sieht nun keine andere Möglichkeit, als den Druck vor der Verhandlung am 23. März 2026 noch einmal deutlich zu erhöhen. Vor allem am Donnerstag, den 19.03.2026 ist bayernweit mit Streiks im Nahverkehr zu rechnen, die leider auch wieder viele Fahrgäste treffen werden. Darüber hinaus wird in verschiedenen Städten auch an weiteren Tagen zum Streik aufgerufen. Genauere Informationen wird es jeweils rechtzeitig über örtliche Pressemitteilungen geben, da die ehrenamtlichen Gremien in den Betrieben dazu noch beraten.

Es ist davon auszugehen, dass der Busverkehr (TV-N) in Schweinfurt an diesem Tag nahezu vollständig zum Erliegen kommt. Um 09:00 Uhr startet der Demonstrationszug am Zeughausplatz mit anschließender Kundgebung.

Die Arbeit im Schichtbetrieb sei kräftezehrend, hier brauche es Entlastung. Blicke man ins Nachbarbundesland Baden-Württemberg werde deutlich, dass die Forderungen nicht überzogen seien. Dort ist eine schrittweise Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit bereits tarifiert während gleichzeitig v.a. die Einstiegslöhne im Fahrdienst wesentlich über denen in Bayern liegen.

Deutliche Kompromissbereitschaft zeigte ver.di in Bezug auf die Laufzeiten. Eine Tabellenlaufzeit von 24 Monate sei denkbar, in Bezug auf die Arbeitsbedingungen sei für ver.di sogar eine Laufzeit über zwei Jahre hinaus vorstellbar. Die Arbeitgeber verharren jedoch auf dem eingangs in Aussicht gestellten Volumen von 5,9%, das variabel für die Anhebung von Löhnen oder einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit einsetzbar sei.

Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter ver.di Bayern, erklärt hierzu: „Wir sehen keinerlei Bewegung der Arbeitgeber. Allmählich drängt sich der Eindruck auf, dass sie erwarten, die Kolleginnen und Kollegen sollten den ÖPNV in diesem Jahr, im nächsten Jahr und vielleicht noch die nächsten zehn bis 15 Jahre aus eigener Tasche mitfinanzieren.“

Statt sich in den Verhandlungen ein Stück auf die Gewerkschaft zuzubewegen, richten die Arbeitgeber ständig neue Vorwürfe an ver.di. In ihrer jüngsten Pressemitteilung machen sie der Gewerkschaft nun gar zum Vorwurf, dass diese sich um eine ihrer wichtigen Aufgaben kümmert und Mitglieder wirbt. „Damit ist ein vorläufiger Tiefpunkt in der Kommunikation mit dem Sozialpartner erreicht“, stellt Dr. Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen fest.

„Tarifverträge werden in Deutschland ausschließlich mit Gewerkschaften verhandelt und abgeschlossen. Ihr Mandat hierfür erhalten diese von den Beschäftigten, die sich in einer Gewerkschaft zusammenschließen. Ohne Mitglieder gibt es keine Tarifverträge. Bisher waren wir davon ausgegangen, dass dieser Fakt gegenüber einem kommunalen Arbeitgeberverband keiner weiteren Erklärung oder Rechtfertigung bedarf.“

Auch die Stadtwerke Schweinfurt weisen nun darauf hin:

Erneuter Warnstreik im Busverkehr am 19.03.2026

Für Donnerstag, den 19. März 2026, hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen erneuten ganztägigen Warnstreik im Verkehrssektor angekündigt. Auch die Beschäftigten der Stadtwerke Schweinfurt GmbH im Verkehrsbetrieb sind zur Teilnahme aufgerufen. Es ist daher zu erwarten, dass der Busverkehr in Schweinfurt stark betroffen sein wird. Insbesondere sind auch Einschränkungen im Schülerverkehr zu erwarten. Fahrgäste werden daher gebeten, auf alternative Beförderungsmöglichkeiten auszuweichen.

Die Linien des Landkreises Schweinfurt ab der Liniennummer 200, die Teilbereiche des Stadtgebietes bedienen, sind vom Streik nicht betroffen. Der Warnstreik hat zudem keine Auswirkungen auf Fahrten, die von den Stadtwerken Schweinfurt beauftragten ÖPNV-Dienstleistern durchgeführt werden. Die entsprechenden Fahrten ergeben sich aus der beigefügten Anlage, diese Fahrten sind zusätzlich auf der Website der Stadtwerke Schweinfurt unter www.stadtwerke-sw.de/businfo veröffentlicht.

Die Stadtwerke Schweinfurt bitten alle Fahrgäste um Verständnis.

Fragen rund um das Thema ÖPNV beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Schweinfurt gerne persönlich im Kundencenter am Roßmarkt (Mo – Do 9:00 – 16:30 Uhr, Fr 9:00 – 15:00 Uhr) sowie in der Kunden-Hotline unter 09721 931 – 400 (Mo – Fr 8:00 – 17:00 Uhr) und sind erreichbar via E-Mail an kundenservice@stadtwerke-sw.de. Ebenso stehen sie im Live-Chat (Mo – Fr 8:00 – 17:00 Uhr) und mittels Video-Konferenz (Mo – Fr 8:00 – 17:00 Uhr) über die Internetseite www.stadtwerke-sw.de/service zur Verfügung. Der Chatbot SWenja beantwortet auf der Internetseite Fragen rund um die Uhr.

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