Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026: Gründungsregion Würzburg etabliert sich als Biotech-Hotspot

Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026: Gründungsregion Würzburg etabliert sich als Biotech-Hotspot
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

WÜRZBURG – Bayern verzeichnet im Jahr 2025 so viele Start-up-Neugründungen wie nie zuvor. Auch die Region Würzburg profitiert von dieser Dynamik, die vor allem durch eine starke Forschungsinfrastruktur und wachsende Ausgründungen aus der Universität angetrieben wird.

Der „Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026“, der vom Startup-Verband in Kooperation mit dem BIHK herausgegeben wurde, zeichnet ein erfreuliches Bild der bayerischen Gründungslandschaft und liefert auch für die Region Mainfranken aufschlussreiche Erkenntnisse. Mit 785 Startup-Neugründungen im Jahr 2025 verzeichnet der Freistaat ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 538 Gründungen). Damit wächst Bayern deutlich stärker als der bundesweite Durchschnitt, der bei einem Plus von 29 Prozent liegt. Insgesamt sind aktuell rund 4.400 Start-ups in Bayern aktiv – mehr als in jedem anderen Bundesland. Bei der Startup-Aktivität pro Kopf ist Bayern das mit Abstand stärkste Flächenland.

Würzburg: Ökosystem mit wissenschaftlicher Strahlkraft

In Mainfranken sind derzeit 139 Start-ups aktiv, davon 82 in der Stadt und im Landkreis Würzburg (58 in der Stadt Würzburg und 24 im Landkreis). Würzburg behauptet sich auch im bundesweiten Vergleich: Die Stadt belegt Rang 30 bei der Gesamtzahl aktiver Start-ups und Platz 43 in Relation zur Bevölkerungszahl. Damit liegt die Region Mainfranken noch vor deutlich größeren Städten wie Nürnberg oder Augsburg.

Diese Zahlen unterstreichen die Dynamik des mainfränkischen Gründungsökosystems. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Größe hat es sich als attraktiver Standort für innovative Geschäftsmodelle etabliert, unterstützt durch starke Hochschulen, vielfältige Beratungsangebote und ein gut vernetztes Start-up-Umfeld. Hervorzuheben ist insbesondere die wissenschaftlich geprägte Gründungskultur: Die Krebsforschung an der Universität Würzburg hat mit T-Curx und Cherry Biolabs bereits mehrere erfolgreiche Spin-offs hervorgebracht. Damit positioniert sich die Region als aufstrebender Biotech-Standort im nordbayerischen Raum. Betrachtet man die Branchenstruktur, so zeigt sich, dass Würzburg einen ausgeprägten Schwerpunkt auf Software hat (26,8 Prozent der regionalen Start-ups gegenüber 16,3 Prozent bundesweit). Auffällig sind zudem die starken Anteile in den Bereichen Gaming & Sport (13,4 Prozent) und Medizin (9,8 Prozent).

Hochschulen als Innovationsmotor

In ganz Bayern gilt: 55 Prozent der Start-ups haben Unterstützung von Hochschulen erhalten und 71 Prozent von ihnen bewerten diese als positiv. Damit liegt Bayern über dem Bundesschnitt. In diesem Zusammenhang sind die Universität Würzburg und die THWS ein zentraler Faktor für die regionale Gründungsaktivität, insbesondere an der Schnittstelle von Spitzenforschung und unternehmerischer Umsetzung. Dies zeigt sich auch in der Anerkennung eines der beiden Exzellenz-Cluster, die Voraussetzung für die Prüfung der Anerkennung als Exzellenz-Universität waren.

Der Monitor benennt jedoch auch klar, wo Handlungsbedarf besteht. Für kleinere Ökosysteme wie Mainfranken ist Vernetzung – sowohl untereinander als auch mit den großen Hotspots München und Nürnberg – ein zentraler Erfolgsfaktor. Deshalb wurde bereits im Jahr 2024 die Initiative und Dachmarke „Gründen in Mainfranken” ins Leben gerufen. Sie fungiert als zentrale Anlaufstelle für Gründer und Gründungsinteressierte in Mainfranken.

Klares Entwicklungspotenzial bei weiblichen Gründungen

Gründerinnen und Gründer aus Mainfranken bewerten den Zugang zu Kapital und die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte deutlich kritischer als ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Landeshauptstadt: Nur 12,7 Prozent von ihnen sehen die Finanzierungssituation positiv. Auch die Fachkräftelage wird eher zurückhaltend eingeschätzt. Gleichzeitig bleibt der Anteil von Gründerinnen in Bayern mit 16,8 Prozent unter dem ohnehin niedrigen Bundesschnitt. Für die IHK Würzburg-Schweinfurt zeigt sich hier ein klares Entwicklungspotenzial, das durch gezielte Programme und eine stärkere Förderung vielfältiger Gründungsteams gehoben werden sollte.

„Der Bayern Startup und Scaleup Monitor bestätigt, was wir täglich erleben. Mainfranken hat eine lebendige Gründungsszene mit echter wissenschaftlicher Substanz. Aber wir sehen, dass Frauen immer noch zu selten gründen. Das ist kein Talentproblem, sondern ein Strukturproblem. Wir wollen Gründerinnen sichtbarer machen, ihnen den Zugang zu Kapital erleichtern und Netzwerke stärken. Denn ein vielfältiges Start-up-Ökosystem ist ein starkes Ökosystem“, erklärt IHK-Gründungsreferentin Larissa Vogel.

Die vollständige Studie ist online abrufbar unter: www.startupverband.de

Hintergrund

Der „Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026“ basiert auf drei zentralen Datenquellen: Dem Deutschen Start-up-Monitor 2025 (bundesweit 1.846 befragte Startups, davon 277 aus Bayern), analysierten Handelsregisterdaten des Dienstleisters startupdetector sowie Finanzierungsdaten der Plattform Dealroom. Der Monitor wird vom Startup-Verband in Kooperation mit dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) herausgegeben. Die Studie definiert Start-ups als Unternehmen, die nicht älter als zehn Jahre sind, ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum aufweisen und mit ihrer Technologie und/oder ihrem Geschäftsmodell hochinnovativ sind.

Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

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