WÜRZBURG – Was will das biblische Motto „Hab Mut, steh auf“ aus der Erzählung von der Heilung des blinden Bartimäus im Markusevangelium den Menschen von heute sagen?
Antworten aus einer Vielzahl von Perspektiven liefert ein gleichnamiges Buch, das Bischof Dr. Franz Jung herausgegeben hat. Es thematisiert die Kraft des Aufbruchs in einer Zeit, in der viele Menschen nach Mut und Hoffnung suchen.
Auch wenn der Titel identisch ist mit dem Leitwort des 104. Deutschen Katholikentags, der vom 13. bis zum 17. Mai in Würzburg stattfindet: Das Buch weitet das Thema bewusst über das Großereignis hinaus. Die 20 Autorinnen und Autoren, die Bischof Jung für das Projekt gewinnen konnte, erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen von Mut. Sie zeigen, wie Menschen in unterschiedlichen Herausforderungen und Lebenssituationen trotz Widerständen neu aufstehen, Wendepunkte meistern und Krisen überwinden.
Das Spektrum der Themen und Personen ist breit: Beispielsweise berichtet Bruder Andreas Murk, Provinzialminister der Franziskaner-Minoriten und Vorsitzender der Deutschen Ordensoberenkonferenz, vom Mut, der im Miteinander wächst. Aus dem klösterlichen Leben hat er die Erfahrung: „Mut wächst dort, wo Menschen einander tragen. Niemand steht allein auf.“ Wie Wallfahrt zur Schule des Mutes werden kann, beschreiben Pfarrer Andreas Kneitz, Barbara Schebler und Dr. Markus Ewald von der Würzburger Bruderschaft zum Heiligen Kreuz. Jährlich pilgern ihre Mitglieder gemeinsam im August auf den Kreuzberg in der Rhön. Im gemeinsamen Unterwegssein lasse sich lernen „loszulassen, Grenzen anzunehmen und Gemeinschaft zu vertrauen“.
Aus der Perspektive des Kunstschaffenden blickt der Regisseur, Schauspieler und Sänger Kai Christian Moritz auf das Motto. Theater und Kunst generell sieht er als Räume, in denen Menschen fallen, zweifeln und wieder aufstehen dürfen. „Ich bin überzeugt: Glaube ist nicht das Gegenteil von Zweifel. Glaube ist der Mut, mit dem Zweifel zu leben.“ Geschichten von Frauen, die schwerste Gewalterfahrungen überstanden haben und dennoch wieder aufgestanden sind, erzählen die Ordensfrauen Schwester Dr. Katharina Ganz und Schwester Juliana Seelmann von den Oberzeller Franziskanerinnen und folgern: „Mut ist der Weg zurück ins Leben.“ Solcher Mut aber brauche Beziehungen, sichere Räume und solidarische Begleitung.
Auch die Ökumene kommt in dem Buch zu Wort: Christoph Schmitter, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde „CityChurch“ in Würzburg, beschreibt seine ökumenischen Erfahrungen als Übung, Türen ins Unbekannte zu öffnen, Vielfalt zuzulassen und vertraute Komfortzonen zu verlassen.
Die Beispiele zeigen, was Bischof Jung in seinem Geleitwort so formuliert: „Ich bin überzeugt: Der bunte Strauß der Lebenszeugnisse reicht weit über den Katholikentag hinaus. Möge die Lektüre des Buches Mut machen, selbst aufzustehen und von der verwandelnden Kraft des Glaubens Zeugnis abzulegen.“
Bischof Franz Jung (Hg.): „Hab Mut, steh auf. Ermutigungen, das Leben in die Hand zu nehmen“. 200 Seiten. 16,95 Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2026. ISBN: 978-3-429-06877-6.
mh (POW)
© Repro: Markus Hauck (POW) | Aus persönlichen und beruflichen Erfahrungen berichten die Autorinnen und Autoren des Buchs „Hab Mut, steh auf“, wie sie Resignation überwunden haben und wie ihnen der Durchbruch gelungen ist. Herausgeber ist Bischof Dr. Franz Jung.

