SCHWEINFURT – Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) macht im Vorfeld der Kommunalwahl am 8. März 2026 unmissverständlich klar: Ohne handlungsfähige Kommunen gibt es keinen sozialen Zusammenhalt, keine guten Arbeitsbedingungen und keine lebenswerte Zukunft vor Ort.
Städte und Gemeinden tragen die Hauptlast bei Bildung, Betreuung, Pflege, Infrastruktur und sozialer Sicherheit — doch vielerorts fehlt ihnen dafür die notwendige finanzielle und politische Unterstützung.
„Wer starke Kommunen will, muss ihnen auch die Mittel geben, ihre Aufgaben zu erfüllen“, betont der DGB. Steigende Ausgaben für soziale Sicherung, Infrastruktur, Integration und Bildung treffen auf stagnierende Einnahmen und unsichere Finanzzuweisungen. Für den Gewerkschaftsbund ist klar: Sparpolitik auf kommunaler Ebene geht direkt zulasten der Menschen vor Ort — bei der Kinderbetreuung ebenso wie bei Pflege, Mobilität oder Wohnraum.
Besonders deutlich wird dies bei der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gute Betreuung, wohnortnahe Gesundheitsversorgung, bezahlbares Wohnen und ein funktionierender Nahverkehr dürfen nicht vom Geldbeutel oder Wohnort abhängen. Für den DGB ist klar: Diese Aufgaben gehören in öffentliche Verantwortung und dürfen nicht dem Markt überlassen werden.
Auch gute Arbeit beginnt in den Kommunen. Städte und Gemeinden sind nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Auftraggeber. Sie müssen dafür sorgen, dass öffentliche Aufträge nur an Unternehmen gehen, die Tarifverträge einhalten, Mitbestimmung respektieren und faire Löhne zahlen. Lohndumping mit Steuergeldern ist für den DGB inakzeptabel. Wo öffentliche Leistungen ausgelagert wurden und Beschäftigungsbedingungen sich verschlechtert haben, fordert der Gewerkschaftsbund eine Rückführung in öffentliche Hand.
Klimaschutz darf ebenfalls nicht auf Kosten der Beschäftigten oder der sozialen Gerechtigkeit gehen. Investitionen in Energie, Verkehr und Infrastruktur müssen so gestaltet werden, dass sie Arbeitsplätze sichern, bezahlbar bleiben und der Allgemeinheit zugutekommen.
Vor diesem Hintergrund hat der DGB Kreisverband Schweinfurt die Oberbürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten zu ihren Positionen in der Kinderbetreuung und Pflege befragt — zwei Bereiche, in denen die Kommunen unmittelbar Verantwortung tragen.
Die Antworten zeigen aus Sicht des DGB ein klares Bild: Während einige Kandidaten eine stärkere öffentliche Verantwortung unterstützen, setzen andere weiterhin vor allem auf bestehende Strukturen freier Träger.
Für den DGB steht jedoch fest: Die Antworten zeigen, dass die Stadt Schweinfurt ihrer Verantwortung bislang nicht ausreichend gerecht wird.
Der DGB Kreisverband Schweinfurt fordert daher einen deutlichen Kurswechsel: Die Stadt muss bei wachsendem Bedarf selbst kommunale Kindergärten schaffen und betreiben, anstatt sich überwiegend auf freie Träger oder kirchliche Einrichtungen zu verlassen. Frühkindliche Bildung ist eine zentrale öffentliche Auf-gabe — keine Option, die man auslagern kann.
Eine Kommune, die sich hier zurückzieht, entzieht sich nach Ansicht des DGB ihrer Verantwortung gegenüber Kindern, Eltern und Beschäftigten.
Der Gewerkschaftsbund fordert deshalb eine aktive Beteiligung der Stadt an Planung, Finanzierung und Betrieb von Betreuungseinrichtungen, um Qualität, Ver-lässlichkeit und Chancengleichheit für alle Familien sicherzustellen. Nur wenn Kommunen Verantwortung übernehmen, können sie den wachsenden Bedarf de-cken, Fachkräfte gewinnen und soziale Ungleichheit abbauen.
Für den DGB ist klar: Die Kommunalwahl entscheidet auch darüber, ob Schweinfurt eine Stadt bleibt, in der öffentliche Daseinsvorsorge funktioniert — oder ob zentrale Aufgaben weiter ausgelagert werden.
Foto: Martin Schmiedl

