HIMMELKRON / EBERN – Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern kritisiert die Kritik von Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, RWI und Ex-Mitglieder der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ Prof. Dr. Christian Karagiannidis am Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG).
„Es gibt 1600 Standorte – laut RWI genügen rund 1000, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. … Pro Jahr könnten dadurch Einsparungen von bis zu neun Milliarden Euro gegenüber dem ursprünglichen Plan verloren gehen.“
Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R.: „Es geht hier nicht um Kosteneinsparungen bei bundesdeutschen und bayerischen Krankenhäusern. Vorrangig ist die bundesweite und bayernweite Abdeckung bedarfsnotwendiger Allgemeinkrankenhäuser einschließlich Basisnotfallversorgung binnen 30 Fahrzeitminuten, um Leben in akuter Notlage zu retten. Dieser Standard wird allein in 160 bayerischen Postleitzahlregionen verletzt.“
Der Ansatz von Prof. Dr. Karl Lauterbach, RWI und Prof. Dr. Christian Karagiannidis mit nur 1.000 deutschen Allgemeinkrankenhäusern lässt folgende Fragen unbeantwortet:
Wie funktioniert in Zukunft die klinische Erstversorgung lebensbedrohlich Erkrankter und Verletzter in ländlichen Regionen, wenn die Fahrzeit zum hochspezialisierten Krankenhaus nicht ausreicht?
Wie sollen sich nur noch 1.000 Allgemeinkrankenhäuser ausreichend für Pandemien und Kriegsgefahren rüsten? Die bundesweiten Verlegungen von Corona-Patient(inn)en haben aufgezeigt, dass bereits heute notwendige Vorsorgekapazitäten fehlen.
Wie soll man sich zukünftig die klinische Versorgung von Senioren und insbesondere Dementen vorstellen, wenn sie hunderte Kilometer von ihrer Heimat abgeschnitten werden? Wir kritisieren die „Entmenschlichung“ klinischer Versorgung in Deutschland und Bayern.

