Konzentration und Kommunikation: Alles ist möglich und erwünscht in der Stadtbücherei mit ihrem neuen Rückzugsort

Konzentration und Kommunikation: Alles ist möglich und erwünscht in der Stadtbücherei mit ihrem neuen Rückzugsort
Foto: Silvia Winter

WÜRZBURG – Früher waren Büchereien Stätten schweigenden Lesens. Heute bieten sie zwar auch Leseraum, sind aber zusätzlich Dritte Orte, also Orte der Gemeinschaft ohne Konsumzwang. Es gibt damit das Bedürfnis, sich zurückzuziehen und konzentriert zu arbeiten oder das genaue Gegenteil, wie Medien zu diskutieren und in Gruppen zu arbeiten.

Dank der großzügigen Spenden des Fördervereins der Stadtbücherei und der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp von jeweils 5.000 Euro bietet die Stadtbücherei im Falkenhaus nun einen Raum im Raum. Die „Mute Box“ bietet sowohl mehr Ruhe, als auch mehr Geräuschpegel, je nach Bedarf. In der Box finden bis zu vier Personen Platz.

An „Dritten Orten“ wie der Stadtbücherei Würzburg spielt die Vielfalt der Nutzenden eine zentrale Rolle. „Als Förderverein der Stadtbücherei ist es uns wichtig, dass unterschiedliche Bedürfnisse vor Ort ihren Platz haben und sich die Besucherinnen und Besucher gern dort aufhalten,“ sagt Christine Ott, Vorsitzende des Fördervereins. „Lesen liefert nicht nur gute Inhalte, sondern vermittelt auch Lern-, Medien- und Methodenkompetenzen. Dafür ist eine geeignete Umgebung erforderlich,“ sagt Gunther Schunk von der Vogel-Stiftung, „Deshalb unterstützen wir die Stadtbücherei als Anlaufstelle für Wissensvermittlung gerne auf ihrem Weg zum Dritten Ort.“

Eine Mute Box schafft das ideale Gleichgewicht zwischen Konzentration und Kommunikation: Sie bietet Rückzugsmöglichkeiten für alle, die Ruhe zum Nachdenken, Telefonieren oder digitalen Arbeiten brauchen, ohne die offene und lebendige Atmosphäre der Bibliothek zu beeinträchtigen.

Mit der schallgedämmten Kabine entsteht in der Bibliothek ein Raum der Flexibilität und Rücksichtnahme. Menschen mit unterschiedlichen Arbeitsstilen finden hier die akustischen Bedingungen, die sie gerade benötigen. So wird die Bibliothek als öffentlicher Lern- und Begegnungsort noch attraktiver und zeigt, wie Offenheit und Rückzug in Einklang gebracht werden können.

Die Regeln sind einfach: außer Essen, Trinken und Schlafen ist alles erlaubt, was auch sonst in der Öffentlichkeit möglich ist. Nach einer Stunde muss die Mute Box für die nächsten Besuchenden geräumt werden.

Auf dem Bild von links: Christine Ott (Vorsitzende des Fördervereins Stadtbücherei) und Gunther Schunk (Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp) haben der Stadtbücherei diese Mute Box gespendet, mit der sowohl gemeinschaftliches Arbeiten für vier Personen als auch ein Rückzugsort möglich werden. Dr. Irina Turner (re.), die Leiterin der Stadtbücherei freut sich sehr über das neue Angebot. Foto: Silvia Winter

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