DEUTSCHLAND – Angesichts drohender Milliardenlücken bei den gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr fordern Union und SPD eine Erhöhung der Tabaksteuer. Demnach sterben jährlich 131.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.
Zudem verursacht der Konsum insgesamt rund 100 Milliarden direkte Gesundheits- und volkswirtschaftliche Folgekosten.
Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e.V., kommentiert:
„Tabak höher zu besteuern ist richtig – aber es ist mehr als heuchlerisch, wenn ausgerechnet jene Politiker von Gesundheit reden, die den Fleischkonsum heiliger zu behandeln scheinen als Menschenleben. Der Konsum von Fleisch erhöht nachweislich das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die in Deutschland für rund ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich sind. Gleichzeitig verursacht der Verzehr tierischer Produkte Gesundheits- und Umweltkosten im dreistelligen Milliardenbereich. Fleischliebhaber wie Söder, Rainer und Co. halten dieses Krankmacher-System durch ihr eigenes Verhalten am Leben. Wer Prävention ernst meint, muss Fleisch genauso verteuern wie Tabak – sonst predigt man Gesundheit und serviert gleichzeitig Krankheitspolitik auf dem Teller.“
Hintergrundinformationen:
Fleischkonsum und Rauchen sind ähnlich gesundheitsschädigend
Bereits 2015 hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nach der Auswertung von mehr als 800 Studien den Verzehr von rotem Fleisch als „wahrscheinlich karzinogen für den Menschen“ und Fleischprodukte sogar als definitives Gruppe 1-Karzinogen eingestuft. Verarbeitetes Fleisch ist somit in derselben Kategorie wie das Rauchen von Tabak. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist durch regelmäßigen Fleischkonsum erhöht – unter anderem wegen des Cholesterins, das ausschließlich in tierischen Produkten enthalten ist. Wenn sich Cholesterinablagerungen in den Blutgefäßen bilden, kann dies zu Blutgerinnseln und zum Herzinfarkt führen. Auch besteht ein höheres Risiko für Diabetes-Typ-2-Erkrankungen bei regelmäßigem Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten.
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai einen Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie die Klimakatastrophe abzumildern. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

