BSD KÖNIGSHOFEN – Der TSV Bad Königshofen schaffte mit dem dritten Sieg in den letzten vier Spielen, einem harten Stück Arbeit beim 3:2 gegen den TTC Grenzau, nach 364 Tagen wieder einmal, ein Heimspiel zu gewinnen.
Wollte man die Chance auf den Klassenerhalt aus eigener Kraft wahren, so war dieser auch unabdingbar, schien zwischendurch aber mal weit entfernt. Doch am Ende durfte wieder einmal final gejubelt werden, war die Shakehands-Arena aus dem Häuschen. Die Rote Laterne gab man an den Verlierer weiter: punktgleich, aber mit dem besseren Spielverhältnis. Zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag.
Und noch ein Stück Statistik, wenngleich mit großer Bedeutung: Der Man of the Match Bastian Steger zeigte eine unglaubliche Energieleistung, legte erneut, wie schon drei Tage zuvor in Bremen, mit zwei Einzelsiegen den Grundstein für den Erfolg. Bis der im Kasten war, musste man aber bis zum Ende des Entscheidungsdoppels warten, in dem Daniel Habesohn und der eingewechselte Andre Bertelsmeier in ihrem ersten gemeinsamen Wettkampf den Sack zumachten.
Dass Basti Steger gesundheitlich angeschlagen und mit leichtem Fieber antrat, war unabdingbares Risiko und rein sportlich unausweichlich. Mit ihm stehen und fallen zurzeit die Vorhaben des TSV. Dass er nicht wirklich fit war, wurde nicht preisgegeben, wussten nur sein Team und ein paar Verantwortliche. Außer diesem schwang bereits bei der Begrüßung schon viel Respekt von Seiten der Gastgeber den Gästen gegenüber mit.
Grenzau sei ein Urgestein, seit 1982 ununterbrochen in der Bundesliga. Martin Allegro, bis vor einem halben Jahr zwei Spielzeiten lang Königshöfer, wurde vom Publikum mit Applaus überhäuft wie ein zurückgekehrter, verlorener Sohn. Sogar dem Grenzauer TTC-Vereinsgründer von 1952 Manfred Gstettner wurde von Hallensprecher Jürgen Halbig zu seinem 90. Geburtstag gratuliert. Man hätte das Event für ein Freundschaftsspiel halten können. Erst recht, als die ehrliche Haut Bastian Steger mal wieder einen Kantenball in heikler Situation unaufgefordert zugab, passte in diese Stimmung.
Wie würde sich nun diese psychologische Sonderform darstellen beim Duell des zweifachen Siegers von Bremen Basti Steger gegen Maciej Kubik, den zweifachen Verlierer von Grenzau gegen Ochsenhausen, beides am Mittwoch? Wie in seinen besten Tagen startete Steger mit 2:0 Sätzen seine Revanche für die unselige Hinspielniederlage. Doch die Durchgänge wurden immer enger, den dritten klaute sich Kubik. Steger war aber zu entschlossen und sich der Bedeutung dieses ersten Spiels für den gesamten Verlauf bewusst. Nach 50 Minuten und fünf Sätzen stand es 1:0 für den TSV.
Danach weckte der für Andre Bertelsmeier nominierte Filip Zeljko nur einen Satz lang (11:9) Hoffnungen, eine Vorentscheidung herbeiführen zu können. Es blieb aber dabei, danach setzte sich die Qualität des Taiwanesen Feng Yi-Hsin, 49. der Weltrangliste, durch – 1:1 zur Pause.
In der Folge kam nun natürlich jedem Spiel entscheidende Bedeutung zu. Rein rechnerisch und psychologisch, oder auch nicht, wurde damit spekuliert, dass sich Daniel Habesohn für die Hinspielniederlage gegen Martin Allegro im Duell des Neu- gegen den Ex-Königshöfer würde revanchieren können. Doch im ersten Satz (3:11) wurde er regelrecht vorgeführt. Im zweiten (11:8) war er in der Spur, im dritten zog Allegro davon, der sich in Grenzau sichtbar weiterentwickelt hat. Gleichstand nach dem vierten und klare Sache im fünften für den sympathischen Belgier.
Wieder einmal lag nunmehr die ganze Last auf den schmalen Schultern des Königshöfer Oberpfälzers Basti Steger, unterstützt auch von seinen Eltern und seiner Schwester. Und gefeiert nach einem fulminanten Auftritt gegen den Taiwanesen Feng Yi-Hsin. Hätte er nämlich verloren und würde man auch kommenden Freitag in Saarbrücken nichts erben, stünde womöglich die ganze Saison und Zukunft des TSV auf dem Spiel. Richtig spannend ging es im ersten Satz zu: Drei Satzbälle bei 7:10 abgewehrt, dann den ersten zum 12:10 verwandelt. Als habe er nur noch Kraft für zwei Sätze, beeilte sich der TSV-Leitwolf, mit Durchgang zwei und drei die Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Um alles oder nichts ging es somit im Schlussdoppel, in dem Habesohn/Bertelsmeier bei ihrem Dreisatz-Sieg von ihrem Flow nicht mehr herunter zu holen waren. Auch nicht in Durchgang zwei, in dem sie bei 8:10 zwei Satzbälle abwehrten und selber ihren dritten 11.4 gewannen.
TSV Bad Königshofen – TTC Grenzau 3:2
Bastian Steger – Maciej Kubik 3:2 (11:5/11:8/9:11/12:14/11:6)
Filip Zeljko – Feng Yi-Hsin 1:3 (11:9/7:11/9:11/5:11)
Daniel Habesohn – Martin Allegro 2:3 (3:11/11:8/6:11/11:9/6:11)
Steger – Feng 3:0 (12:10/11:8/11:4)
Habesohn/Bertelsmeier – Walker/Allegro 3:0 (11:7/13:11/11:4)
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Text und Fotos: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news




