Kein Triumph, sondern eine epische Niederlage: Der TSV Bad Königshofen unterliegt im Abstiegskampf unglücklich nach 11:11 Sätzen mit 2:3 gegen Borussia Dortmund

Kein Triumph, sondern eine epische Niederlage: Der TSV Bad Königshofen unterliegt im Abstiegskampf unglücklich nach 11:11 Sätzen mit 2:3 gegen Borussia Dortmund

BAD KÖNIGSHOFEN – Ein erbitterter 3:54-Stunden-Kampf um den Klassenerhalt ergab diese unglückliche 2:3-Niederlage des TSV Bad Königshofen gegen Borussia Dortmund. Bei dem war der Terminator Bastian Steger der Hauptdarsteller und am Ende doch tragische Held.

Er gewann als Einser beide Einzel gegen die zwei Top-20-Weltranglistenspieler Kristian Karlsson und Anders Lind, brachte damit seine Topform von Bergneustadt auch in diesem wegweisenden Match an den Tisch. Was den beiden anderen Siegern von drei Tagen zuvor, Daniel Habesohn und Filip Zeljko, nicht vergönnt war.

Beide verloren ihr Einzel und zusammen das Schlussdoppel denkbar unglücklich in fünf Sätzen, so dass die hoffnungsvolle Ausgangssituation nach dem ersten Spiel der Woche nach dem zweiten wieder dahin war. In dieser Partie ging es nämlich nicht nur um zwei, sondern, wenn man so will, um vier Punkte. Im Fall eines Heimsiegs, es gab seit elf Monaten keinen mehr, wäre man den Borussen bis auf zwei Punkte auf die Pelle gerückt. So aber bauten diese ihren Vorsprung auf sechs aus.

Die meisten der 703 Zuschauenden wussten hinterher nicht so recht, ob sie sich über die fast vier Stunden Weltklasse-Sport freuen oder über die Niederlage ärgern sollen. Ohne den bei einem Trainingslehrgang der ETTU in Südkorea weilenden Andre Bertelsmeier waren die taktischen Varianten des TSV-Trios auf nahe null begrenzt. Während die Gäste, in Vollprofi-Manier einen Tag vorher angereist, mit voller Kapelle, sechs Spielern, zwei Trainern, Manager und Physio einmarschierten. Von daher, aber auch nur so, ein Vergleich David gegen Goliath. Der Provinz-Club durfte ein paar Mal ganz nahe an der Überraschung schnuppern.

Der biblische Größenvergleich traf schon auf das Auftakteinzel Steger gegen das physische Monster Karlsson zu. Absolutes Weltklasseniveau gab es in dem 52 Minuten-Match zu sehen, in dem letztlich doch der Aufschlag den Ausschlag gab. Im ersten Satz vergab Steger einen Satzball, im vierten einen Matchball. Und im fünften, bei knisternder Spannung und Ballwechseln, die man sich mit den extremen Entfernungen vom Tisch so gar nicht vorstellen könnte, verwandelte der TSV-Leitwolf seinen zweiten Matchball zum 13:11.

Zu fünf Sätzen trieb das dadurch euphorisierte Publikum auch Daniel Habesohn gegen die Nr. 16 der Welt Anders Lind. Bis 8:9 im fünften war er ganz nahe an einer Vorentscheidung zugunsten der Grabfelder. Dann kippte sie weg – 1:1 zur Pause. Aber ein Habesohn, von dem in der Rückrunde noch einiges zu erwarten ist.

Pech dann auch bei Filip Zeljko gegen Adam Szudi, den die Borussen statt des bisher sieglosen Nuytinck als Dreier eingewechselt hatten. Es war vermutlich der entscheidende Schachzug. Der Ungar gewann nicht nur hier, sondern später auch das alles entscheidende Doppel mit Karlsson.

Dieser Rückstand bedeutete natürlich maximalen Druck für Basti Steger, den momentan allerdings scheinbar nichts erdrücken kann. Auch nicht dieser Däne Anders Lind, den Dortmund, vertraglich bedingt, behutsam nur in den wichtigsten Spielen einsetzt. Er ging mit 8:0-Bilanz in dieses Match und erstmals geschlagen wieder raus: Überhaupt nicht enttäuscht, wie es die Show-Einlage bei 5:10 im dritten Satz zeigte. Da schwang viel Respekt seinem Bezwinger gegenüber mit.

Das finale Entscheidungsdoppel reihte sich dann mehr von der Spannung als von der Qualität her ins Gesamtbild dieses Events vor Weihnachten ein, auch von den fünf Sätzen her. Nach zwei war das TSV-Doppel fast schon tot, nach vier wieder quicklebendig und nach dem fünften tief enttäuscht. Nicht nur die 11:11 Sätze und 205:212 Bälle der gesamten Begegnung hätten mehr denn je auch ein Unentschieden gerechtfertigt, das dieses Spielsystem aber nicht ermöglicht.

Ergebnisse:
Steger – Karlsson 3:2
11:13/11:9/11:4/10:12/13:11
Habesohn – Lind 2:3
11:7/6:11/11:7/5:11/8:11
Zeljko – Szudi 1:3
5:11:11:8/10:12/4:11
Steger – Lind 3:0
15:13/11:8/11:5
Zeljko/Habesohn – Karlsson/Szudi 2:3
9:11/5:11/11:9/11:8/5:11
Zuschauende: 703

Text und Fotos: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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