Inklusions-Sonderpreis „Zeichen setzen“ an den Zellerauer Limonadenchor verliehen

Inklusions-Sonderpreis „Zeichen setzen“ an den Zellerauer Limonadenchor verliehen
Foto: Jacob

WÜRZBURG – „Der Inklusionspreis ist ein Zeichen nach außen: Inklusion ist wichtig und es braucht gar nicht viel“, so Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel in seiner Laudatio am Mittwoch (26. November 2025) zur Vergabe des Inklusions-Sonderpreises „Zeichen setzen“ an den Zellerauer Limonadenchor.

„Im Fall des Limonadenchors braucht es Engagement, Freude am Miteinander und ein bisschen Limonade“, fügte Schiebel augenzwinkernd hinzu.

Die Geschichte des Zellerauer Limonadenchors begann Ende 2023 im Wohnzimmer eines Chormitglieds mit großer Leidenschaft fürs Singen. Seitdem ist der Chor innerhalb von einem Jahr von zwölf Kindern auf beeindruckende 43 Kinder angewachsen – 43 Kinder zwischen fünf und dreizehn Jahren, in selbstbedruckten, gelben T-Shirts, die ihr Publikum mit ihrem fröhlichen Gesang begeistern. Und die Warteliste ist mit zwanzig Kindern lang. Die Idee zum Namen „Limonadenchor“ entstand übrigens in Anlehnung an den „Kneipenchor“ – bloß für Kinder. Die Begeisterung für die Musik wurde bei der Preisverleihung deutlich: „Sie können mitreißen, den Takt angeben“, so Schiebel später.

Die Auftritte des Chores, etwa in der Umweltstation, im AWO-Altenheim oder als Highlight mit dem Würzburger Kneipenchor auf dem Umsonst & Draußen-Festival, sind authentische, lebendige Beispiele dafür, wie Inklusion auf der Bühne funktioniert und die Menschen bewegt. Es sind Momente, in denen die Welt sehen kann, wie einfach es ist, gemeinsam etwas zu schaffen. Bisher wurden alle Kosten – von der Limonade bis zu den T-Shirts – privat oder über Spenden finanziert. Das spricht Bände über das Engagement und die Überzeugung, die in diesem Projekt steckt. Ein Netzwerk des Engagements wird insbesondere von der Initiatorin Madlen Schuh, der angehenden Heilpädagogin Saro Gerson und der angehenden Sonderpädagogin Nona Gerson gebildet, gemeinsam mit den tatkräftigen Eltern, die bei Auftritten und Aktionen helfen.

Der Chor lebt von diesen Kooperationen, auch wenn es keinen offiziellen Partner gibt. Ob mit der Christopherus-Schule für die Räumlichkeiten, dem SkF und dem Spieli für die Kinder, dem Würzburger Kneipenchor für gemeinsame Auftritte oder der Unterstützung durch das Zellerauer Quartiersmanagement um Carolin Stöcker – es ist ein Gemeinschaftswerk, das zeigt, wie im Kleinen Großes entstehen kann.

Was mit dem Preisgeld von 2.500 Euro geschieht, dürfen die Kinder entscheiden. Meist ist das Ziel ihrer Musik aber eines: Frieden und eine bessere Welt. Auch Behindertenbeauftragte des Bezirk Unterfranken, Gerlinde Martin, sagte, sie sei begeistert von der Initiative und Freude des Chores und wünschte diesem viele Nachahmer. Abschließend erinnerte Schiebel an das Lied „Kinder an die Macht“ von Herbert Grönemeyer: „Die Armeen aus Gummibärchen – Die Panzer aus Marzipan – Kriege werden aufgegessen – Einfacher Plan – Kindlich genial.“

Auf dem Bild: Bezirkstagsvizepräsident Thomas Schiebel und die drei Bezirksrätinnen Christina Feiler, Gerlinde Martin und Rosa Behon (rechts außen) gemeinsam mit den Siegerinnen und Siegern des Zellerauer Limonadenchors und Mitgliedern der Jury des Inklusionspreises. (Foto: Jacob)

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