DGB-Regionschef Frank Firsching: „Renten sind keine Almosen, sie sind da, um im Alter nicht arm zu sein!“

DGB-Regionschef Frank Firsching: „Renten sind keine Almosen, sie sind da, um im Alter nicht arm zu sein!“
Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

MAINFRANKEN – Zur aktuellen Debatte um das Rentenniveau von 48 Prozent sagt Unterfrankens DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Firsching:

„Die politische Strategie, die Debatte um die Stabilisierung des Rentenniveaus auf geringe 48 Prozent des Durchschnittslohns im Erwerbsleben zum Generationenkonflikt zu erklären, ist an Armseligkeit nicht zu überbieten. Renten sind keine Almosen!“

Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit mit Beitragsleistungen in die gesetzliche Rentenversicherung, um im Alter gut versorgt und eben nicht arm zu sein. Dennoch wächst die Altersarmut seit Jahren. Warum? Weil das deutsche Rentenniveau auch im internationalen OECD-Vergleich mit nur 48 Prozent dürftig daherkommt. Veranlasst durch die Gesetzgeber in den letzten zwanzig Jahren, die das Niveau bereits deutlich absenkten.

Im Ergebnis erhielten in Unterfranken 2023* die Neurentner eine monatliche Rente von brutto 1.398.- Euro, die Neurentnerinnen nur 861.- Euro brutto. Die Armutsgefährdungsschwelle für Bayern lag in diesem Jahr bei 1.322.- Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt. Für viele heißt das Altersarmut. Die soll nun weiter verschärft werden. Sinkt das Rentenniveau beispielsweise auf 44 Prozent hieße das für den unterfränkischen Durchschnittsrentner Eintritt 2023 statt 1.398 Euro nur noch 1.281 Euro, also 117.- Euro monatlich weniger.

Wer empfiehlt die Kürzungen? Zuallererst die Arbeitgeberverbände, die sich Stück für Stück aus den solidarischen Finanzierungen unserer Sozialversicherungen verabschieden wollen. Unterstützung erhalten sie von ihren Lobbyisten in der Politik, in (Wirtschafts-)Redaktionen der Medien, geneigten Wirtschaftsprofessoren und den eigenen Instituten und Ablegern. Und natürlich durch die Jungen Union von CSU und CDU, die sich um die Generationengerechtigkeit verdient machen will.

Die JU scheint in Übereifrigkeit nicht zu merken, dass die Senkung des Rentenniveaus gerade für junge Leute ein ganz schlechtes Geschäft ist. Denn so wird die Finanzlücke für Junge im Alter immer größer. Eben diese Finanzlücke muss mit eigenen Beiträgen in eine Privatversicherung geschlossen werden- ohne den Arbeitgeberbeitrag wie in der GRV! Es profitieren die von Beiträgen entlasteten Arbeitgeber und private Versicherungskonzerne, sonst niemand!

Zurück zum angeblichen Generationenkonflikt, bzw. zur Generationengerechtigkeit:

Wo soll ein finanzielles Generationenproblem sein, wenn etwa 400 Milliarden Euro jährlich an gesetzlichen Renten gezahlt werden und in derselben Größenordnung, etwa 400 Milliarden Euro im Jahr, vererbt und verschenkt werden?

Nein wir haben kein Problem zwischen Jung und Alt. Wir haben viele Probleme zwischen Arm und Reich- in jeder Generation!

Anstatt in unwürdiger Weise die Jungen auf ihre Eltern und Großeltern zu hetzen ist es sinnvoller die Privilegien von freiberuflichen Notaren, Rechtsanwälten, Apothekern, Ärzten, Politikern und Selbstständigen zu beenden und alle in die gesetzlichen Rentenkasse einzahlen zu lassen. So verteilen sich die Lasten besser und gerechter. Das ist nachhaltig.“

*: Die Rentendaten stammen aus dem Rentenreport 2025 des DGB Bayern

Foto: ChatGPT / künstliche Intelligenz

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