GRAFING / SCHWEINFURT – Teilweise sah´s am Freitagabend mal danach aus, als würde am Sonntag ab 18 Uhr das absolute Gipfeltreffen im Icedome anstehen. Die Mighty Dogs führten in Grafing, Königsbrunn verlor das erste Drittel gegen Schongau mit 0:2. Doch dann kam alles ganz anders.
Um es vorweg zu nehmen: Die Schweinfurter erwarten als nur noch Vierter den TEV Miesbach, der nach seinem 4:1 gegen Amberg nun Zweiter ist. Die Pinguine drehten ihr Heimspiel noch zu einem 4:2-Sieg. Und die Mighty Dogs? Verloren das letzte Dritel beim EHC Klostersee mit 1:4 und somit die Partie im Gesamten. In der Tabelle zog nach einem 5:3 in Geretsried auch Ulm/Neu-Ulm an den Schweinfurtern vorbei.
Was war passiert? Mit diesmal wieder Benedict Roßberg im Tor gerieten die Gäste zwei Mal in Rückstand, glichen aber jeweils aus und gingen durch Georg Pinsack kurz vor der zweiten Pause erstmals in Führung. Ein wenig glücklich zwar vielleicht, aber das ist ja egal.
Doch schon nach exakt zwei Minuten im letzten Abschnitt glich Ville Saloranta für die Grafinger aus, die 26 Sekunden später ein drittes Mal am Abend führten und nicht mal weitere eineinhalb Minuten danach abermals einige Schwächen der Schweinfurter Abwehr aufdeckten.
Das 5:3 freilich nwar noch keine Entscheidung, nur eine Minute später verkürzte Ilya Zheltakov mit dem einzigen Überzahltor der Partie. Doch auf Philipp Quinlans 6:4 rund sechs Minuten vor dem Ende wussten die Mighty Dogs in der Grafinger Scheune keine Antwort mehr.
Umso wichtiger ist nun die Partie am Sonntag. Mit einem Heimsieg im Icedome lässt sich Miesbach wieder überholen. Die Neu-Ulmer haben gegen Waldkraiburg eine schwere Aufgabe vor sich. Und Amberg muss gegen Königsbrunn eigentlich mal wieder punkten. Der Vorletzte hatte sich ulängst vom Trainer getrennt, hat aber weiter neun Zähler Vorsprung auf Burgau. Der Aufsteiger kassierte bei der zwölften Niederlage auch in Landsberg beun Gegentreffer und ist die absolute Schießbude der Bayernliga.
Eishockey, Bayernliga: EHC Klostersee – ERV Schweinfurt Mighty Dogs: 6:4 ((1:1, 1:2, 4:1)
Tor für Schweinfurt: 1:1 (17:15) Tomas Cermak (Ilya Zheltakov, Petr Pohl), 2:2 (27:13) Pohl (Kristers Donins, Zheltakov), 2:3 (36:11) Georg Pinsack (Lucas Kleider, Collin Freibert), 5:4 (44:46) Zheltakov (Pohl, Donins – 4:5)
Strafminuten: Klostersee 12, Schweinfurt 12
Zuschauer: 482
Und hier noch der offizielle Bericht der Mighty Dogs:
Zwei Minuten Tiefschlaf kosten Punkte in Grafing
Zum Auftakt ins Wochenende ging es für die Mighty Dogs in die altehrwürdige „Scheune“ des EHC Klostersee. Vor dem Spiel stellte sich bei vielen die Frage, ob Ilya Zheltakov nach seiner Blessur aus dem Landsberg-Spiel wieder zurück im Kader ist. Zur Freude der gut 20 mitgereisten Fans war die Nummer 44 wieder auf dem Eis zu sehen – ebenso wie Nils Melchior, der nach überstandener Grippe ebenfalls wieder im Aufgebot stand. Zusätzlich standen Sergej Waßmiller und Semjon Bär der U20-Spieler der Selber Wölfe, Samuel Keck, zur Verfügung. Im Tor begann diesmal Benedict Roßberg, der seine Mannschaft mit zahlreichen Paraden im Spiel hielt.
Die Hausherren zeigten bereits in den ersten Minuten, worauf es an diesem Abend ankommen würde: Sie waren bereit, jeden Zweikampf zu gewinnen, und traten mit großer körperlicher Präsenz auf. Nach fünf Minuten kam es zu einer kleinen Einlage zwischen Lukas Krumpe und Kelvin Walz, aus der der Schweinfurter Verteidiger mit zwei Strafminuten mehr herausging. Das anschließende Powerplay des EHC Klostersee blieb jedoch erfolglos. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels sammelten Collin Freibert und Kevin Adam von den Mighty Dogs sowie Nicolai Quinlan, Matthias Baumhackl und Tobias Hilger jeweils zwei Strafminuten. Beide Mannschaften hatten am Ende des Spiels je 12 Strafminuten, die überwiegend in den ersten zwanzig Minuten zustande kamen.
Auch Tore gab es zu bestaunen: Den Anfang machten die Grafinger in Person von Simon Roeder, der in der 15. Spielminute das 1:0 erzielte. Zheltakov verlor die Scheibe im Zweikampf gegen zwei Grafinger, woraufhin die Hausherren sofort den Konter einleiteten und erfolgreich abschlossen. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Petr Pohl kam halbrechts zum Schuss, der von Lukas Steinhauer pariert wurde. Der Abpraller landete bei Ilya Zheltakov, der quer auf den freistehenden Tomas Cermak legte – 1:1! Dies war auch der Pausenstand nach zwanzig Minuten.
Im zweiten Spielabschnitt kamen die Hausherren deutlich besser aus der Kabine und gingen schnell mit 2:1 erneut in Führung. Kaum zwei Minuten waren gespielt, als Felix Kaller die Scheibe aus dem eigenen Drittel brachte und einen weiteren Konter einleitete. Kelvin Walz schnappte sich die Scheibe, kam mit viel Geschwindigkeit über rechts und ließ Benni Roßberg mit einem satten Schuss keine Chance – 2:1! Doch auch diese Führung hielt nicht lang. Diesmal war es Petr Pohl, der die mitgereisten Schweinfurter Fans jubeln ließ. Zheltakov spielte die Scheibe hinter dem Tor auf Kristers Donins, der sich zum Tor orientierte und den am zweiten Pfosten stehenden Pohl mustergültig bediente – 2:2.
Vier Minuten vor der zweiten Pause gingen die Mighty Dogs dann erstmals und leider auch zum einzigen Mal an diesem Abend in Führung. Lucas Kleider zog von der blauen Linie ab, und die Scheibe fand den Weg an Lukas Steinhauer vorbei ins Tor. Zunächst wurde das Tor Kleider zugeschrieben, kurze Zeit später aber korrigiert: Georg Pinsack hatte den Schuss entscheidend abgefälscht. 105 Sekunden vor der zweiten Pause traf Klostersee-Spieler Ole Krüger unglücklich die Scheibe ins Gesicht und blieb verletzt liegen. Aufgrund der Verletzung und des Blutes auf dem Eis wurde die Pause vorgezogen.
Bevor das letzte Drittel begann, wurden nach der Eisaufbereitung noch die verbleibenden 1:45 Minuten des zweiten Abschnitts gespielt. Nach dem Seitenwechsel wirkten die Gäste gedanklich komplett woanders. Die Grafinger drehten nicht nur das Spiel, sondern erzielten innerhalb von zwei Minuten gleich drei Treffer und bogen damit auf die Siegerstraße ein. Zunächst traf Ville Saloranta in der 42. Minute zum 3:3, nur 26 Sekunden später erhöhte Vitus Gleixner auf 4:3. Weitere 90 Sekunden später war es Julian Dengl, der auf 5:3 stellte. Die Trainer Sergej Waßmiller und Semjon Bär nahmen prompt eine Auszeit – mit Wirkung. Die Mighty Dogs spielten fortan körperbetonter, schnell und zielstrebig wie gewohnt. So war es Ilya Zheltakov, der nur eine Minute nach dem 5:3 im Powerplay auf 5:4 verkürzte und neue Hoffnung auf Punkte aufkeimen ließ. Chancen zum erneuten Ausgleich waren durchaus vorhanden, doch auch die Hausherren blieben gefährlich. Schlussendlich machte Philipp Quinlan sechs Minuten vor Ende mit dem 6:4 den Deckel drauf.
Für die Mighty Dogs war es die zweite Auswärtsniederlage in Folge, dennoch zeigte das Team Moral. Unterm Strich geht der Sieg für den EHC Klostersee in Ordnung. Die junge Schweinfurter Mannschaft wird aus der Partie sicherlich lernen müssen – denn am Sonntag, dem Tag des Teddy-Bear-Toss im Icedome gegen den TEV Miesbach, braucht es eine Leistungssteigerung. Eine weitere Niederlage möchte man unbedingt vermeiden. Die Miesbacher gewannen ihr Heimspiel gegen den ERSC Amberg mit 4:1 und zogen damit am ERV vorbei, der aktuell Platz vier belegt – mit sechs Punkten Vorsprung auf Rang fünf. Auch die Devils Ulm gewannen in Geretsried und schoben sich in der Tabelle nach vorne. Der EHC Königsbrunn drehte erneut einen Rückstand – diesmal ein 0:2 gegen die EA Schongau – und siegte am Ende mit 4:2. Die Königsbrunner bleiben Tabellenführer der Bayernliga.
Gegen den TEV Miesbach rufen die Fanclubs der Mighty Dogs wie erwähnt zum Teddy Bear Toss auf – zugunsten benachteiligter Kinder. Mitmachen kann jeder, und die „Spielregeln“ sind denkbar einfach:
neue oder gut erhaltene Teddybären oder Kuscheltiere mitbringen
keinerlei Beschränkung bei Größe oder Anzahl: Es soll schließlich Kuscheltiere regnen
beim ersten Tor der Mighty Dogs an diesem Abend dürfen sofort die Teddys von beiden Seiten der Ränge oder der oberen Tribüne aufs Eis geworfen werden
anschließend sammeln die Mighty Dogs Juniors und weitere Helfer die Kuscheltiere ein
die Übergabe erfolgt durch die Fanclubs Schweinfurter Plärrdeifl, Spersemer Eiswürfel und Bad Dogs an die Kindertafel Schweinfurt (Stefan Labus)
Die Mighty Dogs bedanken sich bereits jetzt für alle Kuscheltiere, die den Weg in den Icedome finden.
Statistik
TORE
Stand Zeit Team Torschütze 1. Unterstützung 2. Unterstützung
1:0 14:53 EHCK Roeder S. Kroha V. Saloranta V.
1:1 17:15 ERVS Cermak T. Zheltakov I. Pohl P.
2:1 21:58 EHCK Walz K. Kaller F.
2:2 27:13 ERVS Pohl P. Donins K. Zheltakov I.
2:3 36:11 ERVS Pinsack G. Kleider L. Freibert C.
3:3 42:00 EHCK Saloranta V. Walz K. Quinlan N.
4:3 42:26 EHCK Gleixner V. Roeder S. Krüger O.
5:3 43:54 EHCK Dengl J. Kauppila L. Kaller F.
5:4 44:56 ERVS Zheltakov I. (5-4) Pohl P. Donins K.
6:4 53:51 EHCK Quinlan P. Bosecker M. Gaschke F.
Strafen: EHC Klostersee 12 Minuten / Mighty Dogs Schweinfurt 12 Minuten
Zuschauer: 482 / SpradeTV: 235
Highlights & Pressekonferenz: https://www.sprade.tv/de/game/11897/ehc-klostersee-vs-schweinfurt-mighty-dogs/hl

