Erleichterung und Hoffnung: So kam der erste Profi-Fußball-Heimsieg der Schnüdel seit März 2002 zustande

Erleichterung und Hoffnung: So kam der erste Profi-Fußball-Heimsieg der Schnüdel seit März 2002 zustande

SCHWEINFURT – Exakt am 8. März 2002, also vor mehr als 23 Jahren, gewannen die Schnüdel letztmals ein Heimspiel im Profifußball. Beim 3:1 gegen die Spvgg Unterhaching, damals aus der 1. Bundesliga abgestiegen und eine große Nummer, traf Matthias Gerhardt doppelt.

4100 Zuschauer kamen damals, obwohl sich der Abstieg des FC 05 aus der 2. Liga längst abzeichnete. Mit der TSG Hoffenheim 2 war der Gegner diesmal weit weniger attraktiv (trotz des Kinderschwarms Nader El-Jindaoui, den gefühlt Dutzende Plakate grüßten und für den danach der Kabinen-Ausgang abgeriegelt wurde…). Trotzdem sollen es 3676 Fans gewesen sein, die den Schweinfurtern, obwohl auf Talfahrt, die Daumen drückten.

Und mehr als das: Heimspiel sieben der Saison entwickelte sich zu genau der Art von Fußballspiel, die man einfach lieben muss, wenn man Davids Chancen gegen Goliath an sich als minimal ausrechnen kann. Klar war´s ein Duell zweier Aufsteiger. Doch die Gäste kamen als bestes Auswärtssteam, gingen geschlagen, wobei einzig Trainer Stefan Kleineheismann ein Geschenk mit nach Hause in den Kraichgau nehmen dürfte: Einen fränkischen Freßkorb für den Mittelfranken aus Fürth, der an alter Wirkungsstätte fair gratulierte und dem FC 05 einen „verdienten Sieg“ bescheinigte.

„Wir sind nicht an unser Maximum gekommen und werden uns jetzt vor der Länderspiel-Pause schütteln“, erklärte Kleineheismann und entschuldigte sich für eine Unfairplay-Aktion: Für einen Einwurf, als die Schweinfurter den Ball vorher ins Aus spielten, den die Hoffenheimer nach einer Verletzungspause aber in den eigenen Reihen hielten. Das sorgte für Unmut auf den Rängen und für viel Hektik, verbunden mit Pfiffen gegen die Gäste.

„Ich werde Schweinfurt weiter verfolgen“, kündigte der TSG-Trainer an, „beim FC 05 wird top Arbeit geleistet!“ Die endlich zum Erfolg führte. „Das fühlt sich verdammt gut an. Ich bin stolz auf die Mannschaft“, strahlte Victor Kleinhenz. „Und ich freue mich für die leidensfähigen Schweinfurter Fans!“ Die in größerer Zahl als gedacht in die Riedel Bau-Arena des Sachs-Stadions kamen, wo man eigentlich eher mit vielleicht maximal 2000 Zuschauern rechnete. 3676 waren es offiziell.

„Wir haben es heute geschafft, dass der Gegner nie das richtige Tempo und Dynamik aufnehmen konnte. Wir haben alles gut weg verteidigt“, begründete Schweinfurts Coach den Erfolg. Aus der Pause, die länger dauerte als gedacht, weil der eine Linienrichter aufgrund von Kreislauf-Problemen ausgetauscht werden musste, kamen die Hausherren diesmal griffiger als beispielsweise vor ein paar Wochen gegen Aachen. Auch die Wechsel passten diesmal, wobei Johannes Geis und Manuel Wintzheimer durchspielten und Uche Obiogumu nach nur wenigen Minuten wieder vom Feld musste. Einerseits weil schnell mit Gelb vorbelastet, andererseits weil er zu oft und zu früh viele Bälle gleich wieder verlor. Das gefiel Kleinhenz gar nicht.

Weiter geht´s…. mit zunächst der dritten Länderspiel-Pause und dann vor Weihnachten mit einem durchaus noch netten Programm für die Schnüdel, die mit jetzt zehn Punkten Rückstand auf Aue und das rettende Ufer in den Tagen vor dem Fest ausgerechnet im Erzgebirge spielen, Genau terminiert ist das Duell genauso noch nicht wie das Heimspiel zuvor gegen den neuen Letzten aus Havelse (wohl 13.12.) und die mit Sehnsucht erwartete Auswärtspartie zuvor im Grünwalder Stadion (wohl an Nikolaus).

Fest steht: Es geht zuvor am Samstag, den 29.11., 16.30 Uhr, gegen Waldhof Mannheim, wo aktuell zwar die Euphorie akut gebremst ist, wenn aber dennoch zahlreiche Fans das Team begleiten werden und vor eine größere Kulisse sorgen. Am 22. November freilich dürfte ab 14 Uhr das V.I.P.-Zelt gut gefüllt sein, wo die Partie bei Hansa Rostock gezeigt wird. An die Ostsee fahren zwar auch einige Anhänger mit. Doch selbst die Daheimbleibenden dürften nun richtig heiß sein – wie auch die Gastgeber nach dem 5:0 jüngst in Ulm.

Noch ein Mittefranke neben Kleineheismann lässt die Frage erlaubt: War das der Gerd Klaus-Effekt? Sein SV Lauterhofen bestreitet als Vorletzter der Landesliga Nordost erst am Sonntag die Partie gegen den TSC Neuendettelsaus. Und deshalb konnte der Coach der Oberpfälzer am Samstag in der Riedel Bau-Arena des Sachs-Stadions wieder zuschauen, die Daumen drücken und vielleicht wertvolle Tipps geben als Ex-Trainer und neuer Berater der Schnüdel.

An einem Tag, an dem erstmals keine Musik aus der Kabine des Gegners erklang, als im bnenachbarten Raum die Pressekonferenz stattfand. Zwar nicht dort, aber danach wurde bekannt, dass der FC 05 in der Länderspielpause am Donnerstag, 13. November, ab 13.30 Uhr in Gotha ein Testspiel gegen Zweitligist 1. FC Magdeburg bestreitet. Mutmaßlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

FC 05: Toni Stahl – Nick Doktorczyk (ab 62. Lucas Zeller), Thomas Meißner, Luca Trskic (ab 81. Uche Obiogumu / ab 90. Michael Dellinger), Pius Krätschmer, Kristian Böhnlein, Johannes Geis (ab 90. Devin Angleberger), Ekin Celebi, Joshua Endres (ab 62. Lauris Bausenwein), Manuel Wintzheimer, Jakob Tranziska; Trainer: Victor Kleinzenz; auf der Bank und ohne Einsatz: Emil Zorn – Nico Grimbs, Kevin Fery, Luka Kalandia.

Es folgen nun ganz viele Fotos, zuvor ein Jubelvideo uns erst einmal das:

Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:

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