Oh, nein, die Theatersanierung wird schon wieder einige Millionen Euro teurer!

Oh, nein, die Theatersanierung wird schon wieder einige Millionen Euro teurer!

SCHWEINFURT – Droht der Stadt Schweinfurt das nächste Millionenloch? Es sieht fast so aus. Denn nachdem im April bekannt wurde, dass sich die Kosten für die Theatersanierung um einen gewaltigen Betrag auf wohl 62,3 Millionen Euro steigern werden, ist nun sogar von möglichen 70 Millionen die Rede.

Bei der Stadtratssitzung am Dienstag mussten die Verantwortlichen um den neuen Baureferenten Rüdiger Köhler (CSU) zugeben, dass in erster Linie die Entsorgungskosten für entdeckte Schadstoffe, Brandschutz-Dinge und eine schlechtere Bausubstanz als erwartet für diese Steigerung sorgen. Vieles davon sind im Raum stehende Forderungen der Baufirmen, die teils juristisch noch geprüft werden.

Das Gute: Das rund 60 Jahre alte Theater, das vor knapp 20 Jahren schon mal teilsaniert wurde, dürfte zum geplanten Zeitpunkt fertig werden. Die Spielzeit ab September 2027 soll wieder an gewohnter Stelle und nicht mehr im Gemeindehaus stattfinden.

Der Stadtrat, zumindest die Nicht-CSU-Parteien, reagierte mit Entsetzen auf die neue Zahl. SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Ralf Hofmann ärgerte einiges. Weil es im April hieß, „dass wir damit durch sind und wir die St eigerung deshalb zähnebeißend in den Tisch durchgewunken haben. Die Außenwirkung nun ist verhehrend, im höchsten Maße und zu tiefst unbefriedigend. Wir sind in eine fatale Lage versetzt worden. Das lässt nach Management-Fehlern fragen. Wir müssen uns Gedanken machen um Konsequenzen.“

Dr. Ulrike Schneider (Initiative Zukunft / ödp) glaubt: „Mit dem Stadtsäckel kann man es machen, bei eigenem Geldbeutel würden einige Stadträte nicht zustimmen.“ Erfreulich sei wenigstens die aanscheinend ausbleibende Verzögerung bei den Baumaßnahmen.

„Auch mich treibt´s um“, so Frank Firsching von der Fraktion der Linken. Er wollte Wissen, was das für Auswirkungen auf den Haushalt 2026 hat, wenn wohl erst die meisten neuen Rechnungen fällig werden. Und ob dann weitere Einsparungen an vielen anderen Stellen notwendig sind. Sein Fraktionskollege Robert Striesow fragte, ob nicht schon vor 20 Jahren der Asbest hätte gefunden werden müssen?

Und weiso man Asbest nun im Boden saniere, der dort ja an sich unberührt ist, fragte Dr. Reginhard von Hirschhausen von den Grünen. Die Antwort: Bei Baumaßnahmen sind Platten im Boden kaputt gegangen.

Für Richard Graupner (AfD) ist klar, dass man bei den heute bekannten Kosten angesicht der daramatischen Haushaltslage der den Beschluss der Sanierung vielleicht nicht verabschiedet hätte. Er sprach von „Vorleistung zulasten anderer Teilhaushalte“ und forderte Kürzungen bei der Kultur in der Zukunft, erntete damit Widerrede bei Peter Hofmann (SPD): Um Geld für die nächsten Spieleiten zu kürzen, habe man das Theater nicht saniert.

Adi Schön (Freie Wähler) glaubt, dass die Kosten anfangs mit 32 Milionen veranschlagt wurden. „Wo spar´ mer´s?, fragte er in Richtung der Finanzreferentin Dr, Barbara Keck und nahm dann Baureferent Köhler in Schutz: „E r bekommt nun Schläge für Dinge, die er nicht zu verantworten hat“

Stefanie Stockinger-von Lackum (CSU) weiß, dass die wenigsten, die Theater-Abos haben, Schweinfurter Stadtbürger sind. Aber ers sei halt wichtig, auch Schulen und Kindergärten würden es besuchen. Und: „Was wäre denn die Alternative? Die Baustelle so stehen lassen? Bei einem halbfertigen Theater wäre das Geld wirklich rausgeschmissen.“ Ihr Rat: „Weniger in klein klein verlieren!“

Auch ihr Parteikollege Klaus Rehberger will „die
Kirche im Dorf lassen. SPD hat damals mit Stolz erreichten lassen. Ein 60 Jahre altes Gebäude müsse halt man saniert werden. Schon vor zehn Jahren war der marode Zustand des Daches bekannt. Und die Kosten-Erhöhung sei weit nicht so gigantisch wie in Würzburg oder Coburg.

AuchTheresa Schefbeck von der CSU weiß: „Wir können keine Rolle rückwärts machen und haben verantwortungsvolles Personal da vorne sitzen, die alles dafür tun, die Kosten einzudämmen“

Kathi Petersen (SPD) will weiter sanieren, „und dann freuen wir uns, wenn es wiedereröffnet wird! Wir sollten schauen, dass wir von irgendwo noch Finanzmittel bekommen.“ Darauf hofft genauso FDP-Mann Georg Wiederer, der gehört haben will, dass Markus Söder bestimmt hilft. Ein Scheck des Ministerpräsidenten aus Freistaat-Mitteln könne Schweinfurt nun helfen.

1 Comment

  1. Heinrich Jüstel

    Über eine solche Zahl würden wir uns in Würzburg die Finger danach schlecken.🤣

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