Unzertrennbar: Der 67-jährige Hans Bauer aus Burghausen ist nahezu täglich mit dem Fahrrad unterwegs

Unzertrennbar: Der 67-jährige Hans Bauer aus Burghausen ist nahezu täglich mit dem Fahrrad unterwegs

BURGHAUSEN BEI WASSERLOSEN – Nicht allzu oft sieht man Hans Bauer aus Burghausen ohne Fahrrad, denn zwischen den beiden ist im Laufe der Zeit eine wahre Bindung entstanden.

Der 67-jährige ist leidenschaftlicher Radfahrer und wenn es geht, tagtäglich auf zwei Rädern unterwegs. Es sei denn, das Wetter ist wirklich ziemlich mies.

Zum fünften Mal bei der BR-Radltour dabei

So wie in diesem Jahr die ersten Tage bei der BR-Radl-Tour etwa, an der Bauer heuer bereits zum fünften Mal mit dabei war. Er nahm aber nicht alleine aus seinem Heimatdorf teil, denn mit Klaus Schneider hatte er einen Bekannten an seiner Seite, für den es mittlerweile auch schon die insgesamt dritte Teilnahme bei diesem Event war.

Die diesjährige Tour, an der 1000 Mitstreiter am Start waren, verlief zwischenzeitlich nahezu direkt vor der Haustür. In Bad Neustadt an der Saale gab es unter großem Jubel den Auftakt, um dann nach Hammelburg, Miltenberg und Ochsenfurt zu fahren. Ebenso wurde im mittelfränkischen Herrieden Station gemacht, um letztendlich nach fünf Tagen und 570 Kilometern glücklich das Ziel im oberbayerischen Neuburg an der Donau zu erreichen.

Als Hans Bauer von der BR-Radltour erzählt, funkeln seine Augen und er gibt zu: „Es hätte mich echt geärgert, wenn ich in diesem Jahr nicht mitgefahren wäre!“. Dabei kommt er natürlich mit vielen weiteren Radfahrern in Kontakt, mit denen er sich austauscht, aber auch mit einigen Prominenten, die die Tour, die seit 1990 vom Bayerischen Rundfunk organisiert wird, ein Teilstück begleiten und einige Kilometer mitfahren. Im letzten Jahr war sogar Ministerpräsident Markus Söder dabei.

Innenminister Joachim Herrmann war Gesprächspartner

In bester Erinnerung bleibt für Bauer aber jedoch das Treffen mit Innenminister Joachim Herrmann, mit dem er sich ausgiebig unterhielt. „Die BR-Radltour ist schon ein riesiges Erlebnis und auch logistisch hervorragend organisiert!“, so der Burghäuser, der sich sofort daran erinnert, dass die Polizei für die Teilnehmer sogar kurzzeitig extra eine sechsspurige Bundesstraße zum Überqueren sperren musste.

Zwischen den BR-Radltouren ruht sich Hans Bauer natürlich nicht aus und ist sehr viel mit seinem Fahrrad unterwegs. Er kennt die Radwege in der Umgebung wie seine Westentasche. Da wird, wenn es sein muss, schnell noch vor dem Abendessen eine kleine Tour gemacht, sich auf den Sattel geschwungen und ein paar Kilometer zum lockeren Tagesausklang gefahren.

Froh ist er, dass beim Neubau der Kreisstraße 1 zwischen Altbessingen und Schwebenried gleichzeitig nun parallel ein komfortabler Fahrrad- und Wirtschaftsweg geschaffen wurde und hierbei an die Fahrradfahrer gedacht wurde. Was ihm aber nicht so gefällt ist, dass seit nunmehr bald 20 Jahren der Radweg Richtung Schwebenried einfach so abrupt an der Landkreisgrenze endet und es keine direkte Anbindung an den Nachbarort gibt.

Vor kurzem hat er sich darüber auch mit Thorsten Schwab, dem Landtagsabgeordneten aus dem Stimmkreis MSP unterhalten. Hier wünscht sich der passionierte Radfahrer sehnsüchtig endlich einen finalen Lückenschluss um die Anbindung und vor allem die Sicherheit zu verbessern.

„BurgosRadler“ sahnten ab

Stolz hingegen ist der 67-jährige über das Erreichte beim diesjährigen „Stadtradeln“. Dies war eine dreiwöchige Aktion im Frühsommer des Jahres, für die der Landkreis Schweinfurt in Zusammenhang mit dem Städtenetzwerk „Klima-Bündnis“ warb. An diesem Wettbewerb nahmen innerhalb der 21 Tage rund 800 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Schweinfurt teil, darunter auch eine stattliche Gruppe von 16 Personen aus Burghausen, die von Bauer organisiert und „verwaltet“ wurde.

Per WhatsApp mussten die Damen und Herren ihre gefahrenen Kilometer am Tagesende mitteilen. Einige Einwohner von Burghausen verzichteten in diesem Zeitraum auf ihr Auto und nahmen stattdessen das Rad zur Arbeit. So hatte diese Aktion auch einen umweltfreundlichen Aspekt. Am Ende der drei Wochen waren die Burghäuser mit durchschnittlich 475 Kilometern pro Mitglied sogar das „fahrradaktivste“ Team und holten sich verdient Platz 1.

Dazu wurden die „BurgosRadler“, wie sich die Gruppe nennt, gemeinsam mit Wasserlosens Bürgermeister Anton Gößmann zur Siegerehrung ins Landratsamt mit Landkreischef Florian Töpper eingeladen. Auch die besten Einzelleistungen wurden hierbei ausgezeichnet. Ganz oben auf dem Treppchen war Hans Bauer, der mit 2601 zurückgelegten Kilometern absoluter Champion bei den Männern war.

Bericht von Dominik Zeißner

Bild 1 (Foto: Hans Bauer) = Seit knapp zwei Jahrzehnten endet nach Burghausen der Radweg in den Nachbarlandkreis jäh. Ein großer Wunsch, vor allem der Radler aus Burghausen, wäre endlich der Lückenschluss, um auf einen Radweg sicher nach Schwebenried zu gelangen.

Bild 2 (Foto: Hans Bauer) = Mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (rechts) unterhielt sich Hans Bauer während der BR-Radltour 2024 prächtig.

Bild 3 (Foto: Melina Bosbach-Nemeth) = Bei der Aktion „Stadtradeln 2025“ holten sich die „BurgosRadler“, so nennt sich die Radfahrergruppe aus Burghausen, in der Gruppenwertung ab fünf Personen den ersten Platz. Bei der Siegerehrung im Landratsamt war neben dem Schweinfurter Landrat Florian Töpper (links) auch Wasserlosens Bürgermeister Anton Gößmann (5.v.l.) dabei.

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