Aktionstag zum Tag der Wohnungslosen unter dem Motto: „Eine Bank ist kein Zuhause“

Aktionstag zum Tag der Wohnungslosen unter dem Motto: „Eine Bank ist kein Zuhause“
Fotografin: Susanne Brand

SCHWEINFURT – „Wohnen ist ein Menschenrecht – kein Privileg.“ Mit diesem Leitsatz erinnerten die Mitarbeiter:innen des Diakonischen Werkes Schweinfurt e.V. beim Aktionstag zum Tag der Wohnungslosen am 11. September 2025 daran, dass Wohnungslosigkeit jeden treffen kann.

Bereits zum dritten Mal organisierte die Diakonie diese Aktion. In diesem Jahr konnten sich Interessierte zwischen 10 und 12 Uhr vor der Bahnhofsmission am Schweinfurter Hauptbahnhof über die Beratungs- und Unterstützungsangebote der Wohnungsnotfallhilfe informieren.

Ein wachsendes gesellschaftliches Problem

Die Wohnungsnot in Deutschland verschärft sich stetig. Aktuellen Schätzungen zufolge leben inzwischen über 600.000 Menschen ohne eigene Wohnung. Besonders in Städten und Ballungsräumen bleibt bezahlbarer Wohnraum Mangelware, während der soziale Wohnungsbau vielerorts rückläufig ist. Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und junge Erwachsene. Viele müssen mittlerweile mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen, was nicht selten existenzielle Probleme nach sich zieht. Sabina Klüpfel, Abteilungsleitung Sozialberatung und Armutsfragen derDiakonie Schweinfurt, unterstreicht: „Wohnungslosigkeit ist ein Thema, das uns alle angeht. Jeder von uns könnte in eine solche Situation kommen – ob durch Trennungen, Schicksalsschläge oder Ähnliches.“

Angebote und Anlaufstellen der Diakonie Schweinfurt

Am Aktionsstand standen die Teams der Projekte WoFA (Wohnraum für Alle) sowie der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) für Gespräche und Beratung zur Verfügung. Ziel war es, niedrigschwellig über die eigenen Angebote zu informieren und für mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu sorgen.

Sophia Seitz von der KASA Schweinfurt betont die Bedeutung solcher Aktionen: „Es ist sehr wichtig, die Öffentlichkeit für das Thema Wohnungslosigkeit zu sensibilisieren und gleichzeitig über vorhandene Beratungsangebote zu informieren. Nur wenn die Anlaufstellen bekannt sind, können Betroffene die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Je früher Betroffene sich an uns wenden, desto größer ist der Handlungsspielraum, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und Perspektiven zu schaffen.“

Auf dem Bild: Die Mitarbeiterinnen der Diakonie Schweinfurt organisierten einen Informationsstand zum Tag der Wohnungslosen vor der Bahnhofsmission in Schweinfurt.
Fotografin: Susanne Brand

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