GOCHSHEIM – Insgesamt wirkten bei den diesjährigen Kontrollen und Säuberungen der Nistkästen 13 Naturfreunde des Vereins für Gartenbau und Landespflege Gochsheim, des LBV und des Vogelschutzvereins Schweinfurt mit.
Sie holten die über 500 in den Gochsheimer Waldgebieten Esbachholz (Espig), Oberholz und Rückerschlag von den Bäumen, kontrollierten und registrierten den Inhalt, räumten danach die Kästen aus und säuberten sie, wenn nicht gerade noch Fledermäuse darin wohnten.
Vorsicht war geboten, da neben Nachfaltern oft auch Hornissen und Wespen Nachmieter der ausgeflogenen Vögel und Fledermäuse werden, mitunter aber auch Siebenschläfer und Mäuse.
Zurückgelassene Eier, Federn und der Kot lassen Rückschlüsse auf die früheren Bewohner zu. Bei den Vögeln sind am häufigsten Kohl- und Blaumeisen, aber auch Trauerschnäpper und Halsbandschnäpper, Kleiber und Haus- und Gartenrotschwänze zu finden. Die verschiedenen Fledermausarten bevorzugen Holzbetonröhren, da diese kaum Licht einlassen.
Unbeliebte Störenfriede sind die Spechte, die immer häufiger vorkommen und sich weder durch Bleche noch durch den Holzbeton davon abhalten lassen, mit ihrem Schnabel Öffnungen in die Kästen zu klopfen.
Die Kontroll- und Säuberungsaktionen wurden ab 1984 fast vierzig Jahre lang durch Karl und Helene Günzel geleitet, die beide als Fachleute für Ornithologie und Fledermauskunde galten. Besonders nach dem Tod ihres Mannes bekam Helene Günzel Unterstützung durch den LBV und Vogelschutzverein Schweinfurt und den VGL Gochsheim. Familie Günzel hatte diese Aufgabe von H. Lamb übernommen, der seit 1965 diese Erfassung durchgeführt hatte.
Inzwischen sind die Brutkästen GPS-mäßig erfasst, die Nummerierung dient nur noch als zusätzliche Absicherung.
Neben Dr. Ernst Bartels, Erwin Pfister, Werner Böhnlein, Edgar Hetterich, Marlis Heyer und Jürgen Grabsch waren bei den diesjährigen Aktionen im Einsatz: Oskar und Maria Bekirov, Sonja Müller, Anke und Raimund Rödel, Christine Lueger und Chris McRoberts.
Die auf diese Weise gewonnenen Daten geben Aufschluss über sich verändernde Populationen bei Vogel- und Fledermausarten.
Auf den Bildern:
In wechselnder Besetzung kontrollierten und säuberten die Naturfreunde die in den Gochsheimer Waldstücken Esbachholz, Rückerschlag und Oberholz aufgehängten über 500 Nistkästen. Hier von links: Dr. Ernst Bartels, Erwin Pfister, Werner Böhnlein, Edgar Hetterich, Marlis Heyer und Jürgen Grabsch.
Die in den Nistkästen vorgefundenen Relikte geben Aufschluss über die bisherigen Bewohner. Oft sind auch zurückgelassene Eier darunter.
Marlis Heyer holte den nummerierten Nistkasten vom Baum und Dr. Ernst Bartels und Edgar Hetterich kontrollierten den Inhalt und räumten den Kasten aus.
Text/Fotos: Peter Volz
Werden nur einzelne zurückgelassene Eier in den Nestern gefunden, waren diese vielleicht nicht befruchtet, sind es aber ganze Gelege, können die Eltern vielleicht gestört oder getötet worden sein.
Foto: Dr. Ernst Bartels




