WÜRZBURG – Bindungserfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln, beeinflussen unser Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Besonders prägend sind dabei die Erlebnisse in der frühen Kindheit. Der Fachtag der „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“ widmete sich deshalb dem Einfluss früher Bindungserfahrungen auf das spätere Leben.
120 Fachkräfte aus den Bereichen Beratung, Frühpädagogik und Medizin folgten der Einladung von Stadt und Landkreis Würzburg und kamen im Landratsamt Würzburg zusammen. Landrat Thomas Eberth eröffnete die Veranstaltung und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Bindungen für ein gesundes Aufwachsen. Auch die neue Sozialreferentin der Stadt Würzburg, Eva von Vietinghoff-Scheel, richtete ein Grußwort an die Anwesenden.
Fachtag beleuchtet lebenslange Auswirkungen von Bindungserfahrungen
Dr. Adelheid Lang, Psychologin und bindungsorientierte Eltern- und Erwachsenenberaterin, gab in einem mehrteiligen Vortrag Einblick in den aktuellen Stand der Bindungsforschung. Mithilfe eindrucksvoller Videobeispiele zeigte sie auf, wie Kinder auf Trennung und Wiedervereinigung reagieren und wie sich diese frühen Erfahrungen in späteren Beziehungen widerspiegeln. Besonders deutlich wurde: Was Kinder in den ersten Lebensjahren erleben, beeinflusst sie oft ein Leben lang – auch im Hinblick auf ihre spätere Rolle als Mutter oder Vater.
Ein zentrales Anliegen war es, Fachkräfte für den Einfluss von Bindungserfahrungen auf Beratungssituationen zu sensibilisieren. Dabei wurde beleuchtet, wie unbewusste Verhaltensmuster die Gestaltung von Beziehungen beeinflussen. Denn wer versteht, was die Auslöser für ein bestimmtes Verhalten sind, kann darauf gezielt eingehen und besser unterstützen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen zu teilen und sich zu vernetzen. Landrat Thomas Eberth betonte die große Verantwortung, die in der Arbeit mit Familien liegt: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Kinder gute Startchancen erhalten und Familien nicht allein gelassen werden, wenn sie Hilfe brauchen.“
Die Mitarbeiterinnen der KoKi und der Leiter der Jugend- und Familienarbeit, Marcel Brunner, zeigten sich erfreut über die hohe Beteiligung und den intensiven Austausch. Der Fachtag unterstrich einmal mehr, wie bedeutend eine bewusste Auseinandersetzung mit frühkindlichen Bindungen für das gesunde Aufwachsen und die zwischenmenschliche Entwicklung ist.
Ansprechpartnerinnen für weitere Informationen
Beim Landratsamt Würzburg sind Christine Dawidziak-Knorsch und Bianca Wolf unter der Telefonnummer 0931 8003-5825 oder per E-Mail an koki@lra-wue.bayern.de erreichbar. Weitere Informationen finden sich auch online unter www.koki-lra-wue.de.
Bei der Stadt Würzburg stehen Silvia Engert und Stefanie Forster für Fragen zur Verfügung. Sie sind telefonisch unter 0931 372721 oder per E-Mail an koki@stadt.wuerzburg.de erreichbar. Weitere Informationen sind unter www.wuerzburg.de/koki abrufbar.
Auf dem Bild: Silvia Engert (von links), Stefanie Forster, Sozialreferentin Eva von Vietinghoff-Scheel, Bianca Wolf, Christine Dawidziak-Knorsch, Dr. Adelheid Lang, Landrat Thomas Eberth und Marcel Brunner freuen sich über einen gelungenen KoKi-Fachtag.
Foto: Christina Hössel

