Vor dem Gastspiel in Nürnberg: Gut möglich, dass Tausendsassa Markus Einsiedler für die Schnüdel heuer nochmal wichtig wird

Vor dem Gastspiel in Nürnberg: Gut möglich, dass Tausendsassa Markus Einsiedler für die Schnüdel heuer nochmal wichtig wird

NÜRNBERG / SCHWEINFURT – Natürlich wär´s schon am Samstag eine dieser Fußballgeschichten gewesen, die man so gerne liest. Ähnlich wie Thomas Müller am Dienstag kam der sogar noch ein Jahr ältere Markus Einsiedler für den FC 05 gegen Ansbach zu einem späten Einsatz. Er aber verpasste für die Schnüdel den Ausgleich bei der zweiten Heimniederlage in Folge.

Mehr zum mittlerweile 36-Jährigen nachher. Vorher darf Victor Kleinhenz das jüngste 1:2 des Regionalliga-Tabellenführers aufarbeiten. Was intern anscheinend schnell gelang. Denn beim Pressegespräch am Mittwoch ging der Blick ausschließlich nach vorne. Und nicht zurück. Auch nicht in der Tabelle, wo die Würzburger Kickers nach dem Sieg am Dienstag ausgerechnet in Ansbach wie auch Bayreuth bis auf sechs Punkte an die Schweinfurter heranrückten. Denen werden freilich noch drei Zähler vom nicht stattgefundenen TürkGücü-Spiel gutgeschrieben und vielleicht weitere drei von der „Hängepartie“ Schwaben Augsburg. Sechs Spiele vor Rundenschluss ein schönes Polster. Kurz noch zu Markus Einsiedler, der sagt: „Wir brauchen nicht auf die Anderen zu schauen. Ich bin mir sicher, dass es reichen wird, wenn wir unsere Hausaufgaben machen!“

Die nächste Prüfung lautet: Valznerweiher, Samstag beim 1. FC Nürnberg 2. Bei 53 Gegentoren (der FC 05 kassierte 29) ist klar, wie der Club-Nachwuchs verwundbar sein wird. Auf „wilde Spiele“ würden es die Mittelfranken gerne anlegen, weiß Coach Kleinhenz. Wie jüngst beim 4:4 bei Schlusslicht Bamberg, wie Anfang März beim 4:5 in Augsburg, wie zuvor bei zwei 3:3-Spielen, wie beim 1:4 in Schweinfurt. „Die werden extrem aktiv auftreten – und gegen solche Mannschaften haben wir schon immer gut ausgesehen. Wir brauchen aber auch ein Gespür dafür, zur richtigen Zeit mal das Tempo rauszunehmen und auf die Bremse zu treten.“

Personell schaut es auch dank des großen Kaders gut aus. Kevin Frisorger ist wieder integriert, „er braucht nicht lange, um wettkampffähig zu werden“, weiß der Trainer. Angeschlagen sind Leo Langhans, Joshua Endres und Lucas Zeller, Jakob Transiska fällt krank aus, Julian Kudala, Max Wolf und Elias Wehner fehlen eh.

Zurück zu Markus Einsiedler: Kann gut sein, dass für ihn wieder die Stunde schlägt bei noch vom Abstieg bedrohten Nürnbergern. „Man hat zuletzt gesehen, dass er bei uns noch einen wichtigen Part übernehmen kann“, sagt Kleinhenz nach den jüngsten Einwechslungen der Routiniers. „Er weiß, wo die Kiste steht und ist unfassbar ehrgeizig. Und er würde sicher gerne eine noch tragendere Rolle einnehmen.“ Fast hätte er gegen Ansbach noch getroffen…

Im Jahr eins nach Adam Jabiri muss es ja gar nicht ausgeschlossen sein, dass Einsiedler auch mal länger spielen kann. Diese Saison waren es 90 Minuten beim Pokal in Oberschwarzach und ansonsten zusammen rund 33 Minuten als Einwechselspieler mit immerhin dem entscheidenden und späten 2:1 bei Hankofen-Hailing am zweiten Spieltag. Wenn der FC 05 Meister wird, hat der gebürtige Oberbayern auf alle Fälle einen Anteil daran.

Die „Markus Einsiedler-Story“ ist eine durchaus interessante. Beim SV Söchtenau vor den Toren Rosenheims begann seine Karriere, die ihn dann zu Wacker Burghausen führte. Beim TSV 1860 Rosenheim hatte er in der Regionalliga einige gute Jahre, traf beispielsweise 2017/18 einmal bei einem 2:2 gegen die Schnüdel, stieg aber 2013/14 nach zwei Relegationsduellen mit Schweinfurt vorübergehend in die Bayernliga ab mit dem heutigen Landesligisten.

17 Tore in zwei Jahren bei Unterhaching sind gezählt, beim jetzigen Drittliga-Schlusslicht hatte er 2015 seine größten Momente, als er im DFB-Pokal beim 2:1 gegen den damligen Bundesligisten FC Ingolstadt doppelt traf und in Runde zwei beim 3:0 (!) gegen Red Bull Leipzig ebenso. Erst danach war Schluss, gewann Leverkusen trotz einer 1:0-Führung der Unterhachinger. Nach dem Drittliga-Aufstieg wechselte er jedoch zurück nach Rosenheim, spielte dort bis Corona, danach kurz für die Spvgg Bayreuth. Ehe die „Markus Einsiedler-Story“ nun noch interessanter wird…

Er hatte lust auf etwas Exotisches, „und ich wollte mal in einer ersten Liga spielen! Dass das in beispielsweise Italien nicht klappen wird war klar. Dafür war ich dann doch zu schlecht“, lacht er. Und berichtet von Kontakten nach Estland oder Finnland, was sich beides aber zerschlug. Also wurde es Luxemburg mit den Stationen Etzella Ettelbrück und Jeunesse Esch. Mit ein paar schönen Erlebnissen. Ehe seine Leidenszeit begann.

Es war nach der Saison und im Urlaub. „Ich konnte weder sitzen noch liegen“, beschreibt er den Schmerz bei einem Bandscheibenvorfall. Einsidler hatte in der Summe sogar deren vier. Ein Jahr musste er komplett aussetzen. Im Sommer 2023 versuchte er es wieder beim FC 05. Unsere Bilder zeigen ihn zusammen mit dem sportlichen Leiter bei der Verpflichtung und dann bei einem ersten Einsatz im Testspiel beim TSV Abtswind mit sichtlich ein, zwei Kilo zu viel auf den Rippen.

Der nächste Rückschlag folgte mit wieder einem verlorenen Jahr. „Konkurrenzfähig bin ich eigentlich erst wieder seit diesem Winter“, sagt Einsiedler, der sich eher als Zehner sieht und nicht als klassischer Mittelstürmer. Der zwischenzeitlich Lehramt studiert hatte, der beim Referendariat am Gynasium in Feuchtangen seine Freundin Nicky kennenlernte. Sie wohnt im Sommerhausen bei Würzburg, weshalb die von Tochter Lilly, inzwischen drei Jahre alt, komplettierte Familie heute dort wohnt.

Lehrer ist Markus Einsiedler aber nur in Teilzeit für einen Tag an einer Schule in Iphofen, ansonsten arbeitet er als IT´ler für einen E-Commerce. Dauerhaft in den Schuldienst zieht es ihn nicht, „irgendwas mit Sport“ könnte er sich auch vorstellen. „Ich bin eher ein Tausendsassa, der nicht 40 Jahre lang das Gleiche machen will!“ Fußballspielen möchte er über die Saison hinaus weiterhin. Diesmal würde er den Verein nicht verlassen bei einem Aufstieg. Falls der FC 05 jedoch nicht verlängern will, könnte die spannende Karriere beim Kreisligisten SG Sommerhausen/ Winterhausen ausklingen. Dann mit sicher mehr Spielzeit und gewiss einigen Toren…

In Schweinfurt stellte der Haupt- und Finanzausschuss im Rathaus am Dienstag die Weichen. So wie es ausschaut, wird Ende April der Stadtrat das absegnen, was für den FC 05 notwendig ist: Die Gelder für einen Ausbau des Stadion, für auf alle Fälle eine Rasenheizung und eine zweite Sitztribüne noch in diesem Sommer. Um die Voraussetzungen zu schaffen für die 3. Liga, zu der eine Zahl eigentlich rein gar nicht passt: In Nürnberg und damit bei einem der näheren Auswärtsspiele rechnen die Schnüdel mit gerade mal 150 mitreisenden Fans. Die ganz große Euphorie kommt also noch immer nicht auf…

Weiter unten noch ein paar Infos zu einem Training für Talente.

FC 05: Talenttraining für den Jahrgang 2017 am 4. Mai

Die Nachwuchsabteilung des Fußball-Regionalligisten FC Schweinfurt 05 führt ein abwechslungsreiches Talenttraining für den Jahrgang 2017 unter professioneller Anleitung des Trainerteams durch.

– Du bist sportlich, motiviert und total verrückt nach Fußball
– Du bist 2017 geboren
– Du hast Lust auf ein Training an unserem Nachwuchsleistungszentrum
Dann laden wir dich herzlich ein, an einem Training bei uns im Stadion teilzunehmen.

Wann: Sonntag 04.05.2025 von 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Wo: Sachs Stadion, Ander-Kupfer-Platz 2, 97424 Schweinfurt

Für eine bessere Planung bitten wir um rechtzeitige Voranmeldung per E-Mail, Telefon oder Whats-App
Ansprechpartner:
Riedel Leonard
E-Mail: U9@FCSchweinfurt05.de
Telefon: 0152/29641118

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