WÜRZBURG – „Jederzeit wieder“, lautet das beiderseitige Fazit nach einer Begegnung des „pax christi“-Diözesanvorstands mit Bischof Dr. Franz Jung und Domkapitular Albin Krämer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge und selbst Mitglied von „pax christi“, am Montag, 24. März, im Würzburger Bischofshaus.
Geschäftsführerin Doris Ofenhitzer und Vorstandsmitglied Hermann Simon stellten die katholische Friedensbewegung vor, die während des Zweiten Weltkrieges als Gebetsbewegung zwischen Frankreich und Deutschland entstanden war, schreibt die Bewegung in einer Pressemitteilung.
„pax christi“ sei maßgeblich an der Versöhnung zwischen Deutschland und Polen beteiligt gewesen und setze sich weltweit vor allem für die gewaltfreie Bewältigung von Konflikten, Abrüstung sowie zivile Friedensdienste ein. Erster bischöflicher Präsident von „pax christi“ Deutschland war Kardinal Julius Döpfner. Geistliche Begleiterin Susanne Warmuth informierte über die Pläne für den Katholikentag 2026 in Würzburg, Dr. Werner Lick von „pax christi“ Rottendorf legte dar, wie die Integrationsarbeit über Jahre hin das Klima im Ort positiv geprägt hat.
Die neu gewählte Vorsitzende Barbara Häußler, Verbindungsfrau zum Partnerprojekt „Mirna Luka“ im bosnischen Banja Luka, wies auf die prekäre Lage im Land hin. Putin beeinflusse die serbisch-nationalistischen Strömungen vor Ort massiv. Christine Rauch („pax christi“ Aschaffenburg) legte dar, wie die Gruppe zusammen mit anderen Organisationen nach der Messerattacke auf eine Kindergartengruppe am 22. Januar Gesprächsangebote, Mahnschweigen und Gebete organisierte. Laut Rauch werde die Stadt aktuell zum Ort rechtsgerichteter Demonstrationen, zu denen vor allem Menschen von weither kämen. „Aber das ist nicht die Stadt. Wir stehen hier für Vielfalt und die Achtung von Menschenrechten.“
Bischof Jung erzählte, wie sehr ihn nach den Jugoslawienkriegen die vielen Kriegsversehrten und Berichte über Massaker berührt hätten, ebenso wie die Tatsache, dass aktuell in Veitshöchheim ukrainische Männer zwischen 17 und 71 Jahren für die Verteidigung ihres Landes trainiert würden. Er wünsche sich eine hilfreiche Friedensethik. Man müsse viel Einsatz bringen, um die aktuell noch vorhandene Weltordnung zu verteidigen. Die „pax christi“-Vertreter mahnten, zivile Maßnahmen von Versöhnung und Konfliktbearbeitung wieder stärker in den Blick zu nehmen.
Auf dem Bild © Albin Krämer | Der „pax christi“-Diözesanvorstand zu Besuch bei Bischof Dr. Franz Jung (von links): Geschäftsführerin Doris Ofenhitzer, Christine Rauch (Aschaffenburg), Vorstandsmitglied Hermann Simon, Bischof Jung, geistliche Beirätin Susanne Warmuth, Vorsitzende Barbara Häußler und Vorstandsmitglied Dr. Werner Lick.