SCHWEINFURT – E. T. A. Hoffmanns »Das Fräulein von Scuderi« war 1819 die erste deutschsprachige Kriminalgeschichte. 107 Jahre später machte Paul Hindemith mit »Cardillac« aus dem Stoff einen Opernkrimi nach dem Geschmack der Zeit. Eine Theaterfahrt führt das Schweinfurter Publikum jetzt am Freitag, 17. April 2026 zum Staatstheater Meiningen.
(Abfahrt am Theater im Gemeindehaus um 17:30 Uhr – Achtung: Nur noch wenige Restkarten erhältlich). Dort ist der rhythmusgetriebene 20er-Jahre-Dreiakter in der Inszenierung von Giulia Giammona unter der Musikalischen Leitung von GMD Killian Farrell zu erleben. Und darum geht es: In Paris sorgt ein Serienmörder für Aufsehen, der seinen Opfern den Schmuck abnimmt, den diese zuvor beim angesehenen Goldschmied Cardillac erstanden haben. Keiner ahnt, dass Cardillac selbst der Täter ist, der sich von seiner Kunst nicht trennen kann. Der Goldschmied ist ein Getriebener, dessen mörderischer Wahn sogar den Liebhaber seiner Tochter trifft. Nicht nur einen düsteren Krimi, sondern mehr noch ein Künstlerdrama schuf Hindemith, der den Fokus auf die Konflikte zwischen der gesellschaftlichen »Normalität« und dem Anderssein des Einzelnen lenkt.
»Sissi – so nah wie nie« heißt das Musical von Georg Stampfer und Johann Müller, das am Samstag, 18. April um 19:30 Uhr und am Sonntag, 19. April um 14:30 Uhr im Theater im Gemeindehaus zu erleben ist. Diesem ungewöhnlichen Musical gelingt etwas völlig Neues: Es gewährt durch einen dramaturgischen Kunstgriff tiefe Einblicke in das Innenleben der Prinzessin und späteren Kaiserin. Ihre Sehnsüchte, Träume, Nöte und Ängste werden intensiv spürbar. Ganze drei Figuren benötigt der Abend dafür: Sissi, ihren Mörder Luigi Lucheni und natürlich Kaiser Franz Joseph. Sie begegnen sich in einem Zwischenreich nach dem Tod und halten eine faszinierende Rückschau auf ihr Leben und ihre Verflechtungen. Beim Wiedersehen im Jenseits gibt es einiges zu klären… Live ausgeführte Lichtprojektionen schaffen intime Räume für die Beziehungs-, Gefühls- und Gedankenwelten der Figuren. Die Orchestermusik wurde eigens für diese Produktion vom Rundfunkorchester Bratislava eingespielt.
Ben Kim in Concert am Mittwoch, 22. April um 19:30 Uhr im Theater im Gemeindehaus: Der Pianist spielt »Sechs kleine Klavierstücke« von Schönberg, Balladen von Chopin sowie Schumanns Fantasie in C-Dur. Ben Kim wurde als Sohn südkoreanischer Eltern in Portland, Oregon, geboren und lebt inzwischen in Berlin. Der Gewinner des 55. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, dessen Spiel von der Süddeutschen Zeitung als geradezu euphorisierend und voller Vitalität beschrieben wurde, konzertiert weltweit in renommierten Sälen. 2017 wurde Ben Kim beim Rheingau Musik Festival der LOTTO-Förderpreis verliehen, mit dem jährlich ein außergewöhnliches Nachwuchstalent ausgezeichnet wird. Die internationale Jury, die ihn »eine der wohltuendsten Ausnahmeerscheinungen unter den Pianisten seiner Generation« nannte, begründete ihre Entscheidung damit, »dass er eine brillante Technik und ein unglaubliches Gespür für interpretatorische Feinheiten hat«. Ben Kim trat auch bei internationalen Festivals wie dem Klavier-Festival Ruhr, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Rheingau Musikfestival, den Sommets Musicaux de Gstaad, dem EuroArt Prag, dem Aspen Music Festival und dem Ravinia Festival auf.
Eine zeitgenössische Komödie, die sich durch Wortwitz und Spielfreude auszeichnet, ist »Nein zum Geld!« von Flavia Coste. Sie ist bei uns zu sehen am Freitag, 24. April 2026 um 19:30 Uhr. Zum Inhalt: Richard (Jonas Stüdemann) ist ein echter Glückspilz – er hat gewonnen. Viele Millionen. Im Lotto. Es wäre genug, um sich erstklassiges Essen für große Feiern liefern zu lassen, mit seiner Frau Marie auf große Reise zu gehen, die Alltagspflichten von anderen erledigen zu lassen. Mit seinem Freund und Geschäftspartner Stefan könnte er ohne Rücksicht auf staatliche Fördermittel ökologisch kluge Altersheime auf Pfählen errichten, seine Mutter Rosi in die höhere Gesellschaft mitnehmen, damit sie endlich einen Mann findet, der ihren Ansprüchen genügt. Aber er will das alles nicht. Er will sich an seinem Leben freuen, wie es ist. Doch da hat er die Rechnung ohne die anderen gemacht, denn die anderen finden das überhaupt nicht witzig und versuchen ihn mit allen Mitteln davon abzubringen. Doch wie weit wird die Gruppe gehen, wenn Richard stur bleibt?
Farm der Tiere – Das Musical am Dienstag, 28. April um 19:30 Uhr ist schon fast ausverkauft. Es gibt noch Restkarten. George Orwells politische Fabel aus dem Jahr 1945 ist eine scharfsinnige Allegorie auf totalitäre Systeme. Bei uns gibt es die Punk-Rock-Musical-Fassung der Geschichte von Oliver Graf. Die von Manuel de Rien komponierte Musik treibt die Handlung voran und sorgt für einen intensiven Theaterabend. George Orwells politische Fabel aus dem Jahr 1945 ist eine scharfsinnige Allegorie auf totalitäre Systeme. Sie thematisiert Unterdrückung, Machtmissbrauch und den zerbrechlichen Traum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Karten können an der Tageskasse im Museum Otto Schäfer und im Bürgerservice, Markt 1, 97421 Schweinfurt bezogen werden. Telefon Theaterkasse: (09721) 51 4955 – Online-Vorverkauf und weitere Informationen auf
www.theater-schweinfurt.de
Fotos: Tim Müller, Anke Neugebauer, Wallner – Austrian Classic Philharmony



