SCHWEINFURT / STAMMHEIM – Die Region trauert um Reiner Wirsching. Der aus Stammheim stammende einstige Bundesliga-Fußballer ist am Samstag im Alter von 63 Jahren seinen schweren Kopfverletzungen erlegen, die er sich am späten Donnerstagabend bei einem tragischen Fahrradunfall zugezogen hatte.
Spätestens ab Freitag hatte sich die Meldung verbreitet und das Gerücht machte die Runde: Dr. Reiner Wirsching ist am Donnerstagabend mit dem Fahrrad schwer verunglückt. Gegen 21:45 Uhr war er laut Polizeibericht den Radweg entlang der Bundesstraße 286, von Poppenroth kommend in Richtung Bad Kissingen, unterwegs.
Er kam alleinbeteiligt zu Fall und zog sich hierbei schwerste Kopfverletzungen zu. Ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer fand den Verunfallten neben seinem Rad liegend und verständigte sofort den Notruf. Die eingesetzten Rettungskräfte leisteten sofort Erste Hilfe und verbrachten den Mann in eine Klinik.
Wie sich herausstellte, wurde er von einem einem Reh umgerannt und stürzte auf den Kopf, ohne einen Helm zu tragen. Die Folge war laut seines Bruders Dieter Wirsching ein schwerer Schädelbasisbruch mit starken Blutungen. Die Ärzte gaben ihm keine Überlebenschancen.
Dr. Reiner Wirsching, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmediziner, stammte aus Stammheim, spielte zunächst bei seinem Heimatverein Fußball, kam erst Mitte 20 zum FC 05 in die Bayernliga, wechselte aber schon 1988 und noch vor dem Aufstieg der Schnüdel in die 2. Bundesliga zum Club nach Nürnberg, wo er von 1989 bis 1992 in 72 Partien 14 Tore er zielte und sogar fast zum Kandidaten für die Nationalmannschaft wurde.
Danach ging er zurück zum FC 05, dann nochmals zum TSV Vestenbergsgreuth, um ein Teil der Mannschaft zu werden, die 1994 den FC Bayern München im Pokal besiegte. An der Seite des heutigen Heidenheim-Trainers Frank Schmidt oder Ex-Schnüdel-Keeper Ralf Scherbaum. Anschließend spielte Reiner Wirsching noch für den SC Weismain und den Würzburger FV, wo er auch mal kurzzeitig als Trainer tätig war.
Dr. med. Reiner Wirsching war Fußball-Weltmeister bei den Weltspielen der Medizin mit der deutschen Ärzte-Nationalmannschaft. Von 2002 – 2019 betreute er als Mannschaftsarzt den 1. FC Schweinfurt 05 sowie von 2002 – 2014 das Eishockey-Team des ERV Schweinfurt. Seit 2020 war er als Mannschaftsarzt beim Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen tätig.
Unsere drei Bilder zeigen Dr. Reiner Wirsching bei einem Interview im Sachs-Stadion, als Mannschaftsarzt auf der Bank neben den beiden Co-Trainers Norbert Kleider und Stefan Braungardt sowie als Spieler links neben seinem Bruder Dieter (rechts) und in der Mitte Ersatz-Keeper Marius Todericiu, der bereits 2019 mit nur 49 Jahren verstarb.




