Kritik an der Schließung der Rotkreuzklinik in Würzburg: „Gesundheit ist keine Ware!“

Kritik an der Schließung der Rotkreuzklinik in Würzburg: „Gesundheit ist keine Ware!“

WÜRZBURG – Am 25. März wurden die letzten Patientinnen und Patienten aus der Rotkreuzklinik in Würzburg entlassen und der Betrieb endgültig eingestellt. Ein Teil der Beschäftigten wurde vom Klinikum Würzburg Mitte übernommen, viele andere, insbesondere Mitarbeitende aus Service, Verwaltung sowie Teile des ärztlichen Personals, verloren jedoch ihre Arbeit.

Die Schließung der Klinik ist für den Würzburger Bundestagsabgeordneten der Fraktion Die Linke, Aaron Valent, ein gesundheitspolitischer Skandal. Mit einem Schlag gehe nicht nur ein wichtiger Teil der medizinischen Versorgung verloren, auch rund 80 Beschäftigte seien betroffen.

„Das ist kein tragischer Einzelfall, sondern das Ergebnis einer Politik, die Krankenhäuser dem Markt ausliefert“, erklärte der Abgeordnete. Die Entwicklung stehe exemplarisch für den zunehmenden wirtschaftlichen Druck im Gesundheitswesen. „Krankenhäuser sollen Leben retten, nicht Gewinne erwirtschaften. Doch genau dazu zwingt die aktuelle Politik die Einrichtungen“, so seine Kritik. Wer nicht profitabel sei, verschwinde, das sei „zynisch und gefährlich“.

Besonders kritisch bewertet er den Umgang der Klinikleitung mit der Situation. Bis heute fehle eine transparente Aufklärung der Hintergründe. „Dass Beschäftigte und Öffentlichkeit so im Unklaren gelassen werden, ist völlig inakzeptabel. Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, warum diese Entscheidung getroffen wurde.“

Der Fall sei ein Warnsignal, auch über Würzburg hinaus. Ohne politische Konsequenzen drohe ein weiteres Kliniksterben. „Gesundheit ist keine Ware. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und muss endlich auch so behandelt werden.“

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