WILDFLECKEN – Was passiert eigentlich im Gefechtssimulationszentrum des Heeres? Darüber informierten sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar, Mitglied des Verteidigungsausschusses, und Bad Brückenaus Bürgermeister Jan Marberg bei einem gemeinsamen Besuch in der Rhön-Kaserne in Wildflecken.
Sabine Dittmar muss schmunzeln, als Oberst Christian Gnerlich ihr mitteilt, dass es für ihren Heimatort Maßbach schlecht aussieht. Zumindest in der Gefechtssimulation, die der Oberst und sein Team der SPD-Bundestagsabgeordneten vorstellen.
Der Besuch von Sabine Dittmar und Jan Marberg soll den Politikern nämlich nicht nur theoretische Einblicke in die Strukturen und Arbeitsweisen des Gefechtssimulationszentrum gewähren. Den Politikern soll anhand einer gerade stattfindenden Übung gezeigt werden, wie in Wildflecken bereits heute das Gefecht von morgen simuliert wird.
Mit Hilfe hochentwickelter, computergestützter Simulationen werden in der Rhön-Kaserne in Wildflecken komplexe Gefechte ganzer Brigaden und Divisionen realitätsnah abgebildet. In diesem Fall ein fiktiver Angriff einer „südfränkischen“ gegen eine „nordfränkische“ Armee mit Panzergefechten rund um Maßbach und den Landkreis Rhön-Grabfeld.
Der Standort Wildflecken nimmt innerhalb der Bundeswehr eine zentrale Rolle als moderne Übungseinrichtung für die Großverbände des Heeres ein. Anders als bei klassischen Truppenstandorten liegt der Schwerpunkt in der Rhön-Kaserne auf der Beübung von Gefechtsständen und Stäben, insbesondere auf Brigade- und Divisionsebene.
„Wir bringen hier die Führungskräfte ins Schwitzen – und genau das ist notwendig“, betont Oberst Christian Gnerlich, der das Gefechtssimulationszentrum des Heeres seit 2025 leitet. Ziel sei es, insbesondere Brigade- und Divisionsführungen auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung vorzubereiten.
Die Ausbildung folgt dabei konsequent dem NATO-Führungsprozess. Systeme wie SIRA und KORA ermöglichen es, Führungsentscheidungen unter nahezu realen Bedingungen, wie Zeitdruck oder unvollständiger Lage, zu trainieren.
„In Wildflecken wird deutlich, wie entscheidend moderne Ausbildung für die Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte und für die unserer Partner ist“, zeigt sich Sabine Dittmar beeindruckt und führt weiter aus: „Die Wildfleckener Unterstützung der Ukraine ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit Europas“.
Denn seit 2023 betreibt das Gefechtssimulationszentrum parallel zu seinem originären Betrieb zusätzlich den sogenannten „Ausbildungs-HUB SOUTH“, der unter anderem die Ausbildung Ukrainischer Brigadestäbe gewährleistet und unter dessen Regie seitdem gut 4000 ukrainische Soldaten ausgebildet wurden.
Die Ausbildung der Ukrainer in der Rhön-Kaserne geht dabei weit über einfache Gefechtsübungen hinaus. Sprachmittler sowie speziell ausgebildete Mentoren aus dem gesamten Bundesgebiet begleiten die Übungen und Simulationen, um eine effektive Wissensvermittlung zu gewährleisten. „Profis bilden Profis aus!“, bringt Oberst Christian Gnerlich den Anspruch, den er und sein Team haben, auf den Punkt.
„Der Standort Wildflecken ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern ein zentraler Baustein für die Sicherheitsarchitektur in Europa“, unterstreicht Bürgermeister Jan Marberg die Bedeutung des Standorts für die Region und darüber hinaus.
Die wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Der Ausbau digitaler Simulationen, die zunehmende Einbindung internationaler Partner und der steigende Bedarf an Ausbildung im Kontext der Landes- und Bündnisverteidigung unterstreichen die strategische Relevanz des Gefechtssimulationszentrums des Heeres.
Auf dem Bild: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar (links) und der Bad Brückenauer Bürgermeister Jan Marberg besuchten das Gefechtssimulationszentrum der Bundeswehr in der Rhön-Kaserne in Wildflecken. Oberst Christian Gnerlich (rechts) informierte die beiden Politiker über die Bedeutung und die Arbeit der Einrichtung.
Foto: Büro Dittmar / Holger Schmitt

