MWANZA / WÜRZBURG – Die Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza in Tansania ist um eine Erfahrung reicher: Ein Container mit gespendeten Gütern ist nach intensiver Planung und einer langen Reise bei den Partnern in Ostafrika angekommen.
An der Umsetzung waren zahlreiche Akteure beteiligt. Neben dem Internationalen Büro der Stadt Würzburg spielte insbesondere der Partnerschaftsverein M.W.A.N.Z.A. e.V. eine zentrale Rolle. Dessen Aktivitäten reichen von der Förderung frühkindlicher Bildung über soziale Projekte bis hin zu Robotik-Workshops für Kinder. Auch der Verein „Mein Ball, Dein Ball e.V.“ engagierte sich stark im Zusammenhang mit der Abwicklung des Transports.
Ein wesentlicher Teil der Städtepartnerschaft ist auch die medizinische Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Forschungseinrichtungen beider Städte. Diese wird im Else Kröner Center Würzburg-Mwanza (EKC) gebündelt.
Gemeinsam organisierten diese Akteure den Versand eines Übersee-Containers mit gespendeten Gütern für verschiedene Partner in Tansania. Dazu zählten medizinische Geräte aus den Beständen der Missioklinik und des Juliusspitals (heute Klinikum Würzburg Mitte) sowie des Rudolf-Virchow-Zentrums der Universität Würzburg. Die Geräte befinden sich in einem guten Gebrauchszustand und wurden in Würzburg vor allem aus technischen Gründen ausgemustert. Für Gesundheitseinrichtungen in Mwanza, etwa das Bugando Medical Centre, können die mobilen Röntgenstationen, Inkubatoren, Zentrifugen und Patientenmonitore jedoch weiterhin von großem Nutzen sein.
Darüber hinaus wurden drei Sprinterladungen mit Trikots, Shorts und weiteren neuwertigen Sportartikeln durch eine Sammelaktion des Vereins „Mein Ball, Dein Ball e.V.“ bereitgestellt. Dank der Erfahrung des Vereins im Versand von Containern konnten alle Beteiligten von dessen Expertise profitieren. Die Sportartikel gehen an den tansanischen Partner Sports Charity Mwanza. Der Verein eröffnet Kindern und Jugendlichen durch Sport neue Perspektiven und fördert Gemeinschaft, Integration sowie persönliche Entwicklung.
Ein großer Teil des Containers wurde zudem mit Paletten voller Computer und Bildschirme bestückt, die der Partnerschaftsverein M.W.A.N.Z.A. e.V. für Schulen in der Partnerstadt zur Verfügung stellt.
Mit Beteiligung weiterer Fachbereiche der Stadt Würzburg, darunter die Regietruppe des städtischen Bauhofs und Die Stadtreiniger, sowie mit logistischer Hilfe des Vereins „Liebe im Karton e.V.“ konnte der Container am 11. November beladen und auf den Weg gebracht werden. Das ließ auch Oberbürgermeister Martin Heilig aufhorchen: „Es macht mich stolz zu sehen, dass unterschiedliche Fachbereiche der Stadt sich über ihre reguläre Arbeit hinaus gemeinsam für ein solches Projekt engagieren. Auch die Würzburger Zivilgesellschaft ist mit Herz dabei. Das ist ein wichtiges Zeichen und verdient große Anerkennung!“
Aufgrund der unsicheren Lage im Roten Meer wurde die Route über den Atlantik und rund um das Kap der Guten Hoffnung gewählt. Nach etwa zehn Wochen erreichte das Containerschiff den Hafen von Daressalam.
Dort kam es zunächst zu administrativen und logistischen Verzögerungen, bevor der Container schließlich per LKW nach Mwanza transportiert werden konnte. Der Würzburger Partnerschaftsbeauftragte für Mwanza, Alexander Kückes, begleitete die Ankunft vor Ort: „Nach der aufwendigen Vorbereitung und der langen Überfahrt bin ich sehr erleichtert, dass die Entladung reibungslos verlaufen ist.“
Bei der Verteilung der verschiedenen Güter leisteten vor allem das lokale Start-up MITzKITS, aber auch das Technik-Team des Bugando-Krankenhauses wertvolle Unterstützung. „Die Vielfalt und das Engagement der Partner in Würzburg und Mwanza beeindrucken mich immer wieder – dieses Projekt hat das erneut eindrucksvoll gezeigt“, so Kückes. „Trotz einiger Herausforderungen konnten wir die Aktion gemeinsam erfolgreich abschließen.“
Auch die Direktorin des Bugando-Krankenhauses, Sister Dr. Alicia Massenga, zeigt sich beeindruckt. „Besonders die beiden Röntgen-C-Bögen sind überaus hilfreich für unsere Arbeit“, so die Leiterin des zweitgrößten Krankenhaus-Komplexes in Tansania. „Am Ende sind es unsere vielen Patienten, die von den Geräten profitieren. In ihrem Namen möchte ich mich bei allen Akteuren bedanken, und hoffe weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.“
Die Zeichen stehen gut, dass die vielfältigen Kooperationen tatsächlich fortgeführt und ausgebaut werden. Immerhin feiert die Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza in diesem Jahr ihr 60. Jubiläum und ist lebendig wie selten zuvor. Am 16. Juni organisiert die Stadt aus Anlass des Jubiläums einen Festakt im Ratssaal. Geplant sind musikalische Beiträge sowie ein abwechslungsreiches inhaltliches Programm.
Die Stadt Würzburg bedankt sich bei Engagement Global GmbH für die finanzielle Förderung mittels Transportkostenzuschuss, und bei der REKA Wellpappe GmbH & Co. KG für die kostenlose Bereitstellung von 50 Faltkartons.
Auf den Fotos:
- Im November 2025 beladen (v.l.n.r.) Tobias Winkler, Liebe im Karton e.V.; Nina Kreiling, Michal Kopriva, beide Würzburg International, Thomas Barcatta, MWANZA e.V., und Alexander Kückes, KEpol (Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik), Würzburg International, den Übersee-Container mit den Spenden für Mwanza
Foto: Peter Heunisch - Im März 2026 trifft der Container auf einem Lkw in Mwanza ein
Foto: Alexander Kückes - Die vielen Spendenkartons werden nach ihrer Bestimmung sortiert
Foto: Alexander Kückes - Medizinische Geräte werden am Bugando Medical Centre vorsichtig entladen
Foto: Alexander Kückes - Die Direktorin des Bugando Medical Centres, Sr. Dr. Alicia Massenga (Mitte) freut sich mit Wilson Mabala, MITzKITS Mwanza, Dr. Samson Kichiba, Direktor der chirurgischen Abteilung, Alexander Kückes, KEpol (Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik), Würzburg International und Sister Maryjesca Christopher, Leiterin des Beschaffungswesens, (v.l.n.r.) über den eingetroffenen Container mit medizinischem Gerät
Foto: Esther Kayandy Gasanoga





