MAINFRANKEN – Stift, Zettel, Kreuz – wirklich kompliziert ist es nicht, im Betrieb ein Wörtchen mitzureden: Noch bis Ende Mai laufen die Betriebsratswahlen. Möglich sind die in allen Firmen in Mainfranken, in denen fünf oder mehr Beschäftigte arbeiten.
Dabei zählen Vollzeit- und Teilzeitkräfte genauso wie Azubis und Mini-Jobber. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen.
Von der Industrie über das Handwerk bis zur Dienstleistung: In Schweinfurt gibt es rund 2.440 Unternehmen mit 62.200 Beschäftigten. In rund 46 Prozent der Firmen kann in Schweinfurt ein Betriebsrat gewählt werden, so die IG BAU Mainfranken. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
Im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt es rund 3.020 Unternehmen mit 40.800 Beschäftigten. In rund 40 Prozent der Firmen kann im Landkreis Rhön-Grabfeld ein Betriebsrat gewählt werden. Im Landkreis Haßberge sind es rund 3.030 Unternehmen mit 37.300 Beschäftigten und 41 Prozent, im Landkreis Schweinfurt 3.440 Unternehmen mit 36.900 Beschäftigten und rund 38 Prozent.
Für Städte oder Landkreise Würzburg, Kitzingen, Bad Kissingen oder Main-Spessart nennt die IG Bau leider keine Zahlen. Vielleicht kann man in diesen Regionen ja auch keine Betriebsräte wählen…
„Gerade Handwerker in Mainfranken sollten ihre Chance, einen Betriebsrat zu wählen, besser nutzen: in Bauunternehmen genauso wie bei Dachdecker- oder Malerbetrieben. Da ist nämlich noch viel Luft nach oben, wenn es um die Interessenvertretung der Beschäftigten gegenüber dem Chef geht“, sagt Michael Groha von der IG BAU Mainfranken.
Aber auch in der Gebäudereinigung sei ein Betriebsrat wichtig: „Immer wieder gibt es gerade in der Reinigungsbranche in der Region Ärger um Dienstpläne, um Urlaub und um fehlende Zulagen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Vor allem aber auch, wenn der faire Tariflohn nicht gezahlt wird. In solchen Fällen ist der Betriebsrat ein wichtiges Sprachrohr gegenüber der Chef-Etage“, sagt Michael Groha.
Für den Bezirksvorsitzenden der IG BAU Mainfranken ist der Betriebsrat ein „wichtiges Instrument, um Konflikte hinterm Werkstor zu lösen“. Vor allem auch dann, wenn es um Arbeitsplätze gehe: „Wenn Jobs wackeln, setzt der Betriebsrat alles daran, Kündigungen zu vermeiden. Auch Azubis können sich auf den Betriebsrat verlassen, wenn es bei der Ausbildung hakt“, so Groha. Außerdem kümmere sich ein Betriebsrat um die Fortbildung am Arbeitsplatz.
Mit einem Betriebsrat im Unternehmen laufe es deutlich besser, so die IG BAU Mainfranken. „Es ist wie mit der Superzahl beim Lotto: Mit einem Betriebsrat hat man einfach bessere Chancen, mehr für sich herauszuholen. Aber das hat nichts mit Lotterie zu tun. Die Vorteile, die man mit einem Betriebsrat hat, sind ein garantierter Gewinn für alle in der Firma“, macht Michael Groha deutlich.
Wer in Mainfranken auf dem Bau, in der Gebäudereinigung, im Garten- und Landschaftsbau, in der Forst- oder Landwirtschaft arbeitet, kann sich bei Fragen rund um den Betriebsrat an die IG BAU Mainfranken wenden. Die Gewerkschaft unterstützt Beschäftigte, die in ihrer Firma einen Betriebsrat wählen oder neu gründen wollen: 09 31 – 322 83 70 oder wuerzburg@igbau.de.
Auf dem Bild: „Wahlzeit“ hinterm Werkstor: In Mainfranken sollen Belegschaften zu Stift und Zettel greifen und Kreuze machen. Die IG BAU Mainfranken ruft zu Betriebsratswahlen auf.
Fotomontage: IG BAU | Florian Göricke

