„Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“: Leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit

„Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“: Leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit
Foto Vedova: Vedova, Plurimo, 1963/64. Privatsammlung Berlin, Foto Gunter Lepkowski

NEUMARKT IN DER OBERPFALZ – Seit 22. März lädt das Neumarkter Museum Lothar Fischer zu seiner großen Frühjahrs-Sonderausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ ein (bis 14.Juni).

Der venezianische Künstler, der ab November 1963 achtzehn Monate in Berlin im ehemaligen Atelier des Bildhauers Arno Breker, dem heutigen Kunsthaus Dahlem, arbeitete, setzte sich kritisch mit der NS-Zeit und der jüngsten Geschichte des Landes auseinander und schuf Werke, die sich auf diesen Kontext bezogen. Die Schau legt den Fokus auf seine Berliner Zeit und präsentiert 30 Arbeiten der Jahre 1963 bis 1965, einer bedeutenden Werkphase, in der der Maler künstlerisch neue Wege beschritt.

Neben Arbeiten auf Papier entstanden seine raumgreifenden „Plurimi“, bewegliche Bildtafeln, mit denen er die Malerei in den Raum hinein öffnet. Diesen Raumplastiken, ihrer Dynamik, Wandelbarkeit und Expressivität liegt nicht nur eine „Theorie der Bewegung“ zugrunde, sondern auch eine Auseinandersetzung mit den politischen Spannungen der „Insel-Stadt“, wie Emilio Vedova Berlin nannte. Die Ausstellung ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, kritisches Denken und künstlerische Unabhängigkeit – Themen, die heute aktueller sind denn je.

Auch die Künstlergruppe SPUR, die Lothar Fischer 1957 mitbegründete, interessierte sich für Vedovas höchst eigenständiges, international angesehenes Werk. (www.museum-lothar-fischer.de/ausstellungen/vorschau).

Foto Vedova: Vedova, Plurimo, 1963/64. Privatsammlung Berlin, Foto Gunter Lepkowski

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