Die Tür zum Klassenerhalt einen großen Spalt geöffnet: Der TSV Bad Königshofen zog mit einem 3:0-Sieg gegen Grünwettersbach auf vier Punkte Richtung Klassenerhalt davon

Die Tür zum Klassenerhalt einen großen Spalt geöffnet: Der TSV Bad Königshofen zog mit einem 3:0-Sieg gegen Grünwettersbach auf vier Punkte Richtung Klassenerhalt davon

BAD KÖNIGSHOFEN – Das 3:0 des TSV Bad Königshofen (Vorletzter) gegen den ASC Grünwettersbach (Letzter) war nicht irgendein Tischtennis-Spiel. Es war schon mal der erste Heimsieg des TSV in der Rückrunde, der zweite in der Saison insgesamt.

Wer gewinnen würde, käme höchstwahrscheinlich um den Abstieg aus der TTBL herum. Jetzt hat der TSV vier Punkte Vorsprung und das um vier Spiele bessere Spielverhältnis. Und es sind noch je zwei Spiele zu absolvieren: der TSV in Mühlhausen und gegen Bad Homburg, der ASC gegen Bergneustadt und in Grenzau. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung blinzelt den TSV´lern zu.

Die Badener aus dem Südosten Karlsruhes wurden von über 100 mitgereisten Fans ebenso leidenschaftlich unterstützt wie die Grabfelder von den Franken und Thüringern. Wer von beiden Fanclubs von wem die fast identischen Songs und Anfeuerungsrufe kopiert hat, war nicht zu erschließen. Josef Weber von den Königshöfer Pingpong-Ultras machte mit seiner Aktion überdeutlich, wer den TSV sportlich am meisten in diese Eliteliga gebracht hatte. Er ernannte mit einer unter die Haut gehenden Rede Kilian Ort, beim TSV immer „Eigengewächs“ genannt, zum Ehrenmitglied der Ultras. Den aktuellen Trainer von Grünwettersbach wohlgemerkt.

Die ersten beiden Einzel waren an Dramatik kaum zu überbieten. Es waren Serien-Spiele, mit Sätzen, in denen jeweils einer von beiden weit davonzog. So wie Bastian Steger gegen den Briten Tom Jarvis. Die Stimmung war zuerst bei den Gästen zuoberst, weil Jarvis mit 11:2 der Königshöfer Euphorie einen Bremsklotz unterschob.

Doch Steger drehte erst mal genau das 11:2 um, gewann dann zwei Sätze mit Minimalabstand. Im dritten Satz war bei 10:10 die Spannung auf dem Siedepunkt, als würden die nächsten zwei Ballwechsel schon über Abstieg oder Klassenerhalt entscheiden. Dann wurde die Arena zum Tollhaus. Als Steger abgefeiert war, ließ er sich, fix und fertig, auf den Stuhl fallen, und auf der Kilian-Ort-Tribüne war erst mal wieder alles im Lot. Basti hatte seinem Team einen Spalt die Tür zum Klassenerhalt geöffnet.

Vergrößern konnte diesen nun Daniel Habesohn gegen Tiago Apolonia. Der ist der um sechs Tage Ältere der beiden 39-Jährigen. „Wir haben bestimmt schon mehr als 100 Mal gegeneinander gespielt“, bekannte der Österreicher, „seit unserer Schulzeit immer wieder.“ Und Dany, der Tiago bereits im Hinspiel bezwungen hatte, schaffte es wieder – in einem mitreißenden Fünf-Satz-Spiel – mit gleich drei Serien-Sätzen. Den zweiten entschied er mit 11:3 für sich, verlor den dritten nach 1:10 mit 5:11 und holte sich den vierten mit 11:1. Wodurch er so viel Selbstvertrauen mit in den fünften nahm, dass er ihn mit 11:6 gewann.

Nun konnte also ausgerechnet Andre Bertelsmeier (auf dem Bild) den Sack zumachen, der allerdings von seinen drei Einzel-Siegen im TSV-Trikot noch keinen in dieser Halle geholt hatte. Jung- (20) gegen Alt-(34)-Nationalspieler Ricardo Walther. „Ich komme aus einer schweren Rückenverletzung und bin immer noch nicht so fit, dass ich der Mannschaft, so wie ich möchte, helfen kann“, erklärte Ric. Die zwei fehlenden Asiaten auf beiden Seiten, Xue Fei und Hiroto Shinozuka, waren indes nie ein Thema.

Dauerten die ersten zwei Einzel zusammen 85 Minuten, machte Bertelsmeier den Sack in 25 relativ schnell und fest zu. Und Kilian Ort war hinterher noch länger in der Phase mit den gläsrigen Augen: „Wir haben ja seit November nicht mehr gewonnen. Aber diese Fans haben es nicht verdient, dass wir hier 0:3 untergehen und vielleicht runter müssen.“

Bastian Steger – Tom Jarvis 3:1 (2:11/11:2/12:10/11:9)
Daniel Habesohn – Tiago Apolonia 3:2 (9:11/11:3/5:11/11:1/11:6)
Andre Bertelsmeier – Ricardo Walther 3:0 (11:6/11:6/11:9)
Zuschauer: 760

Text und Foto: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

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