Der TSV Bad Königshofen unterliegt zwar beim Ersten Borussia Düsseldorf, holt sich aber Selbstvertrauen für diesen Sonntag

Der TSV Bad Königshofen unterliegt zwar beim Ersten Borussia Düsseldorf, holt sich aber Selbstvertrauen für diesen Sonntag

DÜSSELDORF / BAD KÖNIGSHOFEN – Was für ein hochklassiges Spiel des Vorletzten TSV Bad Königshofen beim Ersten Borussia Düsseldorf. Es war weit mehr als eine Generalprobe für das Highlight am Sonntag (14 Uhr) gegen das Schlusslicht ASC Grünwettersbach.

Wobei der Rekordmeister der Tischtennis-Bundesliga seine Bestbesetzung aufbot: Aus Respekt vor den Königshöfern, gegen die er in der ARAG-Arena schon einige Male verloren hat. Und weil man tunlichst in den Playoffs als Erster dem Fan-Zhendong-Club Saarbrücken aus dem Weg gehen will.

Apropos Fan: Dass ihn der Borussia-Manager Andi Preuß den Saarländern abgeluchst und für die nächste Saison verpflichtet hat, war das Gesprächsthema Nummer eins vor dem Spiel. Kein Wort indes von Xue Fei, den die Königshöfer nicht auf der Liste hatten, weil von wesentlich weniger Interesse und dadurch der Unterschied des wirtschaftlichen Potenzials der beiden Vereine TSV und Borussia noch eklatanter raus käme.

Mit dieser Vorschau in die nächste Saison war es aber spätestens vorbei, als aktuell die große Tischtennis-Show im dritten Satz des ersten Duells zwischen dem US-Amerikaner Kanak Jha und Andre Bertelsmeier angekommen war. „Irgendwie musste ich mich erst an diese Arena gewöhnen, weil ich sonst immer in einer der beiden anderen Hallen im selben Komplex trainiere“, erklärte der junge TSV´ler Bertelsmeier (20) hinterher bei DYN.

Jha machte viel Druck und drängte damit seinen Gegner zu weit vom Tisch weg. Doch dann ging Andre selber mehr Risiko und deutete zumindest in diesem Satz (11:6) sein Potenzial an. Weshalb er auch für die deutsche Nationalmannschaft bei der nächsten Team-WM in London nominiert wurde. Es war der erste Satzgewinn für Königshofen nach der 0:9-Sätze-Niederlage gegen Bergneustadt.

Dennoch musste er seinen Team-Leader Basti Steger mit einem 0:1 ins zweite Match gegen Yongyin Li (26) schicken. In seinem ersten Spiel als 45-Jähriger zeigte Basti eine überragende Leistung. Womit er die Königshöfer Fangruppe zumindest in die Überzeugung versetzte, dass man mit so einer Einstellung der beiden TSV´ler hier bis zur Pause mit breiter Brust und Selbstbewusstsein in jenes Anti-Abstiegs-Duell am Sonntag gehen kann. Dabei kämpfte Basti wie der Löwe, dem er auf der Werbebande vor und dann hinter sich in die Augen schauen konnte. Wozu bei seiner Konzentration natürlich keine Sekunde Zeit blieb.

Dabei bestätigte Steger mehrfach im Verlauf der fünf heiß umkämpften Sätze, dass er sich aus jeder noch so aussichtslosen Situation befreien kann, frei nach dem Motto „Schreib´ niemals einen Steger ab!“ Den ersten Satz gewann er nach 4:9-Rückstand noch mit 15:13, wehrte zuerst vier Satzbälle ab und nutzte seinen zweiten. Heißer sollte seine Mannschaft nicht zu machen sein vor dem Grünwettersbach-Match, als sich diesen Satz gemeinsam noch einmal anzuschauen.

Im dritten kam er noch mal nach 3:8 auf 9:11 ran. Den vierten gewann er klar und den fünften, nach Wahnsinns-Ballwechseln, total abgezockt mit 11:8. Dann ließ Steger alles raus, was sich angestaut hatte: die Fäuste geballt, die Arme oben und das mit einer Bogenspannung nach hinten im Rücken, dass man um einen normalen 45-er Angst und Bange haben müsste.

Nachdem Filip Zeljko gegen Anton Källberg ohne Siegchance war, hätte Steger gegen Jha im Einserduell noch einmal zaubern müssen. Wer weiß, wenn er in dem total ausgeglichenen Match im vierten Satz (10:12) ein wenig mehr Fortune gehabt hätte! Vielleicht kommt es am Sonntag zurück.

Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:1
Kanak Jha – Andre Bertelsmeier 3:1 (11:5/11:7/6:11/11:7)
Yongyin Li – Bastian Steger 2:3 (13:15/11:3/11:9/7:11/8:11)
Anton Källberg – Filip Zeljko 3:0 (11:9/11:4/11:6)
Jha – Steger 3:1 (11:5/11:8/6:11/12:10)
Zuschauende: 820

Rudi Dümpert für www.mainfranken.news

Comments

No comments yet. Why don’t you start the discussion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert