OLDENBURG / WÜRZBURG – Den Fitness First Würzburg Baskets ist am 25. Spieltag der easyCredit BBL ein wichtiger Auswärtssieg gelungen. Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich das Team von Headcoach Sasa Filipovski mit 85:79 bei den EWE Baskets Oldenburg durch.
Nach der ersten Halbzeit lagen die Hausherren dank einer starken Dreierquote mit 45:39 in Führung, nach der Pause holten die Gäste einen zwischenzeitlichen Rückstand von neun Zählern auf und machten in einer bis zum Schluss hart umkämpften Partie in der Crunchtime alles klar.
Marcus Carr ging nach einem Ballgewinn von Brae Ivey an die Freiwurflinie und sorgte mit 24 Sekunden auf der Spieluhr für den entscheidenden 83:77-Vorsprung. Carr war zusammen mit Oldenburgs Chris Clemons (jeweils 23 Punkte) Topscorer der Partie und verteilte außerdem 11 der 27 Würzburger Assists – am Ende fehlten dem MVP-Kandidaten nur 3 Rebounds für ein Triple-Double. „Oldenburg hat hart gekämpft und es uns schwer gemacht, aber wir sind jetzt wieder in der Spur“, sagte Carr hinterher.
Weiter geht es für die Fitness First Würzburg Baskets nach einem spielfreien Wochenende mit dem nächsten wichtigen Auswärtsspiel am 1. April bei Aufsteiger Vet-Concept Gladiators Trier. Gegner im nächsten Heimspiel am 4. April (Karsamstag, 20 Uhr) in der tectake Arena ist Rasta Vechta.
Durch den 15. Saisonsieg haben die Baskets, unabhängig vom Ausgang des Spiels zwischen den beiden Konkurrenten Ulm und Bonn am Montagabend, ihren Platz unter den sechs besten Teams der Liga verteidigt. Das gelang ohne ihren besten Dreierschützen: Davion Mintz war aufgrund seiner schmerzhaften Rippenprellung weiterhin zum Zuschauen verurteilt.
Die Dreierquote war es auch, die in der ersten Halbzeit den Unterschied ausmachte: Vor allem dank Tomislav Zubzic, der bei sechs Versuchen gleich viermal von außen traf, konnten die EWE Baskets Oldenburg (54 Prozent Dreierquote vor der Pause) mit einer Sechs-Punkte-Führung in die Pause gehen.
Aber der Reihe nach: Ein erstes Viertel auf Augenhöhe endete beim Spielstand von 20:18, schon zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste wegen ihrer Überlegenheit am offensiven Brett sechs Wurfversuche mehr als die Oldenburger, die zu diesem Zeitpunkt fast die Hälfte ihrer Punkte an der Freiwurflinie erzielt hatten (8/8).
Auch im zweiten Abschnitt lagen die Gastgeber durchgehend in Führung und setzten sich mit ihrem siebten Dreier (bei 13 Versuchen) durch Chris Clemons kurz vor dem Seitenwechsel auf 45:39 ab.
Die zweite Halbzeit begann ebenfalls durch einen Clemons-Dreier zur höchsten Oldenburger Führung 848:39), danach nahmen Intensität und Konzentration in der Würzburger Verteidigung zu und die Dreierquote der Hausherren immer weiter ab – sie trafen nur noch zwei ihrer letzten 14 Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Linie.
Die Filipovski-Schützlinge erzwangen in den zweiten zwanzig Minuten außerdem zehn Oldenburger Ballverluste (insgesamt 22) und holten elf weitere Offensivrebounds (insgesamt 19). Dadurch hatten sie am Ende elf Wurfversuche mehr aus dem Feld und auch elf Freiwürfe mehr als die Gastgeber und konnten dadurch die etwas schwächeren Wurfquoten kompensieren.
Durch einen 7:0-Lauf drehten die Gäste nach dem Neun-Punkte-Rückstand das Ergebnis noch im dritten Viertel: Brae Ivey erzielte neun Punkte in Abschnitt drei und traf zwei blitzsaubere Dreier hintereinander zum 58:60 in der 28. Minute. Mit einer knappen Oldenburger 63:62-Führung ging es in den Schlussabschnitt, in dem sich beide Teams weiterhin einen spannenden Schlagabtausch mit vielen Führungswechseln lieferten. In den letzten fünf Minuten der Partie übernahm dann wieder einmal Marcus Carr das Kommando, erzielte neun Punkte und führte die Fitness First Würzburg Baskets zum Auswärtssieg.
An den entscheidenden Aktionen waren aber auch andere Spieler beteiligt: Brae Ivey (12 Punkte in der zweiten Halbzeit) traf in der 39. Minute seinen dritten Dreier zum vorentscheidenden Zwischenstand von 74:80, Johnathan Stove nahm anschließend ein Offensivfoul von Christopher Clemons auf, und Ivey sorgte mit seinen flinken Händen 25 Sekunden vor dem Ende für den entscheidenden Ballverlust der Gastgeber, so dass Marcus Carr mit zwei Freiwürfen und Charlie Thompson per Dunk für den Endstand sorgen konnten.
EWE Baskets Oldenburg – Fitness First Würzburg Baskets 79:85
(20:18, 25:21, 18:23, 16:23)
Für Würzburg spielten:
Marcus Carr 23 Punkte/3 Dreier (11 Assists/7 Rebounds), Charles Thompson 14, Brae Ivey 14/3 (9 Assists74 Steals), Eddy Edigin Jr. 11, Alen Pjanic 9/1, Johnathan Stove 8/2, Lukas Herzog 3/1, Christian Skladanowski 3, David Muenkat.
Top-Performer Oldenburg:
Chris Clemons 23/3, Tomislav Zubcic 19/5, Brian Fobbs 12, Nicholas Tischler 11.
Key Stats:
Dreierquote zweite Halbzeit: Würzburg 33 Prozent – Oldenburg 20 Prozent
Assists: Würzburg 27 – Oldenburg 16
Ballverluste: Würzburg 15 – Oldenburg 22
Offensivrebounds: Würzburg 19 – Oldenburg 10
Stimmen zum Spiel
Marcus Carr, Fitness First Würzburg Baskets:
„Es war definitiv wichtig für uns, hierher zu kommen und einen Sieg zu holen. Oldenburg hat hart gekämpft und es uns schwer gemacht, aber wir sind jetzt wieder in der Spur im Kampf um die Playoffplätze. Wir haben viele gute Spieler in unserer Mannschaft. Jeder von ihnen ist in der Lage zu übernehmen, heute war es im dritten Viertel Brae Ivey. Im letzten Viertel waren wir dann in der Lage, zusammen die wichtigen Plays zu machen. Nachdem wir in den letzten Wochen immer wieder Probleme beim Rebound hatten, haben wir es heute besser gemacht. Das war auch unser Ziel. Ich bin eigentlich nicht als Guard bekannt, der viele Rebounds holt. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals vier Offensivrebounds geholt habe. Aber heute haben die Jungs gut gearbeitet und ausgeboxt, das hat mir dabei geholfen.“
Sasa Filipovski, Headcoach Fitness First Würzburg Baskets:
„Glückwunsch an meine Mannschaft für einen hart erkämpften Sieg. Oldenburg hat tough gespielt. Wir hatten unnötige Ballverluste in der ersten Halbzeit und haben in der zweiten Halbzeit mit mehr Konzentration gespielt. Wir haben den Dreier besser verteidigt, Zubcic hatte da heute einen fantastischen Tag. Am Ende haben wir mit Geduld und Konzentration gespielt, ich bin sehr glücklich über den Sieg. Vielen Dank an unsere mitgereisten Fans.“
Lazar Spasic, Headcoach EWE Baskets Oldenburg:
„Diese Niederlage ist hart, denn wir sind mit anderen Erwartungen in das Spiel gegangen. Wir haben ihnen 19 Offensivrebounds gegeben und uns 22 Ballverluste erlaubt. Dann wird es sehr schwer, ein Spiel zu gewinnen, besonders, wenn man auf einen Gegner wie Würzburg trifft. Sie haben den Sieg verdient, weil sie das Spiel auf die richtige Art beendet haben. Wir müssen zusammenhalten und einen Weg finden, besser zu spielen.“

