Welt-Tuberkulose-Tag: Würzburger Kolloquium beleuchtete regionale und globale Herausforderungen

Welt-Tuberkulose-Tag: Würzburger Kolloquium beleuchtete regionale und globale Herausforderungen
Bild © Andreas Müller / UKW

WÜRZBURG – Am 24. März dieses Jahres ist der Welt-Tuberkulose-Tag. In dessen Vorfeld wurden beim „3. Würzburger Kolloquium Infektiologie und Tropenmedizin“ am Uniklinikum Würzburg aktuelle medizinische, gesellschaftliche und gesundheitspolitische Herausforderungen der Tuberkulose als eine der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten diskutiert.

Am 21. März dieses Jahres kamen beim „3. Würzburger Kolloquium Infektiologie und Tropenmedizin“ rund 70 Expertinnen und Experten aus Unterfranken im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) zusammen. Die Fortbildungsveranstaltung fand im zeitlichen Kontext mit dem Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März statt. Unter dem Motto „Yes! We can end TB!“ betont die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Fortschritte in der Bekämpfung der Erkrankung trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen möglich sind – vorausgesetzt, politischer Wille, verlässliche Finanzierung sowie der Zugang zu moderner Diagnostik und Therapie sind vorhanden. Die WHO weist zudem darauf hin, dass Investitionen in die Tuberkulosebekämpfung nicht nur gesundheitlich, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind: Jeder investierte Dollar kann ein Vielfaches an gesellschaftlichem Nutzen generieren.

Herausfordernde globale Entwicklungen

Beim Würzburger Kolloquium wurden unter anderem die Verbreitung der Tuberkulose in Deutschland, besondere Versorgungsbedarfe von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund sowie globale Entwicklungen diskutiert. Diese sind unter anderem geprägt durch gleichzeitige Infektionen, beispielsweise mit HIV, begrenzte finanzielle Ressourcen und aktuelle geopolitische Veränderungen, die internationale Bekämpfungsprogramme beeinflussen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf multiresistenten Tuberkulose-Erregern, die Untersuchung und Behandlung zunehmend erschweren. Auch Besonderheiten im Kindesalter, Krankheitsverläufe außerhalb der Lunge sowie Herausforderungen der Diagnostik wurden thematisiert. Der enge Praxisbezug spielte dabei eine zentrale Rolle: Fallbeispiele aus dem klinischen Alltag ermöglichten konkrete Einblicke in die Versorgung.

Tuberkulose ist keine ferne Erkrankung

Prof. Dr. August Stich, Leiter des Schwerpunkts Infektiologie und Tropenmedizin an der Medizinischen Klinik II des UKW, betont: „Die Tuberkulose ist keine ferne Erkrankung: Auch am Uniklinikum Würzburg werden regelmäßig Patientinnen und Patienten diagnostiziert und behandelt – häufig unter komplexen Bedingungen. Der interdisziplinäre Austausch ist entscheidend, um die Versorgung kontinuierlich zu verbessern.“ Und Dr. Andreas Müller, Oberarzt in der Infektiologie und Tropenmedizin und Organisator der Veranstaltung, ergänzte: „Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zusammenzubringen, um konkrete Verbesserungen für Patientinnen und Patienten zu erreichen. Das Kolloquium leistet einen wichtigen Beitrag zur regionalen Vernetzung und zur Einordnung lokaler Herausforderungen in einen globalen Kontext.“

Text: Pressestelle / UKW

Auf dem Bild © Andreas Müller / UKW

Ein typischer Röntgenbefund einer offenen, übertragungsfähigen Tuberkulose mit einer Kaverne im rechten Oberfeld der Lunge. Darin befinden sich die Erreger, die dann ausgehustet werden und so in die Umgebung gelangen.

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