Die Mighty Dogs im Finale: Erinnerungen an 2011/12 und an den Triumph von Weiden – VIELE FOTOS & FILM!

Die Mighty Dogs im Finale: Erinnerungen an 2011/12 und an den Triumph von Weiden – VIELE FOTOS & FILM!

SCHWEINFURT – 6:2 zuhause gegen Sonthofen vor 2100 Fans, 4:3 nach Penaltyschießen vor 1951 Zuschauern im Allgäu: So stürmten im März 2012 die Mighty Dogs letztmals in ein Playoff-Finale der Bayernliga. Vor 14 Jahren ging es danach gegen die Blue Devils aus Weiden.

www.mainfranken.news erinnert nun mit den damaligen Vor- und Nachberichten zu den beiden Partien an die Meisterschaft des ERV Schweinfurt und macht neugierig auf die nun kommene Serie gegen Königsbrunn. Während damals gegen die Oberpfälzer maximal drei Partien hätten anstehen können (und die verpasste dritte und entscheidende im Icedome danach noch für viel Gesprächsstoff sorgte, sind diesmal sieben Matches möglich.

So berichtete damals Michael Horling:

Mighty Dogs-Coach Viktor Proskuryakov vor dem Play-off-Finale: „Von der Papierform her ist Weiden besser besetzt als wir!“

Schweinfurt – Schon Anfang der Woche zog der Karten-Vorverkauf im BurgerKing am Hainig gleich neben dem Icedome merklich an. Zum ersten Finalspiel der Mighty Dogs am Sonntagabend gegen Weiden dürfte es auch aufgrund der zahlreich mitreisenden Gästefans, erwartet werden rund 300, einen neuerlichen Rekordbesuch für diese Saison geben. Die Blue Devis reisen wohl mit Anhängern in gleich drei Bussen an. So richtig überraschend freilich ist das alles nicht. Immerhin steht nun ja das Play-off-Finale der Eishockey-Bayernliga zwischen den beiden sportlichen Aufsteigern an, die sich letzte Saison noch als Verlierer der Halbfinals zum Saisonende trafen..

Logisch, dass die Schweinfurter nach Haptrundenplatz eins und der erfolgreichen Zwischenrunde nun auch Meister werden und ihren Titel von 2009 wiederholen wollen. Und sie möchten sich revanchieren für die 1:8-Heimpleite vor gerade mal drei Wochen gegen Weiden, als es für die Dogs allerdings um nicht mehr viel ging, für die Oberpfälzer hingegen schon. Die wägen im Gegensatz zu den Mighty Dogs noch ab, ob sie sich aus finanziellen Gründen auf die Oberliga einlassen möchten. Allerdings warten dort vermutlich Derbys gegen Regensburg und Selb sowie möglicher Weise auch noch gegen Bayreuth. Die Tigers bestreiten die Partien um Platz drei gegen Sonthofen. Vielleicht darf sich der Gewinner des kleinen Finals noch Hoffnungen machen auf ein Nachrücken.

„Wir sehen uns im Finale“, so verabschiedete sich Josef Hefner, Trainer der Blue Devils, nach dem 8:1-Auswärtssieg seiner Mannschaft in der Zwischenrunde vom Schweinfurter Publikum. Eine Aussage, die fast schon hellseherische Fähigkeiten aufwies, denn tatsächlich trifft man nun erneut auf die blauen Teufel aus der Oberpfalz, die sich überraschend locker gegen Bayreuth durchsetzten. Über 6500 Zuschauer sahen die beiden Derbys. Zwischen Schweinfurt und Weiden steht es nach bislang vier Spielen diese Saison 3:1 für die Mighty Dogs, die auf die gesperrten Mark Dunlop, Jens Feuerfeil und Alex Funk verzichten müssen und wohl auch auf der erkrankten Andi Kleider. „Da fällt ein kompletter Block aus. Aber wir haben ja nur dieses eine Spiel am Wochenende und müssen keine Kräfte schonen“, ist Steffen Reiser zuversichtlich.

Der Sportdirektor glaubt auch, dass Erfolgstrainer Viktor Proskuryakov bleiben wird. „Wir würden ihn gerne weiter verpflichten, er würde gerne bleiben!“ Mit dem 46-Jährigen, der mit Ehefrau Irina in Haach lebt, wird man aber erst nach dem Finale endgültig alles klar machen in Sachen Verlängerung. „Die Chemie zwischen ihm und mir, der Vorstandschaft, der Mannschaft und dem Verein passt. Unterm Strich ist er einfach ein guter Trainer“, sagt Reiser lobend. Wir stellten Viktor Proskuryakov vor dem ersten Endspiel ein paar Fragen.

Viktor, ist es für Sie, der ja bis 2010 zwei Jahre in Weiden als Trainer tätig war, ein besonderes Wiedersehen, mal abgesehen davon, dass es um ein Play-off-Finale geht?
Viktor Proskuryakov: Ja, schon. Weil ich ja auch meinen Beitrag dazu geleistet habe, dass Weiden im Finale stehen kann. Immerhin bin ich mit dem Verein von der Landesliga in die Bayernliga aufgestiegen. Wer weiß, ob diese Partien ab Sonntag sonst möglich gewesen wären…

Wenn wir bei Ihrer Vorstellung im September gesagt hätten, dass im März Endspiele zwischen Schweinfurt und ihrem einstigen Verein die Saison abrunden, dann…
Proskuryakov: … hätte ich das einfach nicht geglaubt. Auch wenn Weiden vom Papier her eine richtig starke Mannschaft hat. Ich weiß nicht, warum die Mannschaft in der Hauptrunde nicht unter den ersten vier Vereinen landete. Trotzdem hätte ich sie jetzt nicht im Finale erwartet.

Gibt´s noch Kontakte nach Weiden?
Proskuryakov: Ja, klar. Zu Dirk Salinger beispielsweise, der damals mein Co-Trainer war und der jetzt hauptamtlicher Nachwuchstrainer ist. Oder zum Spieler Felix Köbele. Ein paar Fans schreiben mir auch ab und an noch eine SMS.

Der Titel ist jetzt das logische Ziel für Schweinfurt. Planen Sie aber auch schon parallel für die Oberliga?
Proskuryakov: Das macht mehr oder weniger der sportliche Leiter Steffen Reiser. Aber die nächste Zeit werden wir uns natürlich zusammen setzen und einiges besprechen. Der sportliche Aufstieg ist ja auch erst ein paar Tage her, danach war ich privat bei unserem Sohn Igor, der in Wolfsburg eine Ausbildung macht.

Schweinfurt in der Oberliga Süd mit Viktor Proskuryakov?
Proskuryakov: Von mir aus ja! Über eine weitere Tätigkeit in der Bayernliga hatten wir uns mündlich ja schon geeinigt. Aber es ist noch nichts fix und noch nichts unterschrieben.

Trainer fordern ja immer Verstärkungen für das Team….
Proskuryakov: Bestimmt brauchen wir für die Oberliga für die Verteidigung noch mehr Erfahrung und Stabilität, vielleicht einen echten Blueliner. Im Tor und im Sturm ist eher kein Bedarf, sofern kein Spieler uns verlassen sollte. Mal schauen, ob alle hier bleiben.

Wo könnten denn die Mighty Dogs mit dem aktuellen Kader in der Oberliga Süd landen?
Proskuryakov: Wir haben ja in der Vorbereitung gegen Passau unentschieden gespielt. Selbst wenn die es vielleicht lockerer genommen haben, so war der Unterschied so krass nicht. Wir brauchen halt noch einen starken Verteidiger, auch für das Powerplayspiel.

Ist Weiden auch schon reif für die Oberliga?
Proskuryakov: Von der Papierform her sind die doch sogar besser besetzt wie wir. David Musial war schon Deutscher Meister, Marcel Waldowsky hat 2. Bundesliga gespielt wie einige andere Spiele auch. Die werden sicherlich auch sportlich aufsteigen.

Stichwort Aufstieg. Warum sind Sie 2010 eigentlich weg aus Weiden, nachdem der Sprung von der Landesliga in die Bayernliga gelang?
Proskuryakov: Der Verein hat sich damals aus wirtschaftlichen Gründen für David Musial als Spielertrainer entschieden.

Danach machten Sie ein Jahr Pause, um nun wieder mitten im Erfolg zu stehen. Wie sehen Ihre mittel- bis langfristigen Pläne aus?
Proskuryakov: Erstmal will ich mit Schweinfurt in der Oberliga tätig sein. Und dann nach oben, so weit wie das möglich ist. Ich bin Diplom-Sportlehrer, habe in Rußland Sport und Eishockey studiert, habe die höchste Trainerlizenz.

Als Mensch gelten Sie eher als bescheiden, als zurückhaltend und sehr ruhig. Was würde bei einem Titelgewinn passieren? Sieht man Sie dann mal feiernd auf dem Eis?
Proskuryakov: Jetzt müssen wir doch erst mal gewinnen und dann schauen wir mal. Sowas kann man nicht programmieren. Wir hatten ja schon in Sonthofen eine kleine Feier. Ich bin jedenfalls spontan.

Übrigens beginnt die Partie im Icedome diesmal erst um 18.30 Uhr und damit eine halbe Stunde später als üblich. Was auch in einem eventuell entscheidenden dritten Match eine Woche später der Fall wäre. Verlegt wurde in erster Linie deshalb, um allen am Nachmittag aktiven Fußballern die Chance zu einem Besuch zu geben. Zum Auswärtsspiel kommenden Freitag, den 23. März, setzen auch die Schweinfurter Fanbusse ein. Ralf Michel nimmt unter der Telefonnummer 0171 / 8 36 30 53 sowie beim 1. Finalspiel am Sonntag anmeldungen entgegen.

Eishockey-Bayernliga, Play-off-Finale, Match 1: ERV Schweinfurt Mighty Dogs – EV Weiden Blue Devils (Sonntag, 18.30 Uhr, Icedome)

Der Saft nach hinten ging nicht aus: Nach dem 3:1 gegen Weiden können die Mighty Dogs am Freitag die Meisterschaft klar machen

Schweinfurt – Was für ein grandioser Auftakt für die Mighty Dogs im Play-off-Finale der Eishockey-Bayermliga: Nach dem 3:1-Sieg im diese Saison schon fünften Aufeinandertreffen mit Weiden können die Schweinfurter am Freitag bei den Blue Devils schon den Titel klar machen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem entscheidenden dritten Match am Sonntag, den 25. März, wiederum im Icedome. Entweder also können die rund 300 mitreisenden Anhänger in ein paar Tagen in der Oberpfalz feiern – oder der Schatzmeister des ERV darf sich auf nochmals bestens gefüllte Ränge freuen.

Um die 2500 Zuschauer waren es am Sonntag insgesamt wohl, die zunächst die Verabschiedung von Mark Dunlop erlebten, dann eine bislang nie dagewesene Lichtershow beim Einlauf und zu Ehren der Endspiel-Teilnehmer die Bayernhymne. Danach tasteten sich beide Mannschaften zunächst ein wenig ab. im ersten Drittel fielen keine Tore. Lediglich Michéle Amrhein traf den Pfosten. Er hatte in seiner Sturmformation Georg Lang und Timo Ludwig an seiner Seite. Martin Dürr ersetzte in Angriff eins den gesperrten Alex Funk, Peppi Eckmair stürmte für Jens Feuerfeil in Sturm zwei. 15 Feldspieler brachten die Mighty Dogs auf´s Eis, sieben davon waren Eigengewächse.

Nach rund einer halben Stunde klingelte es erstmals hinter Weidens Goalie Oliver Engmann. Eckmair hatte gerade seine dritte Strafzeit abgesessen, stand neun Sekunden wieder auf dem Eis, ehe er eine Vorlage von Dürr nutzte. Auch beim 1:1 durch Andreas Hampl nach einer Unactsamkeit kur vor der zweiten Pause spielte Eckmair eine Rolle: Beim Tor checkte er Marcel Waldowsky gegen den Kopf und musste für gleich zwölf Minuten zum Abkühlen. So wie viel später auch noch Mikhail Nemirovsky.

Die Gäste bekamen nur drei Zwei Minuten-Strafen. Bei der von Florian Domke gleich zu Wiederbeginn klingelte es aber in Schweinfurter Überzahl durch den die Woche über kranken Igor Filobok auf Vorlage von Nemirovsky. Das 2:1 stand in einem spannenden und sehr fairen Match lange auf der Kippe. Erst 16 Sekunden vor dem Ende gelang Marcel Juhasz per Empty Net-Goal die endgültige Entscheidung. Weiden hatte zuvor Engmann zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen. Pech hatte indes Blue Devils-Verteidiger Thomas Schmidhuber: Er bekam zunächst einen Puck ins Gesicht und musste genäht werden, später ging auch noch sein einer Schlittschuh kaputt.

„Beide Mannschaften wollen das Finale unbedingt gewinnen“, merkte Steffen Reiser. „Aber das erste Spiel war eher von Taktik geprägt und nicht so intensiv wie die Halbfinals. Das Tempo war nicht so hoch und wir konnten aufgrund unserer Ausfälle und kranker Spieler nicht so aggressiv spielen und drücken wie normal in Heimspielen. Keiner wollte einen Fehler machen“, so der Sportdirektor, „und wir hatten irgendwie Angst, dass uns der Saft nach hinten ausgeht. Im letzten Drittel aber zog das Tempo an, wobei auch Weiden hätte gewinnen können.“

115 Personen hatten sich gleich nach Spielende angemeldet für die Fanbusse nach Weiden am Freitag. Bei entsprechender Resonanz unter der Rufnummer 0171 / 8 36 30 53 könnte Ralf Michel kurzfristig evtl. einen weiteren Bus organisieren. „Das wird dort richtig, richtig schwer“, befürchtet Steffen Reiser, „aber wir können ganz entspannt nach Weiden fahren. Entweder feiern wir dort die Meisterschaft, oder wir bekommen am Sonntag vor eigener Kulisse nochmals die Möglichkeit dazu.“ Diesen Sonntag schon waren von den zahlreichen Ehrengästen unter anderem Oberbürgermeister Sebastian Remelé und Sparkassen-Vorstand Johannes Rieger begeisterte Zuschauer.

Die Spiele um Platz drei gewann beide Sonthofen knapp gegen zum Saisonende etwas enttäuschende Bayreuther. Somit sind die Bulls, noch der amtierende Meister der Bayernliga, erster Nachrücker für die Oberliga, sollte dort ein Platz frei werden. Landesliga-Meister wurde Moosburg im Duell gegen Höchstadt. Beide Teams sind Aufsteiger in die Bayernliga.

Eishockey-Bayernliga, Play-off-Finale, Spiel 1: ERV Schweinfurt Mighty Dogs – 1. EV Weiden Blue Devils: 3:1 (0:0; 1:1; 2:0)
Tore: 1:0 (28:10) Eckmair (Dürr), 1:1 (38:00) Hampl (Waldowsky), 2:1 (42:57) Filobok (Nemirowsky, Amrhein – 5:4), 3:1 (59:44) Juhasz (Dürr – ENG); Strafminuten: Schweinfurt 10 + je 10 Disziplinarstrafe für Nemirovsky und Eckmair, Weiden 6; Zuschauer: 1800 zahlende an der Abendkasse.
Mighty Dogs: Benjamin Dirksen (Ole Swolensky) — Simon Knaup, Jonas Knaup – Markus Koch, Pascal Schäfer – Andi Kleider, Stefan Schrimpf — Martin Dürr, Mikhail Nemirovsky, Igor Filobok – Peppi Eckmair, Teemu Koskinen, Marcel Juhasz – Georg Lang, Michéle Amrhein, Timo Ludwig (Florian Geßner).

Die Mighty Dogs vor dem zweiten Finale: Dachdecker Jens Feuerfeil will zum Geburtstag Meister werden und Alex Funk freut sich schon auf Oberliga-Spiele in Freiburg

Schweinfurt – Deckel drauf, Kiste zu? Am kommenden Wochenende wird der neue Meister der Eishockey-Bayernliga und damit der Nachfolger des ERC Sonthofen gekürt. Die Frage ist nur: Am Freitag schon oder erst am Sonntag? Anders gefragt: Bleibt am Sonntag das Icedome leer oder kommt es vor dann sicher wieder mehr als 2000 Zuschauern zu einem Show-Down? Die Mighty Dogs können am Freitag mit Sieg zwei in Weiden alles klar machen. Möglich ist das, denn mit Alex Funk und Jens Feuerfeil dürfen zwei bei Sieg eins gesperrte Akteure bei den Blue Devils wieder ran. Also sind die Schweinfurter noch stärker als beim 3:1?

„Man müsste das meinen. Aber in einem Finale entscheiden Kleinigkeiten, da kommt es auch auf die Tagesform an“, weiß Alex Funk, der zusammen mit Feuerfeil und Mark Dunlop von der Ersatzbank aus den Sonntags-Sieg sah. „Das war schon ein blöden Gefühl“, sagt er und ist natürlich heiß darauf, am kommenden Wochenende seinen Beitrag zu leisten zum nächsten Titel nach 2009. Damals wurde unter der Saison sein Vertrag in Leipzig nicht verlängert, holte Spielertrainer Sergej Waßmiller Funk nach Schweinfurt. Mit sieben Scorerpunkten in elf Partien hatte der 1,70 Meter große Stürmer seinen Anteil am Titel, traf im ersten Play-off-Finale in Peißenberg gar doppelt. „Ich habe meinen Beitrag zum Erfolg geleistet und mich schnell als Teil der Mannschaft gefühlt“, sagt er heute.

Mittlerweile ist der in Kirgistan geborene Funk aus dem Team der Mighty Dogs gar nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit Igor Filobok und Mikhail Nemirovsky bildet er den osteuropäisch angehauchten ersten Angriff. Dieses Trio könnte auch in der Oberliga gemeinsam auflaufen. Dann, wenn es vermutlich gegen den EHC Freiburg geht, designierter Aufsteiger aus Baden-Württemberg. „Diese Spiele wären dann schon etwas Besionders und cool“, strahlt Funk. Immerhin erlernte er im Breisgau das Eishockeyspielen und lebt seine Familie noch in Freiburg. „In Schweinfurt aber gefällt es mir gut, hier habe ich meinen Freundeskreis“, verneint er gleich Gedanken daran, vielleicht an die alte Wirkungsstätte zurück zu wollen, von wo er einst nach Bremerhaven ging, um dann über Leipzig in Unterfranken zu landen. Viel südwestlicher, nördlicher und östlicher wäre es kaum noch gegangen….

Zentral in Schweinfurt will Alex Funk zumindest nächste Saison noch bleiben, vielleicht aber auch noch viel länger Der 25-Jährige macht momentan am Bayernkolleg sein Abitur nach, 2013 möchte er es in der Tasche haben. Um dann zu studieren, womöglich Logistik, was in Schwienfurt an der FH möglich wäre. „Kann passieren“, sagt Funk, der mit Teamkollege Martin Dürr zusammen wohnt und der am Wochenende gerne feiern würde. Wie auch Jens Feuerfeil. Der Hesse aus Lauterbach wird zudem am Freitag 22 Jahre alt. „Mit einem Sieg wäre das natürlich noch schöner. Vielleicht bringt der Geburtstag ja ein Quäntchen Glück mehr“, hofft er.

Feuerfeil, dessen älterer Bruder Horst bis vor kurzer Zeit noch für Bad Kissingen spielte, aus beruflichen Gründen jedoch kürzer treten musste, nimmt ein bisschen mehr Stress in Kauf. Er lebt noch bei Lauterbach, lernt in der Firma bei seinem Vater den Beruf des Dachdeckers. Gerüstbau, Zimmerei, Malergeschäft – das alles gehört zu den Feuerfeils, die eine absolut eishockeyverrückte Familie sind. Ab 2003 spielte Jens für die Kasseler Jugend und wechselte dann 2005 in die DNL nach Rosenheim, wo er bis 2009 blieb und in seiner letzten Saison immerhin ein Tor schoss und acht Vorlagen gab für die Starbulls damals noch in der Oberliga.

Warum Rosenheim? „Wegen der Nachwuchs-Nationalmannschaft wurde mir geraten, in der DNL zu spielen“, erzählt er heute. Um die 50 Partien absolvierte er für die Auswahl bis zur U 19, trotzdem aber zog es ihn aus dem fernen Rosenheim 2009 wieder weg. „Schweinfurt ist nah dran an Lauterbach, also habe ich angefragt“, berichtet Feuerfeil. In seinem ersten Jahr kam er verletzungsbedingt nur auf 20 Partien, schoss dabei fünf Tore, zog sich aber gleich zwei Mal einen Innenbandriss zu. 23 Tore letzte Saison folgten und heuer läuft es für das Talent an der Seite von Marcel Juhasz und Teemo Koskinen so richtig gut. „Am Sonntag zuschauen zu müssen, das war natürlich nicht so gut. Trotzdem haben wir von der Bank aus das Team unterstützt“, sagt Feuerfeil.

Wohl noch eineinhalb Jahre dauert sein Stress mit der Ausbildung auf dem Dach und den knapp über 100 Kilometern von Lauterbach einfach nach Schweinfurt und dann wieder zurück. Doch danach will Jens Feuerfeil zügig auch noch seinen Meister machen, parallel weiterhin Eishockey spielen. Am liebsten natürlich in Schweinfurt, wie er versichert. Die Mehrfach-Belastung macht er ja nun schon seit drei Jahren mit und die zusätzlichen 180 Kilometer am Freitag nach Weiden sind da dann auch kein Problem mehr. „Wenn wir einen guten Tag haben“, glaubt Feuerfeil, „dann haut das hin. Dann müssten wir am Freitag die Meisterschaft schaffen.“

Dann käme am Sonntag zu keinem Spiel mehr und dann müssten die Fans, die noch Interesse haben einem einem der Aufstiegs T-Shirts der Mighty Dogs ihre Nachfrage mit gewünschter Größe per Mail an info@mightydogs.de richten. Wer gleich bestellt, könnte am Sonntag vielleicht schon sein Shirt abholen – wenn denn gespielt wird….

Eishockey-Bayernliga, Play-off-Finale, Match 2:
EV Weiden Blue Devils – ERV Schweinfurt Mighty Dogs (Freitag, 20 Uhr)
Optional: ERV Schweinfurt Mighty Dogs – EV Weiden Blue Devils (Sonntag, 18.30 Uhr, Icedome)

Im Penaltyschießen sind sie einfach unschlagbar: Die Mighty Dogs feierten in Weiden ausgelassen die Bayerische Meisterschaft

Weiden / Schweinfurt – Rauchverbot in geschlossenen Eishallen? Am ganz späten Freitagabend galt das in Weiden nicht mehr. Die dicken Zigarren wurden ausgepackt und angezündet. Die Mighty Dogs qualmten auf dem Eis, Trainer Viktor Proskuryakov musste eine Bierdusche mit Flüssigkeit aus dem zuvor gefüllten Meisterpokal über sich ergehen lassen. Eine gewaltige Feier auf dem Oval des Gegners rundete eine grandiose Saison der Schweinfurter ab.

Mit dem 3:2 nach Penaltyschießen bei den Blue Devils wiederholten die Unterfranken ihre Meisterschaft der Bayernliga aus dem Jahr 2009. Diesmal werden sie in die Eishockey-Oberliga aufsteigen, wie wohl auch die Weidener. „Wir fahren nie mehr nach Bayreuth“, sangen die Fans aus beiden Lagern gemeinsam und euphorisch. Nach Selb werden sie künftig reisen, nach Regensburg, nach Freiburg, Passau oder nach Füssen.

Leider erst ab Herbst diesen Jahres. Denn mit einem Schlag endete die Eishockey-Saison. Leider ohne abschließendes Heimspiel der Dogs am Sonntag und ohne Showdown um den Titel. Vor drei Jahren noch durfte gegen Peißenberg zuhause gefieiert werden. Doch die rund 400 mitgereisten Fans in der ausverkauften Weidener Eishalle verbreiteten auch so beste Stimmung. Am Ende bejubelten beide Anhänger-Gruppen ihr Team, beklatschten die Weidener die Schweinfurter und umgekehrt. Kommende Saison wird man sich wohl wieder sehen, wenngleich die Oberpfälzer aus finanziellen Gründen noch zögern mit der Bekanntgabe des Aufstiegs. „Vor 25 Jahren bin ich als Spieler nach Weiden gekommen. Es ist ein Traum, jetzt in der Oberliga Trainer zu werden“, sagte Coach Josef Hefner und nahm damit einiges voraus. Er verlängerte bereits, genauso wie die Leistungstrainer David Musial und Marcel Waldowsky.

Musial brachte die Hausherren früh in Führung. „Einige haben bei uns das erste Drittel total verpennt. Weiden wollte anfangs vielleicht auch mehr“, gab Marcel Juhasz zu. „Weiden war klar besser. Wenn es da 3:0 steht, dann kommen wir nicht mehr zurück“, bestätigte Schweinfurts Stürmer. Die Blue Devils gaben Gas ohne Ende, bei den Mighty Dogs lief wenig zusammen. Juhasz glich Ende des zweiten Drittels aus, nachdem die Gäste zuvor bei einem Break in eigener Überzahl noch Riesenglück hatten. Mehrfach traf Weiden nur den Pfosten und sah sich zehn Minuten vor Spielschluss wiederum auf der Siegerstraße nach Felix Köbeles 2:1. Danach aber drückten die Unterfranken ohne Ende und hätten sogar mehr verdient gehabt als „nur“ den neuerlichen Ausgleich von Juhasz.

„Wir haben Charakter bewiesen“, strahlte der Matchwinner, „es war wie im Halbfinale in Sonthofen: Je länger die Partie dauerte, desto besser wurden wir.“ Was folgte, das war das Penaltyschießen, in dem die Mighty Dogs seit einem Jahr und der unglücklichen Play-off-Niederlage in Erding letzte Saison ungeschlagen sind. Es bleibt dabei: Nur Alex Funk verschoss, Juhasz traf, Benni Dirksen parierte gegen Florian Zellner und David Musial. Dann lief Mikhail Nemirovsky an und verwandelte gegen Oliver Engmann. Im Weidener Fanblock wurde es mit einem Schlag mucksmäuschenstill, nur die Schlachtenbummler lagen sich in den Armen. Schweinfurt war in diesem Moment Meister, obwohl doch mit dem gesperrten Mark Dunlop und dem erkrankten Simon Knaup zwei echte Leistungsträger der Defensive fehlten.

„Ich habe gewusst, dass man aus dieser Mannschaft etwas machen kann. Wir haben viele gute Spieler, gute Spieler aber ergeben noch lange keine gute Mannschaft“, blieb Trainer Viktor Proskuryakov auch nach dem Triumph ruhig und bescheiden. Vor zwei Jahren schaffte an an selber Wirkungsstätte mit Weiden den Aufstieg in die Bayernliga. Und nun ausgerechnet dort der größte Erfolg seiner Kariere als Coach! Die Aufforderung der Fans zu einer Rolle auf dem Eis nahm er zwar noch nicht an, die Welle aber machte er schon mal vor dem Block. Und immerhin stand Proskuryakov erstmals überhaupt zum Feiern mit auf dem Eis. Noch hat der ERV mit ihm nicht verlängert, es sollte aber reine Formsache sein.

Für Marcel Juhasz war´s neben Leistungsträgern wie Peppi Eckmair, Alex Funk, Simon Knaup oder Andi Kleider die zweite Meisterschaft nach 2009. „Damals bin ich gerade frisch aus der 2. Bundesliga nach Schweinfurt gekommen. Jetzt in ich seit vier Jahren da und die Stadt und der Verein werden mir immer wichtiger. Desto mehr willst Du auch erreichen“, vergleicht Juhasz, der nicht gerade als Feierbiest bekannt ist, der Freitagnacht aber eine Ausnahme machen wollte. „Wir feiern trotz der Niederlage jetzt eine ganze Woche“, kündigte Weidens Josef Hefner an. Na dann, man darf gespant sein, wie die Mighty Dogs das toppen wollen!

Mighty Dogs: Benjamin Dirksen – Peppi Eckmair, Jonas Knaup – Markus Koch, Pascal Schäfer – Andi Kleider, Stefan Schrimpf — Alex Funk, Mikhail Nemirovsky, Igor Filobok – Teemu Koskinen, Marcel Juhasz, Martin Dürr – Michéle Amrhein, Jens Feuerfeil, Timo Ludwig – Ersatz: Ole Swolensky, Georg Lang, Florian Geßner.

Legendär: Am Tag danach ließen sich die Spieler bei einer von Michael Horling (heute www.mainfranken.news) initierten Aktion bei Groha Frisuren in der Schweinfurter Luitpoldstraße ihre Playoff-Bärte abrasieren. Dabei entstand dieser kleine Film. Unten der Link dazu. Und danach 18 Fotos von der damaligen Finalserie gegen Weiden. Vorher aber das:

Die LVM-Versicherungsagentur Wolfgang Halbig präsentiert die Finalserie der Mighty Dogs gegen Königsbrunn und drückt den Schweinfurtern die Daumen.

Und dann noch die Info, wie´s weiter ging: In der nach dem Rückzug von Passau nur elf Teams umfassenden Oberliga Süd wurden die Mighty Dogs nach 40 Hauptrundenspielen nur Vorletzter lediglich vor den Erding Gladiators. Weiden qualifizierte sich hingegen für die Playoffs, warf sogar Hauptrundenmeister Peiting raus und scheiterte dann erst an den Kassel Huskies. Mit fünf Siegen bei drei Niederlagen wurden die Schweinfurter Zweiter in der Abstiegsrunde hinter Deggendorf und hielten die Oberliga. Allerdings waren schon da die Zuschauerzahlen im Icedome weitaus schlechter als erwartet.

Ein Jahr später traten 12 Teams an und die Mighty Dogs, nun anfangs mit Jukka Ollila als Trainer, beendeten die Hauptunde nach 44 Partien als Letzter. Mit deutlichem Abstand auf Weiden, während Aufsteiger Bayreuth Vierter wurde. In der ersten Playdown-Runde schalteten die Schweinfurter dann aber den EV Regensburg aus, der in Runde zwei den EV Weiden zum sportlichen Abstieg verdonnerte. Doch die Mighty Dogs, die von Coach Robert Torgler gerettet wurden, zogen sich danach in die Landesliga zurück, weil die Oberliga angeblich finanziell nicht mehr zu stemmen war. Dieser Meinung sind sie noch heute…

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