UNTEREUERHEIM – Von den derzeitigen 154 Mitgliedern des Mainbrückenvereins Untereuerheim kam nur eine überschaubare Gruppe zur Jahreshauptversammlung in das Feuerwehrhaus.
1.Vorsitzende Birgit Reinhart freute sich besonders über das Kommen von Hauke Wessel, der beim Wasserstraßen-Neubauamt des Bundes in Aschaffenburg für den Bereich Brücken zuständig ist. Dieser informierte die Teilnehmer darüber, dass der Ausbau der Fahrrinne im Main inzwischen bis Gerlachshausen erfolgt ist und derzeit die Stauhaltungen bis Schweinfurt angegangen werden.
Historie der Mainquerung bei Untereuerheim
Um den Main bei Untereuerheim zu überqueren, wurde seit 1384, historisch nachgewiesen, eine Fähre genutzt, die erst 1963 ihren Betrieb einstellte, als damals ein Ausbau des Mains erfolgte, um diesen als Großschifffahrtsstraße nutzen zu können.
Die ehemals selbstständige Gemeinde Untereuerheim errichtete deshalb vor über 60 Jahren mit eigenen Mitteln einen Mainsteg, der die Verbindung zu den Nachbarorten Gädheim und Ottendorf und zur rechtsmainischen Bahnstation sichern sollte. Dieser Steg diente seitdem als Fußgänger- und Radwegverbindung, förderte sicherlich auch den Tourismus und verband die Menschen auf beiden Mainseiten.
Ersatz für den derzeitigen Mainsteg
Im Zuge des Ausbaues des Mains zu einer leistungsfähigeren Wasserstraße wurde auch der Steg von Untereuerheim angegangen. 2013 erließ die Generaldirektion der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes einen Planfeststellungsbeschluss mit gewichtigem Inhalt: Die Fußgängerbrücke Untereuerheim ist anfahrgefährdet und nicht standsicher im Falle eine Schiffstoßes. Eine Sicherung wäre unwirtschaftlich. Durch die Mainverbreiterung ergäben sich zusätzliche nautische Probleme.
Damals ging man bei einem Neubau des Stegs von 400.000 Euro als Gemeindeanteil aus. Dieser Planfeststellungsbeschluss von 2013 zum Ersatz des Fußgängerstegs durch eine Hängebrücke hat keine Gültigkeit mehr, weshalb eine neue Planung erfolgt. Diese soll 2027 der Gemeinde Grettstadt vorgelegt werden. 2029 soll der Bau begonnen und 2031 abgeschlossen werden.
Die Baulast liegt bei der Gemeinde, wobei eine hälftige Kostenteilung zwischen Bund und Gemeinde angesetzt wird. Bei dem vergleichbaren Brückenbau in Margetshöchheim ging das Bay. Verkehrsministerium von Gesamtkosten von mehr als 9,8 Millionen Euro und einer Kostenbeteiligung durch den Freistaat von 3,1 Millionen Euro aus. Dort lag die Gesamtlänge des Brückenbaues bei 360 Metern, in Untereuerheim geht man von 141 Metern aus, da der Main hier deutlich schmaler ist. Der Gemeindeanteil verringert sich, da man von 70 Prozent Förderung ausgeht. Der Landkreis Schweinfurt hatte 2013 einen Zuschuss von 50.000 Euro zugesagt, da der Steg auch von übergeordneter touristischer Bedeutung ist. Diese Zusage gilt nach wie vor. Hauke Wessel verzichtete trotz mehrfacher Nachfrage die mögliche finanzielle Belastung für die Gemeinde zu beziffern.
Einsatz des Mainbrückenvereins Untereuerheim
Der im November 2011 gegründete Verein verfolgt das Ziel die gewachsene Verbindung der Gemeinden auf beiden Mainseiten zu erhalten. Richtete der Verein in den ersten zehn Jahren alljährlich einen Neujahrsempfang am Steg aus, bei dem Wunschschiffchen auf dem Main ausgesetzt wurden, Musikanten aufspielten und die Gäste verpflegt wurden, so bremste Corona dieses Tun aus und der Zuspruch sank deutlich, weshalb man seit 2025 darauf verzichtete.
Kassier Ingrid Kober nannte in ihrem Bericht Finanzen, mit denen der Verein die Gemeinde beim Bau entlasten könnte. Die Revisoren Alfred Lobetsch und Nobert Reinhart bestätigten eine ordentliche Kassenführung. Die Entlastung erfolgte einstimmig. Schriftführerin Beate Huppmann verlas das Protokoll der JHV vom 16.03.2025 Bürgermeister a.D. Ewald Vögler leitete die Neuwahl der Vorstandschaft, bei der alle Amtsinhaber in ihrem Amt bestätigt wurden, so auch 2.Vorsitzender Martin Oberleitner.
Birgit Reinhart informierte, dass der Düker für das Abwasser nach Gädheim noch in diesem Jahr unabhängig vom Brückenneubau unterhalb der Flusssohle erfolgen wird. Bei der Aktion Main Clean up wurde im März 2025 deutlich weniger Müll gesammelt. Die Teilnahme am Ferienspaßprogramm ist noch offen. Verschiedene Programmvorschläge wurden diskutiert, bevor Birgit Reinhart der FFW Untereuerheim für die Bereitstellung des Versammlungsraumes dankte und die Versammlung schloss.
Text: pv
Auf den Fotos:
Schaulustige verfolgten 2014 das Queren eines Schubverbandes, bevor man weiter das Fischerstechen auf dem Main verfolgte. Foto: rv
Bereits im Sommer 2018 wurde das Flussbett bei Untereuerheim begradigt und das Ufer neu modelliert. Foto: rv
Vorstandschaft im Amt bestätigt: (vorn von links) 1.Vors. Birgit Reinhart, Kassier Ingrid Kober, 2.Vors. Martin Oberleitner, Schriftführerin Beate Huppman, hinten die Revisoren Norbert Reinhart und Alfred Lobetsch. Foto: pv
Die Vorsitzenden des Mainbrückenvereins Untereuerheim folgten interessiert den Ausführungen von Hauke Wessel (links), der beim Wasserstraßen-Neubauamt des Bundes in Aschaffenburg für Brücken zuständig ist. Foto: pv




