MAINFRANKEN – Mit den sogenannten Fraktionsinitiativen ergänzen die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern jedes Jahr den Staatshaushalt des Freistaats Bayern um eigene politische Schwerpunkte.
Insgesamt stellen die Fraktionen im Haushalt 2026 100 Millionen Euro für rund 600 Projekte in ganz Bayern bereit. Gefördert werden insbesondere Vorhaben aus den Bereichen Ehrenamt, Sport, Kultur, Wissenschaft, Bildung und Gesundheit.
Auch Stadt und Landkreis Schweinfurt profitieren in diesem Jahr deutlich von diesen zusätzlichen Mitteln. Auf Initiative der Schweinfurter Landtagsabgeordneten Martina Gießübel sollen insgesamt 423.000 Euro aus der Fraktionsinitiative in mehrere Projekte der Region fließen.
„Die Fraktionsinitiative ermöglicht es uns, gezielt Projekte vor Ort zu unterstützen, die für unsere Region eine besondere Bedeutung haben. Vom Ehrenamt über den Sport bis hin zu innovativen Bildungs- und Gesundheitsprojekten stärken wir damit ganz konkret das gesellschaftliche Leben in Stadt und Landkreis Schweinfurt“, erklärt Gießübel.
Überblick über die geförderten Projekte:
Für Projekte in der Region sind folgende Förderungen vorgesehen:
135.000 Euro für die Sanierung der Robert-Seemann-Halle am Passionsspielgelände in Sömmersdorf
135.000 Euro für die Erneuerung der Bande im Schweinfurter Eisstadion
99.000 Euro für den Umbau eines Vereins- und Ausbildungszentrums der DLRG in Werneck
27.000 Euro für das Projekt „Digitalisierung und Transformation des Urologischen Zentrums Schweinfurt“
18.000 Euro für das Projekt „StudyFAB Schweinfurt – Third Living Space am Marktplatz“
9.000 Euro für die Neubeschaffung einer Zeltplane für das inklusive Kinderzirkusprojekt Rafeldinio in Grafenrheinfeld
„Diese Projekte zeigen die ganze Vielfalt unserer Region – vom Ehrenamt über Kultur und Sport bis hin zu Innovation und Bildung. Genau diese Mischung macht unsere Heimat stark“, betont die Abgeordnete.
Die Fraktionsinitiativen werden in den kommenden Wochen im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags beraten und anschließend beschlossen.
Erläuterungen zu den einzelnen Projekten
Sanierung der Robert-Seemann-Halle in Sömmersdorf (135.000 Euro)
Am Passionsspielgelände in Sömmersdorf soll die Robert-Seemann-Halle umfassend saniert und modernisiert werden. Die Halle ist ein zentraler Treffpunkt für das Vereinsleben und wird sowohl vom SV Sömmersdorf als auch vom Verein der Fränkischen Passionsspiele genutzt.
Nach jahrzehntelanger Nutzung besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Mit der Förderung soll die Infrastruktur modernisiert und funktional angepasst werden, damit die Halle auch künftig als Ort für Sport, Kultur und Ehrenamt erhalten bleibt.
„Sömmersdorf steht für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement und eine beeindruckende Kulturtradition. Die Passionsspiele sind weit über die Region hinaus bekannt. Deshalb ist es wichtig, die Infrastruktur vor Ort zu stärken“, so Gießübel.
Neue Flexbande im Schweinfurter Eisstadion (135.000 Euro)
Für das Eisstadion in Schweinfurt ist die Erneuerung der Spielfeldbande vorgesehen. Die bisherige Anlage entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards moderner Eissportstätten.
Geplant ist der Einbau einer modernen Flexbande, die beim Aufprall nachgibt und dadurch das Verletzungsrisiko für Spielerinnen und Spieler deutlich reduziert.
Das Eisstadion wird nicht nur von den Mighty Dogs Schweinfurt, sondern auch von Schulklassen, Kindergärten, Nachwuchsmannschaften und beim öffentlichen Eislauf genutzt.
„Von dieser Investition profitieren Kinder, Jugendliche, Vereine und Familien aus der ganzen Region. Gute und sichere Sportstätten sind eine wichtige Grundlage für Nachwuchs- und Breitensport“, erklärt Gießübel.
Vereins- und Ausbildungszentrum der DLRG Werneck (99.000 Euro)
In Werneck soll ein ehemaliges Klärwärterhaus am Kanalweg zu einem neuen Vereins- und Ausbildungszentrum der DLRG-Ortsgruppe Werneck umgebaut werden.
Geplant sind unter anderem:
ein Schulungsraum für Aus- und Fortbildungen
ein eigener Jugendraum
Lagerflächen für Einsatzmaterial
Sanitär- und Sozialräume
Damit erhält die DLRG erstmals Räumlichkeiten, die ihren Aufgaben in Wasserrettung, Katastrophenschutz und Schwimmausbildung gerecht werden.
„Die DLRG leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Sicherheit. Gleichzeitig begeistert sie viele junge Menschen für ehrenamtliches Engagement. Dieses Engagement verdient gute Rahmenbedingungen“, betont die Abgeordnete.
Digitalisierungsprojekt des Urologischen Zentrums Schweinfurt (27.000 Euro)
Mit dem Projekt „Digitalisierung und Transformation des Urologischen Zentrums Schweinfurt“ soll untersucht werden, wie digitale Lösungen die medizinische Versorgung verbessern können.
Geplant sind unter anderem:
ein digitales Patientenportal mit Self-Check-in
der Ausbau telemedizinischer Angebote
die Integration digitaler Gesundheitsdokumente wie eRezept und elektronische Patientenakte
ein digitales Qualitäts- und Steuerungsdashboard
Das Projekt soll zeigen, wie Digitalisierung auch in Facharztzentren im ländlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden kann.
„Gerade angesichts des Fachkräftemangels können digitale Lösungen helfen, Abläufe effizienter zu gestalten und medizinisches Personal zu entlasten“, so Gießübel.
StudyFAB Schweinfurt – Third Living Space (18.000 Euro)
Die StudyFAB am Schweinfurter Marktplatz hat sich zu einem innovativen Treffpunkt für Lernen, Arbeiten und Begegnung entwickelt.
In dem offenen Raum kommen Studierende, Bürgerinnen und Bürger, Gründerinnen und Gründer sowie Akteure aus Wirtschaft und Kultur zusammen. Angeboten werden unter anderem:
Co-Working-Arbeitsplätze
Workshops und Vorträge
Kulturveranstaltungen
Netzwerktreffen
Mit der Förderung soll das erfolgreiche Modellprojekt langfristig stabilisiert und organisatorisch weiterentwickelt werden.
„Die StudyFAB zeigt eindrucksvoll, wie aus einem Leerstand ein lebendiger Treffpunkt für unsere Stadtgesellschaft entstehen kann“, sagt Gießübel.
Kinderzirkus Rafeldinio in Grafenrheinfeld (9.000 Euro)
Der inklusive Kinderzirkus Rafeldinio des Caritas-Jugendhilfezentrums Maria Schutz bietet seit vielen Jahren Zirkusprojekte für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung an.
Aktuell muss die Zeltplane des Zirkuszelts dringend ersetzt werden, da sie nach intensiver Nutzung stark beschädigt ist. Ohne diese Erneuerung wäre der Zirkusbetrieb gefährdet.
„Der Kinderzirkus zeigt, wie Inklusion im Alltag gelingen kann. Kinder wachsen hier über sich hinaus und erleben Gemeinschaft. Dieses Projekt verdient unsere Unterstützung“, erklärt Gießübel.
Stärkung für die Region
„Diese Förderungen sind eine Investition in unsere Region – in Ehrenamt, Bildung, Sport und Innovation. Sie zeigen, wie stark das Engagement der Menschen vor Ort ist und wie wichtig es ist, dieses Engagement politisch zu unterstützen“, so Gießübel abschließend.
Auch der Stimmkreis Kitzingen profitiert kräftig: Wie die Landtagsabgeordnete Barbara Becker (CSU) erläutert, können sich gleich vier Projektträger über insgesamt 1.720.000 Euro freuen. Die Abgeordnete aus Wiesenbronn ist Mitglied im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags, der in diesen Tagen mit seinen Haushaltsberatungen 2026 beginnt.
„Mit den Fraktionsinitiativen setzen wir jedes Jahr gezielt zusätzliche Akzente – nah an den Menschen und nah an den Herausforderungen vor Ort“, so Barbara Becker. „Der ländliche Raum ist das Herz Bayerns. Deshalb fließen fast zwei Drittel unserer Fraktionsinitiativen ganz bewusst dorthin, wo Menschen ihre Heimat aktiv gestalten: beispielsweise in Projekte der Dorferneuerung, in Unterstützung für unsere Landwirte, in die Arbeit der Landfrauen oder in die Vertriebenenarbeit. Gerade kleinere Initiativen vor Ort zeigen, wie viel Kraft im Engagement der Menschen steckt. Unsere Region zwischen Main, Steigerwald und Schweinfurter Oberland, profitiert dadurch überproportional. Rund zwei Drittel der Projekte stärken direkt oder indirekt den ländlichen Raum.“
1.000.000 Euro für den Neubau eines Bildungs- und Forschungsstalles für Geflügel in Kitzingen
Am Staatsgut Kitzingen im Versuchs- und Bildungszentrum für Geflügelhaltung der Bayerischen Staatsgüter (BaySG) wird derzeit ein rund 60 Jahre alter Legehennenstall genutzt. Dieser entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und soll durch einen modernen Bildungs- und Forschungsstall für Legehennen ersetzt werden. Für dieses Projekt sind 1.000.000 Euro aus den Fraktionsinitiativen 2026 vorgesehen. Der Baustart ist für 2026 geplant.
Mit dem Neubau werden hohe Tierwohlstandards und ein hoher Hygienezustand erreicht. Gleichzeitig wird die wichtige Bildungs- und Forschungsarbeit in der Geflügelhaltung zukunftsfest gemacht. Besondere Bedeutung hat der Standort Kitzingen im bundesweiten Vergleich: Er ist der einzige Standort für die Fortbildung im Beruf Tierwirt/in, Fachrichtung Geflügelhaltung, im Rahmen der „Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Tierwirtschaftsmeisterin, Tierwirtschaftsmeister“.
„Kitzingen ist im Bereich Geflügelhaltung ein Leuchtturm weit über Bayern hinaus“, so Becker. „Mit dem neuen Forschungs- und Bildungsstall verbinden wir Tierwohl, moderne Landwirtschaft und exzellente Aus- und Fortbildung. Davon profitieren die Betriebe, die Fachkräfte und am Ende auch die Verbraucherinnen und Verbraucher.“
440.000 Euro für boden:ständig in Castell und Sommerach – Starkregenschutz und Wasserrückhalt
Mit 440.000 Euro wird das Projekt boden:ständig im Landkreis Kitzingen gestärkt. In der Gemeinde Castell kommt es bei Starkregen immer wieder zu Bodenerosion und starkem Oberflächenabfluss aus der Flur. Im Rahmen des Projekts boden:ständig Castell wurden bereits zahlreiche Maßnahmen erarbeitet und in einem ganzheitlichen Maßnahmenkonzept gebündelt. Mit den jetzt vorgesehenen Mitteln können diese Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt werden.
Im Weinort Sommerach steht der Wasserrückhalt im Weinbaugebiet im Mittelpunkt. Im Modellprojekt „Sommerach – Mit Wasser haushalten“ sollen Maßnahmen umgesetzt werden, um den Oberflächenabfluss zu bremsen, mehr Wasser vor Ort versickern zu lassen und so sowohl den Wasserbedarf für die Bewässerung der Weinberge zu senken als auch die Überflutungsgefahr in Siedlungsbereichen bei Starkregen zu reduzieren.
„Castell und Sommerach sind Paradebeispiele dafür, wie wir Klimaanpassung, Hochwasserschutz und Unterstützung für unsere Winzer und Landwirte zusammendenken“, betont Becker. „Wir sorgen dafür, dass Wasser nicht mehr als Gefahr durchs Dorf schießt, sondern als Ressource in Flur und Weinberg gehalten wird.“
Forschungsprojekt Entalkoholisierung: 225.000 Euro für die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim in Zusammenarbeit mit der Winzergemeinschaft Franken in Repperndorf
Mit 225.000 Euro unterstützen die Fraktionsinitiativen 2026 ein Forschungsprojekt zur Steigerung der Qualität entalkoholisierter Weine. Der Standort für das Forschungsprojekt ist die Winzergemeinschaft Franken eG mit dem Ausbau einer Entalkoholisierungsanlage – ein wichtiger Schritt in einen wachsenden Zukunftsmarkt.
„Die Winzergemeinschaft Franken zeigt, wie unsere Region Tradition und Innovation verbindet“, so Becker. „Alkoholfreier Wein ist ein Wachstumsmarkt. Wenn wir hier in Franken Spitzenqualität anbieten, stärken wir unsere Winzer, unsere Arbeitsplätze und die Wertschöpfung vor Ort.“
Das eingesetzte hochmoderne Verfahren ermöglicht es, Wein aromaschonend zu entalkoholisieren. Alkoholfreier Wein ist jedoch wesentlich empfindlicher als klassischer Wein: Durch den Wegfall des Alkohols ähnelt seine mikrobiologische Stabilität eher der von Rohmilch oder frischen Fruchtsäften. Dafür sind weitere Verfahrensschritte und zusätzliche Technik erforderlich.
55.000 Euro für die Orgelrenovierung der Stadtkirche Kitzingen
Die große Steinmeyer-Orgel in der Kitzinger Stadtkirche ist ein herausragendes Kulturdenkmal: Sie ist die größte evangelische Orgel in ganz Unterfranken und wurde als „Universalorgel“ konzipiert, erbaut in den Jahren 1952 und 1954.
„Die Orgel der Stadtkirche ist nicht nur ein Instrument, sie ist ein Stück Identität für Kitzingen und die gesamte Region“, betont Becker. „Mit der Unterstützung aus den Fraktionsinitiativen sichern wir ein wichtiges Klangdenkmal.“
Nach 70 Jahren intensiver Nutzung ist nun eine umfassende Renovierung unumgänglich. Aus den Fraktionsinitiativen stehen dafür 55.000 Euro zur Verfügung.
„Wichtig ist mir: Das ist kein Förderfeuerwerk für Schlagzeilen, sondern ganz konkrete Hilfe für ganz konkrete Projekte bei uns vor Ort“, so Barbara Becker. „Von Castell bis Sommerach, von der Kitzinger Stadtkirche bis zum Staatsgut – wir sorgen dafür, dass gute Ideen nicht in der Schublade bleiben, sondern Realität werden.“
Die Fraktionsinitiativen werden ab dieser Woche im Haushaltsausschuss beraten und sollen im April vom Landtag beschlossen werden.
Auf dem Foto: Barbara Becker beim Anstoßen mit alkoholfreiem Wein
Fotograf Luis Zehnter

