Mehr Mitbestimmung: Die NGG Unterfranken wirbt für starke Betriebsräte

Mehr Mitbestimmung: Die NGG Unterfranken wirbt für starke Betriebsräte
Foto: NGG | Florian Göricke

MAINFRANKEN – Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung – mit Betriebsrat sind die Arbeitsbedingungen spürbar besser. Bei den Wahlen vom 1. März bis 31. Mai können Beschäftigte ihre Betriebsräte neu wählen und so ihre Interessen im Betrieb vertreten.

Im Landkreis Schweinfurt sind rund 33.300 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in knapp 1.300 Betrieben wahlberechtigt, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilt. Im Landkreis Rhön-Grabfeld sind es 37.600 Beschäftigte in gut 1.210 Unternehmen, im Landkreis Haßberge 34.000 in rund 1.240. In der Stadt Schweinfurt sind rund 59.900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in gut 1.130 Betrieben wahlberechtigt, Für andere Landkreis oder Städte in Mainfranken hat die NGG anscheinend keine Zahlen. Schade.

Egal, ob in der Industrie, im Handwerk, in der Lebensmittelindustrie oder der Bäckerei: Überall, wo es mehr als fünf Beschäftigte gibt, kann die Belegschaft einen Betriebsrat wählen. Dabei zählen Vollzeit- und Teilzeitkräfte genauso wie Auszubildende. „Der Betriebsrat bündelt die Stimmen der Beschäftigten und verleiht ihnen so mehr Gewicht gegenüber der Leitungsebene. Auf dieses Sprachrohr muss die Unternehmensführung hören“, sagt Ibo Ocak von der NGG Unterfranken. Allerdings gebe es in einem Großteil der Unternehmen in Mainfranken immer noch keinen Betriebsrat: „Beschäftigte verschenken damit ihre Chance, wichtige Entscheidungen im Unternehmen zu beeinflussen“, erklärt Ibo Ocak.

Studie belegt: Gewerkschaft und Betriebsrat holen gemeinsam mehr raus

Besonders wichtig sei das Zusammenspiel von Gewerkschaft und Betriebsrat. Denn hier herrsche Arbeitsteilung: Während sich die Gewerkschaft für einen guten Tarifvertrag und damit für faire Löhne einsetze, sorge der Betriebsrat im Unternehmen dafür, dass die Beschäftigten tatsächlich profitierten. „Betriebe mit Tarifvertrag bieten deutlich bessere Arbeitsbedingungen als vergleichbare Betriebe ohne Tarifbindung. Ohne Tarifvertrag fehlt Beschäftigten rechnerisch ein volles Monatsgehalt – zudem fällt pro Jahr eine Woche Mehrarbeit an“, sagt Ibo Ocak. Der NGG-Geschäftsführer beruft sich dabei auf Studien des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Betriebsräte gestalten zudem die Ausbildung aktiv mit: „Mehr Azubis fürs Unternehmen und weniger Probleme bei der Ausbildung – so lässt sich das Engagement von Betriebsräten auf den Punkt bringen, wenn es um den Nachwuchs im Unternehmen geht“, sagt Ibo Ocak. Außerdem, so die NGG Unterfranken, helfe ein Betriebsrat, Jobs zu sichern, wenn es im Unternehmen krisele: „Ein Betriebsrat setzt immer auf vernünftige Konzepte, um Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärt Ocak.

Die Lebensmittelindustrie in der Region biete zwar „in der Regel krisenfeste Jobs“. Trotzdem bringe ein Betriebsrat in der Nahrungsmittelherstellung viele Vorteile: „Das fängt bei den Regeln für die Urlaubsplanung an. Auch bei der betrieblichen Weiterbildung und dem Gesundheitsschutz redet der Betriebsrat mit. Und schließlich sorgt der Betriebsrat dafür, dass es bei Schichtplänen keine Unstimmigkeiten gibt“, erklärt Ocak.

Alle vier Jahre wählen die Beschäftigten bundesweit von März bis Mai ihre Betriebsräte. In Unterfranken unterstützt die NGG Unterfranken Belegschaften in Unternehmen der Lebensmittelherstellung oder Gastronomie, ihren Betriebsrat zu wählen oder neu zu gründen: region.unterfranken@ngg.net, (0931) 150 86-0

Auf dem Bild: Spot an für die Betriebsratswahl: Kreuz machen und ab mit dem Stimmzettel in die Wahlurne. „Mit Betriebsrat haben die Beschäftigten eine starke Stimme gegenüber Chefin und Chef“, sagt Ibo Ocak von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG Unterfranken ruft die Belegschaften in Mainfranken auf, ihre eigenen Gremien bei den Betriebsratswahlen von März bis Mai neu zu wählen.
Foto: NGG | Florian Göricke

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