AACHEN / SCHWEINFURT – Nachdem die Sportredaktion von BR24 noch am Mittwoch vermeldete, die Schnüdel würden am Abend Rot-Weiß Essen empfangen, erklärten sie bei den Meldungen einen Tag danach den FC Schweinfurt 05 als bereits abgestiegen aus der 3. Liga. Rein faktisch stimmt auch das nicht. Trotz der neuerlichen 0:1-Niederlage bei Alemannia Aachen.
Elf Partien vor Saisonende sind die jetzt 21 Punkte auf den gegen Wehen-Wiesbaden gewinnenden 1. FC Saarbrücken zwar theoretisch weiter aufholbar. Eine Aufholjagd starteten die Schweinfurter aber unter dem neuen Trainer Jermaine Jones nicht. Dessen Bilanz nach nun drei Partien: Immerhin ein Punkt, aber noch kein Sieg.
19.155 Zuschauer auf dem neuen Tivoli – solche Kulissen sollte der FC 05 die nächsten Wochen noch genießen. Und nach nur 13 Minuten fiel das Goldene Tor des Abends durch Lars Gindorf und dessen bereits 18. Saisontreffer. Zum Vergleich: Die Schnüdel trafen bislang 23. Mal… Nur wenig später musste bei den Gästen Stoßstürmer Eric Shuranov vom Feld und wurde durch den eher defensiven Devin Angleberger ersetzt.
Und gleich danach hätte Manuel Wintzheimer eine der wenigen Schweinfurter Chancen eigentlich nutzen können… Beziehungsweise Schiedsrichter Felix Grund hätte durchaus auf Elfmeter und Rot für den Griechen Petros Bagkalianis entscheiden können, der als letzter Mann Wintzheimer wegschubste. Der VAR wäre vielleicht (oder auch sicher nicht?) zu so einer Entscheidung gekommen. Aber in der 3. Liga gibt´s halt keinen Video-Assistenten – und ein Schlusslicht wird von den Unparteiischen auch nicht gerade gerecht behandelt. Es war ja nicht die erste strittige Situation dieser Saison, in der eine Entscheidunggegen die Schweinfurter fiel, die beim Stand von 1:1 über 75 Überzahl hätten haben können. Die berühmte Fahrradkette mal wieder…
Danach war´s jedoch mal wieder eine recht einseitig Partie, in der Aachen freilich trotz bester Chancen den überwiegend bärenstarken Keeper Toni Stahl nicht überwinden konnte. Und der FC 05 war vorne viel zu harmlos gegen die Alemannen-Abwehr um Lamar Yarbrough. Der heute 29 Jahre alte Öhringer war vor rund fünf Jahren in der Regionalliga kein Stammspieler bei den Schnüdeln, etabliert sich aber nun in der 3. Liga
Luca Trslic und Devin Angleberger sahen in der aufgrund der Naschlässigkeiten der Hausherren bis zur letzten Minute spannenden Begegnung jeweils die fünfte Gelbe Karte und müssen am Wochenende zuschauen. Für Trslic kam in der Schlussphase der aus Fürth geholte Grieche Nikolaos Vakouftsis zu seinem ersten Einsatz im grün-weißen Dress. Gleich mit seiner ersten Aktion verhinderte er mit einem Monster-Safe das sichere 2:0.
13 Zähler Rückstand sind es für den FC 05 auf den Drittletzten SSV Ulm 1846, der nach nur zwei Punkten aus den letzten fünf Partien ohne Sieg ebenfalls wie zuletzt Saarbrücken im Krisenmodus am Samstag ab 14 Uhr in der Riedel Bau-Arena des Sachs-Stadions antritt. Stolze 9.617 Zuschauer sahen unter der Woche das 1:3 im Donaustadion gegen die TSG Hoffenheim 2. Zumindest dürften also zahlreiche Fans die Spatzen von der Donau nach Schweinfurt begleiten wo Ulm angesichts der acht Punkte Rückstand zum Siegen verdammt ist. Unter dem Bulgaren Pavel Dotchev, seit November ber eits der dritte Trainer nach Robert Lechleitner und Moritz Glasbrenner, hing es auch nicht aufwärts. Dem SSV droht zum 180. Geburtstag akut die Rolle rückwärts: Das Durchrutschen von der 2. Bundesliga in die Regionalliga Südwest, aus der man ab 2023 binnen eines Jahres ebenfalls durchmarschierte – nach oben.
Der FC 05 hofft am Samstag auf 3000 Zuschauer, davon dürften dann rund 600 aus Ulm anreisen und die Spatzen unterstützen.
Fußball, 3. Liga: Alemannia Aachen – 1. FC Schweinfurt 05: 1:0
Schweinfurt: Stahl – Zeller, Meißner, Trslic (ab 81. Vakouftsis), Langhans, Osawe (ab 69. Müller), Geis, Bausenwein, Wintzheimer, Endres (ab 46. Forkel), Shuranov (ab 15. Angleberger); ohne Einsatz: Weisbäcker – Krätschmer, Böhnlein, Fery, Grimbs; Trainer: Jones.
Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:


