Über Zeit und Raum hinweg: Begegnungen mit dem Fremden mit Dietrich Klinges figürlichen Bronzeplastiken

Über Zeit und Raum hinweg: Begegnungen mit dem Fremden mit Dietrich Klinges figürlichen Bronzeplastiken

SCHWEINFURT – Im Zentrum der bildhauerischen Arbeit von Dietrich Klinge (*1954 in Heiligenstadt/ Thüringen) steht der Mensch. Dabei hat er zu einer höchst ästhetischen und unverwechselbaren Formensprache gefunden.

Klinge ist es gelungen, einen völlig neuen Akzent zur Körperhaftigkeit im 21. Jahrhundert zu schaffen und die Rückkehr des Menschen in die Kunst zu vollziehen.

Seine figürlichen Bronzeplastiken wirken archaisch und gegenwärtig zugleich. Dietrich Klinge ist sich des über Jahrhunderte gereiften Erbes bildhauerischen Schaffens bewusst, was seine eigene Arbeit beeinflusst und bereichert. Aus diesem Gedanken heraus entstand auch die aktuelle Ausstellung „Corespondentia assonare. Über Zeit und Raum hinweg: Begegnungen mit dem Fremden“, die ab dem 6. März 2026 in der Kunsthalle Schweinfurt zu sehen ist. Hier stellt der Künstler seine Werke in einen epochen- und kulturübergreifenden Dialog mit historischen Artefakten und zeitgenössischen Positionen aus seiner eigenen, umfangreichen Sammlung.

Transformation erscheint dabei als zentrales künstlerisches Prinzip, das Körper, Formen und Bedeutungen als anthropologische Konstanten erfahrbar macht. Klinge begreift Skulptur als Träger von Erinnerung, Alterität und existenzieller Erfahrung – als ein fortwährendes Sich-Annähern an das Fremde im Eigenen.

Der Bildhauer lebt und arbeitet heute in Weidelbach bei Dinkelsbühl/Mittelfranken. Dort hat er ein bemerkenswertes Kunstareal geschaffen, bestehend aus einer restaurierten barocken Wassermühle des Deutschen Ordens aus dem 18. Jahrhundert samt Wasch- und Backhaus, dem vor einigen Jahren errichteten Ausstellungsgebäude „Portus“ und seiner Werkstatt sowie dem weiter außerhalb liegenden Gebäudekomplex „Porta“.

Bereits seit 2008 ist er der Kunsthalle Schweinfurt freundschaftlich verbunden. 2019 wurden seine zum Teil überlebensgroßen Bronzeplastiken im Dialog mit den Gemälden von Hartwig Ebersbach in der Ausstellung „Schwerkraft – Fliehkraft“ gezeigt. Mittlerweile verfügt die städtische Sammlung durch Ankäufe und Schenkung über drei Werke von Dietrich Klinge: den „Kopf 143“ aus dem Jahr 2000, die große Bronzeplastik „Entwurf für eine große Figur III“ von 2004, die auf dem Vorplatz vor der Kunsthalle aufgestellt ist, sowie die „Figur 426“ aus dem Jahr 2020. Die Werke bereichern die Sammlung der Kunsthalle Schweinfurt, die der Bildhauerei seit vielen Jahren besondere Aufmerksamkeit widmet. Einen Sammlungsschwerpunkt bilden dabei Arbeiten bedeutender Künstlerinnen und Künstler, deren Biografien mit der Region verknüpft sind.

Dietrich Klinge wird über die Bode Galerie (Nürnberg/Daegu/Frankfurt) vertreten, mit deren Unterstützung die aktuelle Ausstellung realisiert wurde.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, den 5. März 2026 um 19 Uhr statt. Eintritt frei.

Dietrich Klinge
Corespondentia assonare
Über Zeit und Raum hinweg: Begegnungen mit dem Fremden

  1. März bis 30. Juni 2026
    Kunsthalle Schweinfurt
    Westflügel

Begleitprogramm
Donnerstag, 23. April 2026, 18:30 Uhr
Kunstgespräch mit Prof. Dr. Kai Uwe Schierz und Dietrich Klinge
10 Euro (inkl. Eintritt)

Donnerstag, 11. Juni 2026, 18:30 Uhr
Führung mit Andrea Brandl M.A. (Leiterin Kunsthalle Schweinfurt)
10 Euro (inkl. Eintritt)

Öffnungszeiten
Di-So 11-17 Uhr, Do bis 20 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat freier Eintritt.
Auf dem Bild: Dietrich Klinge, verschiedene Köpfe
Foto: Dietrich Klinge

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