High-Tech für die landwirtschaftliche Ausbildung: Feldroboter offiziell übergeben

High-Tech für die landwirtschaftliche Ausbildung: Feldroboter offiziell übergeben
SCHWEINFURT - Die Digitalisierung ist auch in der Landwirtschaft längst kein Trend mehr, sondern Realität. Sie soll daher in der Ausbildung des Nachwuchses eine größere Rolle spielen.

SCHWEINFURT – Die Digitalisierung ist auch in der Landwirtschaft längst kein Trend mehr, sondern Realität. Sie soll daher in der Ausbildung des Nachwuchses eine größere Rolle spielen.

Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken und die Fahrzeugakademie der Handwerkskammer für Unterfranken legen mit dem Projekt „FillA – Feldrobotik in der landwirtschaftlichen und landtechnischen Ausbildung“ in diesem Bereich in den kommenden drei Jahren einen besonderen Schwerpunkt. Nun wurden drei High-Tech-Feldroboter, die zukünftig in der Lehre in Bayreuth und Schweinfurt eingesetzt werden, offiziell an die Bildungseinrichtungen übergeben.

Die Feldroboter können in der Landwirtschaft bereits Aufgaben wie autonome Aussaat, mechanische Unkrautregulierung und präzise Feldbearbeitung übernehmen. „In den Betrieben kommt die Generation, die mit Smartphone und digitalen Technologien aufgewachsen ist, immer mehr in die Verantwortung. Für die jungen Fachkräfte in der Landwirtschaft ist es selbstverständlich, die digitalen Systeme und die autonome Technik auch gewinnbringend einzusetzen“, betont Oberfrankens Bezirkstagspräsident Henry Schramm bei der Übergabe der Feldroboter in der Fahrzeugakademie der Handwerkskammer für Unterfranken in Schweinfurt.

Während die Technik serienreif sei, sind entsprechende Ausbildungsinhalte bislang kaum verankert. Genau hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Projekt „FillA“ an: die Feldrobotik soll stärker in die überbetriebliche Ausbildung im Bereich der Landmaschinentechnik und Landwirtschaft integriert werden. In den kommenden drei Jahren werden systematisch Lehrinhalte entwickelt und auch in der Praxis erprobt.

Während für die Landwirte das Verstehen und Steuern der autonomen Technik im Feld in der Praxis im Vordergrund steht, liegt der Fokus der Landmaschinen-mechatroniker eher auf der Wartung, der Instandhaltung und der komplexen Fehlersuche. Ziel des gemeinsamen Lernens: Ein tiefes Verständnis für die Bedarfe des jeweils anderen Gewerks und eine reibungslose Kommunikation im Betriebsalltag.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken Ludwig Paul betont die enge Verzahnung von Theorie und Praxis im Projekt: „In der Kooperation zwischen der Handwerkskammer für Unterfranken und den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth stellen wir sicher, dass die Ausbildung so dynamisch bleibt wie die Technik selbst. Wir schaffen die Basis für eine exzellente Ausbildung, die den Grundstein für wirtschaftlichen Erfolg und technologische Souveränität in den landwirtschaftlichen Betrieben legt.“

Dabei können die Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken und die Handwerkskammer für Unterfranken schon auf gemeinsame Erfahrungen in diesem Bereich zurückgreifen: In einer spezialisierten Robotikwoche bündeln die beiden Lehreinrichtungen bereits seit einigen Jahren ihre Kompetenzen und bereiten Meisterschüler und Praktiker gezielt auf die Anforderungen der digitalen Landwirtschaft vor.

Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten haben sich gemeinsam mit der Handwerkskammer für Unterfranken um Fördergelder des BMBFSFJ im Rahmen der Initiative für eine exzellente überbetriebliche Ausbildung beworben und eine Förderzusage erhalten. 90 % der Gesamtkosten von rund 1,64 Millionen Euro werden übernommen. Der Eigenanteil des Bezirks Oberfranken beträgt 79.000 Euro, der der Handwerkskammer für Unterfranken 85.000 Euro.

Mit der Übergabe der Feldroboter, deren Einsatz im Unterricht in Theorie und Praxis behandelt werden soll, ist die Beschaffung des notwendigen Equipments nahezu abgeschlossen. Als nächster Schritt steht nun die didaktische Planung einer ersten Unterrichtseinheit auf dem Programm. Eine Pilotklasse der Berufsschule Bayreuth wird ab März in der Landmaschinenschule erste Lehr- und Lernkonzepte erproben. Geplant ist auch die Entwicklung einer KI-gestützten Lernplattform.

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