So war die Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung am Dienstag in der Schweinfurter Kunsthalle

So war die Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung am Dienstag in der Schweinfurter Kunsthalle

SCHWEINFURT – Am Dienstagvormittag fand in der Schweinfurter Kunsthalle eine Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung statt. Unter anderem waren Ministerpräsident Markus Söder und sein Stellvertreter Hubert Aiwanger anwesend.

Auf bayern.de berichtet das Medienteam über das, um was es gegangen ist. Sieben Hauptthemen wurden abgedeckt. Auf youtube.de kann man die rund 45-minütige Pressekonferenz danach noch aufrufen.

Die Bilder sind Screenshots von youtube und von bayern.de.

  1. Finanzielle Lage der Kommunen in Unterfranken
  2. Wirtschaftliche Situation und Stand der Energiewende in Unterfranken
  3. Verkehrsinfrastruktur in Unterfranken
  4. Unterfranken begeistert durch Kultureinrichtungen mit einem erstklassigen Angebot / Neukonzeption des Museums für Franken zu zukunftsweisendem Besuchermagneten / Staatsarchiv Kitzingen als modernes Zentrum für Forschung und Geschichte
  5. Wissenschaftsregion Unterfranken: Universitäre Exzellenz und Max-Planck-Institut in Würzburg / 40.000 Studierende in ganz Unterfranken als starkes Fundament / Hightech Agenda Bayern investiert massiv in Zukunftsfelder / KI-Knoten mit CAIDAS und CAIRO / Leistungsfähige Transferstruktur mit zahlreichen TTZ
  6. Staatsregierung unterstützt Krankenhäuser in Unterfranken kraftvoll beim Strukturwandel
  7. Interkommunale Zusammenarbeit sichert kommunale Handlungsfähigkeit / Unterfranken nahezu flächendeckend in Integrierter Ländlicher Entwicklung organisiert / Effizienzgewinne, Flächensparen und starke Daseinsvorsorge / Freistaat begleitet und fördert langfristig und verlässlich
  8. Finanzielle Lage der Kommunen in Unterfranken

Das Einigungsergebnis zum kommunalen Finanzausgleich 2026 und zur Verteilung des Kommunalanteils am Sondervermögen Infrastruktur ist ein starkes Signal des Freistaats an die bayerischen Kommunen: Im Jahr 2026 steigt der kommunale Finanzausgleich um 846 Millionen Euro auf 12,83 Milliarden Euro, daneben werden den Kommunen 3,9 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Insgesamt bedeutet dies 2026 damit ein Plus von 4,7 Milliarden Euro für Bayerns Kommunen.

Die Kommunen in Unterfranken verzeichnen bei der Steuer- und Umlagekraft in den letzten Jahren einen bemerkenswert positiven Trend: Auch wenn sie unter dem bayerischen Schnitt liegen, erzielt Unterfranken bei der Steuer- und Umlagekraft je Einwohner überdurchschnittliche Zuwächse. Bei der Steuerkraft je Einwohner konnten die Kommunen in Unterfranken mit einem Anstieg von gut 10 % gegenüber dem Vorjahr den zweithöchsten Anstieg aller bayerischen Bezirke verzeichnen. Die Umlagekraft je Einwohner der kreisangehörigen Gemeinden in Unterfranken hat sich seit 2017 überdurchschnittlich um 56 % erhöht (Durchschnitt Bayern: 52 %), die der Landkreise und kreisfreien Städte ebenfalls überdurchschnittlich um 51 % (Durchschnitt Bayern: 49 %). Die Pro-Kopf-Verschuldung der unterfränkischen Kommunen bleibt die niedrigste in Bayern (zuletzt 39 % unter dem bayerischen Schnitt). Wie in den beiden vorangegangenen Jahren, hat Unterfranken in 2026 mit 20,69 % erneut bayernweit den niedrigsten Bezirksumlagesatz. Bei den Kreisumlagesätzen lagen die unterfränkischen Kommunen in 2025 ebenfalls unter dem bayerischen Schnitt (1,3 Prozentpunkte).

Die langjährige starke finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Bayern hat einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Entwicklung geleistet: Von 2020 bis 2024 sind über 5,7 Milliarden Euro an staatlichen Finanzausgleichsleistungen nach Unterfranken geflossen – alleine in 2024 über 1,2 Milliarden Euro, was 923 Euro je Einwohner entspricht.

Auch 2026 profitieren die unterfränkischen Kommunen überproportional von der finanziellen Unterstützung des Freistaats und erhalten Schlüsselzuweisungen von über 648 Millionen Euro bzw. 491 Euro je Einwohner (pro Kopf 31 % mehr als im bayerischen Schnitt). Aus dem umfangreichen kommunalen Investitionsbudget von 2 Milliarden Euro, das den bayerischen Kommunen aus den Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, können unterfränkischen Kommunen zudem auf rund 225 Millionen Euro zugreifen.

  1. Wirtschaftliche Situation und Stand der Energiewende in Unterfranken

Unterfranken zeichnet sich durch eine leistungsstarke Wirtschaftsstruktur aus mit vielen mittelständischen Betrieben, einem erfolgreichen Dienstleistungsbereich und einer ausgezeichneten Forschungslandschaft. Fundament ist die Industrie: Jeder vierte Arbeitnehmer ist im Verarbeitenden Gewerbe beschäftigt. Schlüsselbranchen sind der Maschinenbau, die Fahrzeugindustrie und die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt 2025 mit 4,0 % um 0,3 Prozentpunkte höher als 2024 – die Höhe und Entwicklung entspricht damit dem bayerischen Schnitt –, sie liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Jahresdurchschnitt (6,3 %).

Die Staatsregierung unterstützt die Region bei Investitionen – 21,3 Millionen Euro Regionalfördermittel wurden 2025 an Unternehmen im Regierungsbezirk ausbezahlt. Innovationen und Zukunftsideen werden unter anderem durch den neuen Transformationsfonds, die Technologieförderprogramme BayTP+, BayVFP sowie im Rahmen der Hightech Agenda gefördert.

Die Staatsregierung stärkt das innovationsfreundliche Ökosystem und unterstützt so die Zukunftsfähigkeit des Standorts Unterfranken. So wird Unterfranken weiter zur technologischen Spitzenregion ausgebaut, vor allem in den Bereichen Life Science, Pharma und Medizin, neue Materialien und Werkstoffe sowie Nanotechnologie.
Zu nennen sind hier etwa das Fraunhofer ISC in Würzburg, das anwendungsorientiert an neuen Batteriematerialien forscht, das Translationszentrum des Fraunhofer ISC, das an zellbasierten regenerativen Therapien in medizinischen Anwendungen arbeitet, das Projektzentrum für Stammzellprozesstechnik des Fraunhofer ISC und IBMT in Würzburg, das die Entwicklung anwendungsspezifischer Hochdurchsatz-Produktionsabläufe für Stammzellenapplikationen vorantreibt, und die Projektgruppe KI-noW des Fraunhofer IPA in Schweinfurt, die den Einsatz von KI-Methoden in Produktionsprozessen erforscht.

Mit der Technologietransfergesellschaft Bayern Innovativ GmbH (BI, 100 % Tochter des Freistaats Bayern) wird außerdem eine wichtige Brücke geschlagen zwischen Forschung und Wirtschaft sowie zwischen den Wirtschaftsakteuren untereinander. Die BI GmbH und der Umweltcluster Bayern spielen insbesondere bei Transformationsthemen in der Autoindustrie (Elektromobilität, Batterierecycling) eine wichtige Rolle.

Nicht zuletzt ermöglicht die Staatsregierung beste Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle und Start-ups und fördert beispielsweise die digitalen Gründerzentren Starthouse Spessart (Lohr am Main, Förderung 2,5 Millionen Euro), Alte Schlosserei (Aschaffenburg, Förderung 3,0 Millionen Euro) und ZDI Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken (Würzburg, Schweinfurt, Bad Kissingen, Förderung 7,5 Millionen Euro).

Die Energiewende in Unterfranken schreitet – wie in ganz Bayern – zügig voran. Insbesondere beim Ausbau der Windenergie leistet Unterfranken zusammen mit Oberfranken den größten Beitrag in Bayern. Die installierte Leistung der Windkraftanlagen in Unterfranken beträgt 674 MW, dies entspricht rund einem Viertel der in Bayern installierten Anlagenleistung bei der Windenergie. Zudem sind Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 3,6 GW in Betrieb. Die installierte Leistung der Biogasanlagen in Unterfranken liegt derzeit bei rund 92 MW. Im Rahmen des Förderprogramms BioWärme Bayern wurden seit Mai 2023 Biomasseheizwerke und zugehörige Wärmenetze mit rund 0,5 Millionen Euro gefördert. So können rechnerisch pro Jahr rund 846 Tonnen Kohlendioxidäquivalente eingespart werden.

  1. Verkehrsinfrastruktur in Unterfranken

Unterfranken spielt eine herausgehobene Rolle im Durchgangsverkehr zwischen den beiden großen europäischen Verkehrskorridoren von Skandinavien zum Mittelmeer und vom Rhein zur Donau. Dies gilt für den Straßen- und Schienenverkehr, aber auch für den Main als wichtige Bundeswasserstraße.

Straßeninfrastruktur

Zwischen dem Kreuz Biebelried und dem Kreuz Fürth/Erlangen wird derzeit in einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft der letzte noch fehlende Teil der Autobahn A 3 zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Frankfurt sechsstreifig ausgebaut. Das 71 Kilometer lange Gesamtprojekt mit einem Kostenumfang von insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro steht nach sechsjähriger Bauzeit kurz vor der Fertigstellung. Im Zuge der A 7 wurden und werden im Rahmen des Brückenertüchtigungsprogramms zahlreiche Großbrücken erneuert: Die Erneuerung der Talbrücke Stettbach soll bis Sommer 2026 abgeschlossen werden und kostet 27 Millionen Euro. In Bau sind die Talbrücke Thulba für 102 Millionen Euro und die Talbrücke Römershag für 95 Millionen Euro. Die Mainbrücke Marktbreit soll von 2026 bis 2034 erneuert werden und 380 Millionen Euro kosten.

Die Staatlichen Bauämter Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg betreuen über 700 Kilometer Bundesstraßen, fast 2.000 Kilometer Staatsstraßen und 520 Kilometer Kreisstraßen. In den Jahren 2021 bis 2025 wurden in Unterfranken rund 172 Millionen Euro in die Bundesstraßen und rund 299 Millionen Euro in die Staatsstraßen investiert. Mit der Ortsumfahrung von Arnstein ist der erste rund 80 Millionen Euro teure Abschnitt der B 26 neu Westumfahrung Würzburg im Planfeststellungsverfahren. Die Großbrücken über den Main stellen wichtige Verbindungen her, teils auch nach Baden-Württemberg. Die Mainbrücke Wertheim-Kreuzwertheim ist im Planfeststellungsverfahren und die denkmalgeschützte Alte Mainbrücke in Marktheidenfeld in Bauvorbereitung. 2027 wird eine neue Mainbrücke in Kleinwallstadt gebaut. Für die Mainbrücke Kirschfurt-Freudenberg läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Die Staatsstraßen-Umgehung von Hafenlohr ist in Bau. Die Umgehung und Verlegung östlich Prosselsheim ist in der Bauvorbereitung und Voraussetzung für die Reaktivierung der Mainschleifenbahn in den Landkreisen Würzburg und Kitzingen. Für Sulzfeld und Kleinbardorf im Landkreis Rhön-Grabfeld plant der Freistaat den ortsgerechten Ausbau der Ortsdurchfahrten.

Auch die Infrastruktur für den Radverkehr wird kontinuierlich ausgebaut, ergänzt und verbessert. An den unterfränkischen Bundes- und Staatsstraßen gibt es insgesamt 50 Projekte mit 110 Kilometern neuen Radwegen. 2026 begonnen werden sollen unter anderem die Radwege Breitbrunn – Kirchlauter – Goggelgereuth, Hausen – Kleinbrach sowie der Lückenschluss des Radwegs zwischen lbind und Goßmannsdorf im Zuge der B 303. Mit der Radoffensive Klimaland Bayern werden etliche kommunale Radverkehrsprojekte gefördert. Derzeit unterstützt der Freistaat in Unterfranken die Kommunen Fuchsstadt und Waldbüttelbrunn beim Ausbau ihrer Radverkehrsinfrastruktur mit rund 500.000 Euro. Die Strecken Aschaffenburg – Hösbach mit einer Gesamtlänge von 7,1 Kilometer und Aschaffenburg – Kleinostheim – Hanau mit einer Gesamtlänge von 6,5 Kilometer befinden sich im Ausbauplan Radschnellverbindungen.

Der Bau von Kommunalstraßen in Unterfranken wurde von 2021 bis 2025 mit rund 106 Millionen Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und dem kommunalen Sonderbaulastprogramm gefördert. Unter anderem fördert der Freistaat den Neubau der Ortsumfahrung Pflaumheim mit 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten bei veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 42 Millionen Euro.

Schieneninfrastruktur

Gemäß Grundgesetz ist der Bund beziehungsweise die Deutsche Bahn für Ausbau und Erhalt der Schieneninfrastruktur zuständig. Der Freistaat setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass die Maßnahmen ohne Verzögerung durchgeführt werden. Um bestehende Engpässe im unterfränkischen Schienennetz zu beseitigen, stehen mehrere Projekte an, etwa die Neubaustrecke Würzburg – Nürnberg, die Aus- und Neubaustrecke Hanau – Nantenbach sowie die Ausbaustrecke Burgsinn – Gemünden – Würzburg – Nürnberg.

Der Dieselbetrieb im Schienenpersonennahverkehr soll in Bayern bis 2040 beendet werden: Hierfür wird unter anderem die 37 Kilometer lange Bahnstrecke Aschaffenburg – Miltenberg elektrifiziert. Der Freistaat hat die DB InfraGO AG mit der Planung des notwendigen Infrastrukturausbaus beauftragt und investiert freiwillig rund 18 Millionen Euro in die Planungen. Darüber hinaus sollen im Zeitraum bis 2040 acht bisherige Diesellinien in Unterfranken auf Akku-Züge umgestellt werden.
Der barrierefreie Ausbau von Bahnstationen ist der Staatsregierung ein besonderes Anliegen: Der Freistaat verstetigt daher sein freiwilliges Engagement durch das Aktionsprogramm für barrierefreie Stationen – in Unterfranken mit derzeit 19 Projekten zum barrierefreien Ausbau. Unter anderem sollen nach Angaben der DB folgende Stationen zwischen 2026 und 2031 barrierefrei ausgebaut werden: Bad Neustadt an der Saale, Gemünden am Main, Laufach, Obernburg-Elsenfeld, Partenstein, Poppenhausen, Waigolshausen. Im Rahmen der Korridorsanierungen Würzburg – Nürnberg und Würzburg – Ansbach werden die DB-Stationen Kitzingen, Marktbreit und Ochsenfurt barrierefrei gemacht.

In Unterfranken befinden sich derzeit mit der Mainschleifenbahn Seligenstadt – Volkach und der Strecke Lohr Stadt – Lohr Bahnhof zwei Bahnstrecken im Reaktivierungsprozess mit Wunsch der Regionen, dort wieder regulären Schienenpersonennahverkehr zu etablieren.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Freistaat unterstützt die Landkreise und kreisfreien Städte mit einem Förderprogramm speziell bei der Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum. So konnte beispielsweise in mehreren Landkreisen in Unterfranken der On-Demand-Verkehr CallHeinz eingerichtet werden. Insgesamt lag die Fördersumme in Unterfranken 2025 bei rund 2,6 Millionen Euro.
Für den Schülerverkehr im allgemeinen ÖPNV stellte der Freistaat 2025 den kommunalen Aufgabenträgern in Unterfranken Hilfen für den Ausbildungsverkehr in Höhe von rund 14 Millionen Euro zur Verfügung. Im Rahmen der ÖPNV-Zuweisungen sind im Jahr 2025 rund 10,2 Millionen Euro an Finanzhilfen an die Aufgabenträger in Unterfranken geflossen.
Bei der Umstellung der Busflotte auf klimafreundliche Antriebe wurden 2025 die Verkehrsunternehmen im Raum Unterfranken mit rund 5,4 Millionen Euro gefördert.

Der Freistaat unterstützt die kreisfreien Städte und die Landkreise mit einem Förderprogramm dabei, leistungsfähige Verkehrs- und Tarifverbünde aus Bus und Bahn zu gründen oder solchen beizutreten. Zum 1. Januar 2025 erfolgte die Verbundintegration des Nahverkehrsverbundes Mainfranken. Ganz Franken ist damit von leistungsfähigen Verkehrs- und Tarifverbünden abgedeckt.

Bundeswasserstraße Main

Die Bundeswasserstraße Main hat sich seit der Eröffnung des Main-Donau-Kanals fortlaufend zu einer wichtigen Verkehrsverbindung mit gesamteuropäischer Bedeutung entwickelt. Die Fahrrinnenanpassung in Bayern der letzten Jahre hat hier zur Stabilisierung dieser zentralen Funktion beigetragen. Eines der wichtigsten Projekte war die Vertiefung zwischen den Staustufen Schweinfurt und Ottendorf. Mit dem Abschluss dieser Arbeiten im Sommer 2020 wurde die Fahrrinne auf eine Tiefe gebracht, die es Schiffen ermöglicht, mit einer Abladetiefe von bis zu 2,90 Meter zu verkehren. Die Vertiefung des Untermains auf 3,30 Meter von der Rheinmündung bis Aschaffenburg ist aktuell im Gang.

Der Güterverkehr auf dem Main verzeichnete 2024 das zweite Jahr in Folge einen signifikanten Anstieg. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten stieg die transportierte Menge an der Schleuse Kostheim auf 12,1 Millionen Tonnen, ein Plus von 5,6 Prozent oder 600.000 Tonnen im Vergleich zu 2023.

  1. Unterfranken begeistert durch Kultureinrichtungen mit einem erstklassigen Angebot / Neukonzeption des Museums für Franken zu zukunftsweisendem Besuchermagneten / Staatsarchiv Kitzingen als modernes Zentrum für Forschung und Geschichte

Zwischen Spessart, Rhön und Steigerwald pulsiert die Kultur Unterfrankens: Die Region begeistert mit einem dichten und vielfältigen kulturellen Angebot, das weit über ihre Grenzen hinaus strahlt. Staatliche Einrichtungen und ein dynamischer nichtstaatlicher Kulturbereich prägen gemeinsam das kulturelle Leben. Unterfranken kann auf eine konsequente und verlässliche Kulturförderung durch den Freistaat zählen: Für die staatlichen und nichtstaatlichen Kultureinrichtungen wurden 2025 21,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Unterfrankens Museumslandschaft ist ein starkes Fundament kultureller Identität: Sie eröffnet attraktive Erlebnisräume und bewahrt das vielfältige historische Erbe. Von überregional bekannten Häusern bis hin zu spezialisierten Einrichtungen mit regionalem Schwerpunkt bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, Kunst, Geschichte und Alltagskultur zu entdecken. Mit der Neukonzeption des Museums für Franken in Würzburg wird dieses Fundament weiter gestärkt. Unter der Leitung des Hauses der Bayerischen Geschichte entsteht derzeit auf der Festung Marienberg ein zukunftsweisendes Museum für ganz Franken.

Ein Leuchtturmprojekt im Archivwesen ist der Neubau für das Staatsarchiv Kitzingen, der im Dezember 2025 bezogen wurde. Das Archiv in Kitzingen ersetzt das Staatsarchiv Würzburg und bildet künftig das historische Gedächtnis des Regierungsbezirks Unterfranken. Auf über 26 Kilometern Archivgut bewahrt das Haus wertvolle Quellen für Wissenschaft, Familien- und Heimatforschung. Hochmodern ausgestattet und nachhaltig gebaut setzt das Gebäude Maßstäbe für ein zeitgemäßes Archivwesen. Die feierliche Eröffnung ist für Herbst 2026 geplant. Zudem befindet sich im Regierungsbezirk die Hofbibliothek Aschaffenburg, eine bedeutende wissenschaftliche Regionalbibliothek. Sie geht auf die historischen Sammlungen der Mainzer Kurfürsten zurück und zählt zu den regionalen staatlichen Bibliotheken in Bayern.

Das musikalische Angebot in Unterfranken besticht durch erstklassige Darbietungen und einzigartige Spielorte: Besonders bekannt sind international ausgerichtete klassische Festivals wie das Mozartfest Würzburg, Deutschlands ältestes Mozart-Festival mit über 60 Konzerten an historischen Orten, oder der Kissinger Sommer in Bad Kissingen, der Weltklasse-Orchester und Solisten aus der ganzen Welt anzieht. Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau prägt mit seinen abwechslungsreichen Konzertprogrammen und anspruchsvollen Educationangeboten ebenso das musikalische Profil Unterfrankens und darüber hinaus. Mit der Bayerischen Musikakademie Hammelburg verfügt die Region zudem über eine bedeutende musikalische Tagungs- und Seminarstätte, die als Zentrum für musikalische Aus- und Fortbildung als Impulsgeber für das Laien- wie das Profimusikleben wirkt.

Die Theaterlandschaft Unterfrankens wird insbesondere durch das Mainfranken Theater Würzburg geprägt. Das bedeutende Dreispartenhaus mit Schauspiel, Musiktheater, Ballett und einem eigenen Philharmonischen Orchester bietet in mehreren Spielstätten ein breites Programm für unterschiedliche Zielgruppen. Mit der geplanten Umwandlung zu einem Staatstheater und der schrittweisen Anhebung der staatlichen Förderquote wird das Theater als kultureller Leuchtturm für die gesamte Region weiter gestärkt. Daneben gestalten historische und kommunale Bühnen das kulturelle Angebot entscheidend mit. Ein besonderes Beispiel für die regionale Theatertradition ist das staatlich geförderte Theater Schloss Maßbach, das mit seinen Spielstätten im Maßbacher Schloss und einem intensiven Gastspielbetrieb für ein abwechslungsreiches Repertoire in der ganzen Region sorgt.
Die Unterstützung von Denkmaleigentümern beim Erhalt ihrer Objekte stellt auch in Unterfranken einen Schwerpunkt der Denkmalpflege dar. Allein 2024 wurden 175 Maßnahmen in Höhe von 2,1 Millionen Euro gefördert. Große Instandsetzungsmaßnahmen wurden aus Mitteln des Entschädigungsfonds in den letzten fünf Jahren in Höhe von rund 22 Millionen. Euro unterstützt.

  1. Wissenschaftsregion Unterfranken: Universitäre Exzellenz und Max-Planck-Institut in Würzburg / 40.000 Studierende in ganz Unterfranken als starkes Fundament / Hightech Agenda Bayern investiert massiv in Zukunftsfelder / KI-Knoten mit CAIDAS und CAIRO / Leistungsfähige Transferstruktur mit zahlreichen TTZ

Unterfranken gehört zu den leistungsstärksten Wissenschaftsregionen Bayerns. Mit rund 40.000 Studierenden im Wintersemester 2025/2026 bildet die Region ein kraftvolles Fundament aus universitärer Spitzenforschung und angewandter Innovation. Universität, Technische Hochschulen und Hochschule für Musik arbeiten in Unterfranken eng vernetzt zusammen und prägen ein leistungsfähiges Innovationsökosystem.

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) steht seit über 600 Jahren für wissenschaftliche Exzellenz – heute mehr denn je. Mit zwei Exzellenzclustern in den Bereichen Quantenmaterialien und Nukleinsäureforschung ist sie die einzige nordbayerische Universität mit doppelter Förderung in der Exzellenzstrategie. Auf dieser Grundlage hat sich Würzburg in die Spitzengruppe der deutschen Universitäten vorgearbeitet – und tritt nun an, als neue und dritte Exzellenzuniversität Bayerns ausgezeichnet zu werden. Die Entscheidung fällt im Oktober 2026. Mit ihrer Bewerbung unter dem Leitmotiv „Empowering for Change“ positioniert sich die JMU als Impulsgeberin für wissenschaftlichen Fortschritt und gesellschaftliche Transformation. Mehr als 25.000 Studierende profitieren von der engen Verbindung von Forschung und Lehre in zehn Fakultäten.

Das Universitätsklinikum Würzburg verbindet Spitzenmedizin, Forschung und Lehre unter einem Dach. In rund 19 Kliniken und mehreren Instituten werden jährlich zehntausende stationäre und hunderttausende ambulante Patientinnen und Patienten versorgt. Als Standort des Nationalen Tumorzentrums im Verbund WERA seit 2023 steht Würzburg für die enge Verzahnung von Krebsforschung und moderner Patientenversorgung.

Mit dem geplanten Aufbau eines Max-Planck-Instituts im Bereich Biomedizin erhält Würzburg zusätzlichen Rückenwind. Die 2025 unterzeichnete Absichtserklärung mit der Max-Planck-Gesellschaft unterstreicht den Anspruch Würzburgs, dauerhaft zu den international führenden Forschungszentren zu zählen.

Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt mit über 9.000 Studierenden zu den größten Technischen Hochschulen Bayerns. In mehr als 50 praxisorientierten Studiengängen werden Fachkräfte in Technik, Informatik, Wirtschaft und Gestaltung ausgebildet. Ein strategischer Schwerpunkt liegt auf Digitalisierung, Robotik und Künstlicher Intelligenz – sichtbar im hochschulübergreifenden Center for Artificial Intelligence and Robotics (CAIRO). An der THWS sind zwei Promotionszentren angesiedelt: eines zu „Lebenswelten im Wandel – sozial- und gesundheitswissenschaftliche Perspektiven“ und eines zu „Nachhaltigen und intelligenten Systemen“, an dem auch die TH Aschaffenburg beteiligt ist.

Die Technische Hochschule Aschaffenburg mit über 4.000 Studierenden steht für exzellente Lehre, starke Praxisnähe und innovative Forschung. Neue Programme wie „Digitales Marketing und E-Commerce“ am Standort Miltenberg greifen zentrale Zukunftsthemen auf. Ganz aktuell baut die TH Aschaffenburg eine dritte Fakultät Gesundheit und Soziales auf, die eine interdisziplinäre Lehr- und Forschungsumgebung u. a. für Soziale Arbeit, Hebammenkunde, Physician Assistant und Gesundheitsversorgung bietet.

Mit dem Center for Artificial Intelligence and Data Science (CAIDAS) an der JMU und dem Center for Artificial Intelligence and Robotics (CAIRO) an der THWS ist Unterfranken ein zentraler Knotenpunkt im bayerischen KI-Netzwerk. Forschung zu Data Science, Robotik und KI wird hier gebündelt und in konkrete Anwendungen überführt – von der Industrie bis in die Gesundheitsforschung.

Die Hightech Agenda Bayern setzt in Unterfranken starke Akzente:
An der JMU wurden rund 12 Millionen Euro Sachmittel, 45 Professuren und 75 weitere Stellen geschaffen. Zusätzlich flossen 10,3 Millionen Euro in den Modulbau für CAIDAS sowie 58,8 Millionen Euro in den Neubau des Chemiezentrums.

Die THWS erhielt rund 20,2 Millionen Euro Sachmittel, 34 Professuren und 49,5 weitere Stellen.

Die TH Aschaffenburg wurde mit rund 3,8 Millionen Euro Sachmitteln, 17 Professuren und weiteren 24 Stellen gefördert.

Unterfranken gehört damit zu den besonders stark geförderten Wissenschaftsregionen im Rahmen der Hightech Agenda.
Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein Markenzeichen der Region. Die THWS betreibt sechs Technologietransferzentren in Bad Neustadt, Haßfurt, Bad Kissingen, Kitzingen, Marktheidenfeld und neu in Ochsenfurt im Bereich Cybersicherheit. Hinzu kommen das erfolgreiche Zentrum für Wissenschaftliche Services und Transfer (ZeWiS) der TH Aschaffenburg in Obernburg sowie ein Technologietransferzentrum für nachhaltige Energien in Alzenau.

Diese breite Transferstruktur sorgt dafür, dass Forschungsergebnisse schnell in marktfähige Innovationen überführt werden – und stärkt so nachhaltig die Innovationskraft Unterfrankens und die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Freistaats.

Die Hochschule für Musik Würzburg verbindet eine über 200-jährige Tradition mit innovativer Lehre und Forschung. Beispielhaft wird das an der Hyper Orgel greifbar, die als multiästhetisches Gesamtkunstwerk über 30 Orgelstile vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart abbildet und mit modernster Technik ausgestattet ist. Hierfür konnte eine Professur für „Orgelkunst, Kreativitätskonzepte und künstliche Intelligenz“ der Hightech Agenda Bayern gewonnen werden.

  1. Staatsregierung unterstützt Krankenhäuser in Unterfranken kraftvoll beim Strukturwandel

Die Staatsregierung unterstützt die Krankenhäuser in Unterfranken kraftvoll bei den Herausforderungen durch den Strukturwandel. Basis dafür ist der im Oktober 2024 beschlossene 7-Punkte-Plan. Dieser enthält unter anderem die Finanzierung von Gutachten zur regional passenden Ausrichtung der Versorgungsstrukturen. Die Angebote des 7-Punkte-Plans schaffen Orientierung und fördern die Planungssicherheit und werden von den Krankenhäusern in Unterfranken gut angenommen.

Ein zentraler Baustein bleibt zudem die Investitionsförderung: Allein von 2020 bis 2024 flossen rund 246 Millionen Euro für notwendige Investitionen in die unterfränkischen Plankrankenhäuser – davon rund 100 Millionen Euro für bauliche Verbesserungs- und Konzentrationsmaßnahmen. Damit stärkt der Freistaat die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser in der Region.

Vor diesem Hintergrund ist die Krankenhausversorgung in Unterfranken weiterhin gut aufgestellt. Mit derzeit 34 Krankenhausstandorten, rund 7.700 Betten und einem ausgewogenen Versorgungsangebot – von der wohnortnahen Grundversorgung über leistungsfähige Häuser der Schwerpunktversorgung bis zur Spitzenmedizin am Universitätsklinikum Würzburg – ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf hohem Niveau gesichert.

  1. Interkommunale Zusammenarbeit sichert kommunale Handlungsfähigkeit / Unterfranken nahezu flächendeckend in Integrierter Ländlicher Entwicklung organisiert / Effizienzgewinne, Flächensparen und starke Daseinsvorsorge / Freistaat begleitet und fördert langfristig und verlässlich

Die Bayerische Staatsregierung stärkt mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) gezielt die kommunale Handlungsfähigkeit im ländlichen Raum. Angesichts demographischen Wandels, Fachkräftemangels und wachsender Anforderungen an die Daseinsvorsorge bietet die ILE einen bewährten Rahmen für freiwillige, partnerschaftliche Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.

Bayernweit arbeiten derzeit 1.019 Gemeinden in 134 ILEs zusammen. Unterfranken nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein: Rund 84 Prozent der ländlichen Kommunen des Regierungsbezirks sind in 32 ILEs organisiert. Die Region zeigt beispielhaft, wie interkommunale Kooperation Effizienz steigert, Ressourcen bündelt und die Qualität kommunaler Leistungen verbessert. Durch gemeinsame Standesämter, abgestimmte Kindergartenangebote, interkommunale Beschaffungen oder Kooperationen im Feuerwehrwesen werden Kosten gesenkt und Verwaltungen spürbar entlastet. Gleichzeitig ermöglicht die ILE wirksame Lösungen für überörtliche Herausforderungen wie Hochwasserschutz, Wasserrückhalt oder Klimaanpassung. Projekte zur Innenentwicklung und interkommunale Gewerbegebiete tragen zudem zum Flächensparen und zur langfristigen Haushaltsentlastung bei.

Auch bei der Sicherung der medizinischen Versorgung, bei Pflegeangeboten oder innovativen Versorgungsmodellen entstehen über ILE-Strukturen tragfähige Lösungen. Die Ämter für Ländliche Entwicklung begleiten die Kommunen fachlich, organisatorisch und finanziell. Regelmäßige Evaluierungen stellen sicher, dass die Zusammenarbeit leistungsfähig bleibt und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Die Integrierte Ländliche Entwicklung steht damit für moderne Kommunalpolitik: effizient, nachhaltig und gemeinsam – mit Unterfranken als starkem Beispiel gelebter interkommunaler Zusammenarbeit in Bayern.

Foto: Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei

Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder: Kabinett Schweinfurt aufgenommen am 24.02.2026 in Schweinfurt. Foto/ Copyright: Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei Nutzungshinweis: Diese Terminfotos sind nur zur redaktionellen Verwendung bestimmt. Falls eine andere Verwendung gewünscht wird, kontaktieren Sie bitte pressebild@stk.bayern.de

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