„Schweinfurt braucht den Wechsel!“: Weshalb Frank Firsching für die SPD ein Stadtrats-Mandat anstrebt und Ralf Hofmann unterstützt

„Schweinfurt braucht den Wechsel!“: Weshalb Frank Firsching für die SPD ein Stadtrats-Mandat anstrebt und Ralf Hofmann unterstützt

SCHWEINFURT – Noch gehört er der zuletzt 2020 gewählten Fraktion der Linken an. Auch wenn Frank Firsching schon seit Ende 2023 aus der Partei Die Linke ausgetreten ist. Bis letzten Sommer deutete vieles darauf hin, dass seine Zeit als Schweinfurter Stadtrat, dem er seit 2008 angehört, nach den nächsten Kommunalwahlen enden wird. Doch dann kam alles ganz anders…

Als öffentlich bekannt wurde, dass Firsching nicht mehr kandidieren möchte, „da kam Ralf Hofmann auf mich zu“. Und präsentierte die Idee, eine offene und breite Liste aufzustellen, auf der das Parteibuch eine weniger große Rolle spielt. Frank Firsching, heute knapp in den 60er Jahren, war lange SPD-Mitglied, tritt nun aber als parteiloser Kandidat auf Listenplatz fünf der SPD an. „Damit schließt sich für mich ein Kreis, irgendwie kehre ich zu meinen Wurzeln zurück.“

Listenplatz fünf zeigt die Ambitionen von Firsching, der mithelfen möchte, dass nach dann 34 Jahren unter den CSU-OberbürgermeisterInnen Gudrun Grieser und Sebastian Remelé die Stadt wieder SPD-regiert wird. „Schweinfurt braucht den Wechsel!“, sagt er und bezeichnet die Bilanz nach 16 Jahren Remelé als „eher schlecht als recht – das wird zurzeit an vielen Stellen sehr deutlich“.

Rückblende: Firsching, der auch mal als IG Metall-Sekretär in Kempten im Allgäu arbeitete, trat anfangs der 2000er Jahre aus der SPD aus. nachdem er von 1996 bis 1998 schon mal stellvertretender Vorsitzender der SPD Schweinfurt-Stadt war.

Frank Firschings Antwort auf die Agenda 2010 von Kanzler Schröder war die Mitarbeit an der Gründung der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG). Diese vereinigte sich 2007 mit der PDS zur Partei Die Linke. 2010 und 2014 trat Firsching jeweils als OB-Kandidat an, 2010 kam er auf 9,5 Prozent, 2014 schaffte der gebürtige Schweinfurter 11,1 Prozent, jeweils klar besser als die eigene Partei. Das sind die bis heute mit großem Abstand besten Ergebnisse einer Linken-Oberbürgermeisterkandidatur im Freistaat Bayern.

Sein Austritt aus der Partei Die Linke deutete sich schon länger an. Frank Firsching spricht von einer „inhaltlichen Entfremdung seit 2019“. Die Partei habe sich in dieser Zeit von den klassischen linken sozialen Kernthemen wie den Einsatz für gute Arbeitsbedingung in einer starken Wirtschaft, die soziale Sicherheit der arbeitenden Menschen, die Stärkung von Arbeitnehmerrechten und mehr Steuergerechtigkeit abgewendet. Im Fokus stand unter der Parteiführung von Wissler/Schirdewan war die Ausbuchstabierung linker Identitätspolitik wichtiger als die Lebenswirklichkeit der arbeitenden Menschen, ihrer Kinder und Eltern. „Wenn Einzelinteressen vor die Interessen der großen Mehrheit gestellt werden, schwindet die Solidarität. Das ist der falsche Weg.“

Den Wechsel in Schweinfurt erhofft sich Frank Firsching freilich nicht nach Rechtsaußen. „Wir brauchen eine aktive, regionale Wirtschaftspolitik für die Stadt Schweinfurt“, weiß er in Zeiten der akuten Krise. „Diesbezüglich herrscht seit 16 Jahre Ebbe… Wirtschaftspolitik gab´s unter den OBs Georg Wichtermann, Kurt Petzold und noch unter Gudrun Grieser. OB Reméle und die CSU glaubten viel zu lange, das regelt sich alles von alleine im Freistaat. Das ist ein fataler Trugschluss, insbesondere bei einem völlig überforderten und tatenlosen Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, dessen Bilanz im Amt auch desaströs ist.“

Die Haushaltslage der Stadt ist neben bezahlbarem Wohnraum, der Maxbrücke, dem Stadtbus, der Ausgestaltung unseres Gemeinwesens durch aktive Förderung von Sport, Kultur und Sozialem, das dringendste Thema in Schweinfurt. „Für mich ist´s ein Unding, dass die Rathausspitze nicht in der Lage war, bis Ende des Jahres 2025 einen Haushaltsentwurf für 2026 zu präsentieren und im Stadtrat diskutieren und abstimmen zu lassen. Die Folge ist, dass alle Zuschüsse der Stadt an Organisationen und Vereine erstmal auf Eis liegen, bis es einen beschlossenen und genehmigten Haushalt für 2026 gibt- und der wird erst Ende März im Stadtrat verhandelt.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass Frank Firsching auch künftig mit dabei ist, wenn der Schweinfurter Stadtrat solche Entscheidungen trifft, scheint groß. Fast schon sicher ist, dass eine Stichwahl am 22. März über das Besetzen des OB-Amtes entscheiden wird. Als Favoriten auf den Einzug gelten die Bewerber von SPD und CSU. Diese Konstellation würde Firsching bevorzugen. „Und dann wünsche ich mir Ralf Hofmann als neuen Oberbürgermeister. Das entscheiden die Wähler und das ist gut so.“

Frank Firsching,

geb. 1964 in Schweinfurt, aufgewachsen im Stadtteil Oberndorf

Beruf Technischer Zeichner, Studium Volkswirtschaft und Arbeitsrecht Sozialakademie Dortmund, seit 1992 Gewerkschaftssekretär, seit 2003 DGB-Regionschef, zunächst Main-Rhön/Schweinfurt seit 2014 für die Region Unterfranken.

Stadtrat Schweinfurt seit 2008, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE 2008-2023

Mitgliedschaften/ehrenamtliche Tätigkeiten:
IG Metall, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), TV Schweinfurt-Oberndorf 1862 e.V., 1.FC 05 Schweinfurt 1905 e.V., Freunde von Schweinfurt ist bunt e.V., Freunde des Wildparks Schweinfurt e.V., Selbsthilfeverein Refsum Deutschland e.V.

Als Versichertenvertreter vielfältig aktiv in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

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