Halbzeit bei den Freien Turnern Schweinfurt 2: „Das Niveau der Liga finde ich vergleichsweise hoch!“

Halbzeit bei den Freien Turnern Schweinfurt 2: „Das Niveau der Liga finde ich vergleichsweise hoch!“

SCHWEINFURT – Bezirksliga-Absteiger Freie Turner Schweinfurt 2 überwintert nach 17 der 30 Saisonpartien mit 25 Punkten als ordentlicher Sechster in der Kreisliga 2.

Nach vorne wird dennoch nichts mehr gehen, was in erster Linie an der schlechten Bilanz auswärts liegt. Die FTS-Reserve holte aus acht Partien in der Fremde gerade mal acht Zähler. Unter anderem verlor man kurz vor der Winterpause das Stadtduell der Absteiger bei Türkiyemspor Schweinfurt.

Die Halbzeit-Fragen von www.mainfranken.news beantwortete der im Sommer scheidende Spielertrainer Patrick Leibold.

10 Punkte sind perfekt, deren 0 der Oberflop. Wie bewertet Ihr Eure erste Saisonhälfte – und warum?
Patrick Leibold: Ich gebe uns 8 Punkte, da ich grundlegend sehr zufrieden bin. Durch die Spiele in Ebelsbach und Dittelbrunn muss ich allerdings 2 Punkte abziehen.

Welches war das bisher beste Spiel und welches das schlechteste? Und jeweils: Warum?
Patrick Leibold: Das beste Spiel war wohl das 3:0 gegen Eltmann, hier war der Sieg zu keiner Minute in Gefahr. Wir haben sowohl taktisch als auch einstellungtechnisch eine super Partie geliefert. Das schlechteste Spiel war wohl in Dittelbrunn, dort haben wir nach einer 1:0 Führung den Gegner zum Toreschießen eingeladen. Das war Fußball zum Abgewöhnen.

Was hat Euch bisher in der Liga am meisten überrascht?
Patrick Leibold: Ich denke, die großen Überraschungen sind ausgeblieben. Beeindruckend ist die Konstanz vom TV Hassfurt. Das Niveau der Liga finde ich vergleichsweise hoch, daher gehe davon aus, dass sie im (wahrscheinlichen) Falle des Aufstiegs auch in der Bezirksliga gut mitspielen können.

Wer ist für Dich der Spieler der Hinrunde: Bei Euch und in der Liga?
Patrick Leibold: In meiner Mannschaft gibt es einige Spieler, die eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt haben, ich möchte an dieser Stelle keinen herausheben.
Der außergewöhnlichste Spieler der Liga ist aus meiner Sicht Thorsten Schlereth vom SC Trossenfurt-Tretzendorf. In diesem Alter diese Physis an den Tag zu legen ist herausragend.

Nach dem letzten Spieltag 2026 steht Ihr auf welchem Platz und erreicht den genau dann, wenn was passiert?
Patrick Leibold: Wir wollen an unserer Entwicklung festhalten und somit mehr Punkte holen als in der Hinrunde. Das können wir schaffen, wenn wir fokussiert bleiben und als Team weiter zusammenwachsen. Zu aller erst kommt die Mannschaft und dann die persönlichen Befindlichkeiten, das müssen wir verinnerlichen.

Was war für Dich DER außergewöhnlichste Moment der ersten Halbserie?
Patrick Leibold: Im Spiel gegen Forst haben wir eine riesige Moral gezeigt, als wir in Unterzahl aus einem 0:2 ein 3:2 gemacht haben. Da hat man gesehen, was in der Mannschaft steckt, das müssen wir noch öfter zeigen.

Wird sich den Winter über im Kader etwas verändern?
Patrick Leibold: Uns haben mit Linus Dorsch und Jurgen Korkuta zwei Spieler verlassen. Die Lücke im Kader werden wir Stand jetzt intern füllen, ansonsten haben wir aktuell keinen großen Bedarf. Sowohl quantitativ als auch qualitativ haben wir großes Vertrauen.

Wirst Du als Trainer über den nächsten Sommer hinaus weiter machen? Wenn nein, was hast Du vor und wer wird Dein Nachfolger?
Patrick Leibold: Ich habe dem Verein mittgeteilt, dass ich nächste Saison nicht mehr zur Verfügung stehe. Ich will aus familiären Gründen eine Pause einlegen. Ein Nachfolger ist mir noch nicht bekannt, ich kann an dieser Stelle aber eine große Empfehlung aussprechen. Die Mannschaft hat eine sehr gute Altersstruktur und ist extrem lernwillig, ich traue ihr in Zukunft einiges zu.

Wie schaut das Testspiel-Programm aus, gegen wen geht es um Punkte wieder los?
Patrick Leibold: Wir testen gegen Oberndorf/DJK Schweinfurt, Unterspiesheim, Münnerstadt und Ettleben 2. Unsere Rückrunde beginnt bereits am 21.02. im Nachholspiel gegen Aidhausen.

Thema Nationalmannschaft: Sind Nagelsmanns Jungs auf dem Weg, um 2026 Weltmeister zu werden?
Patrick Leibold: Ich denke, dass wir endlich wieder gute Jungs aus der Jugend bekommen, die uns direkt helfen können. Ob das reicht, um dieses Jahr Weltmeister zu werden, sehe ich kritisch, aber das Halbfinale betrachte ich als realistisch.

Sollte man per Gesetz beschließen, beim FC Bayern München die Punkte zu halbieren, damit die Bundesliga wenigstens ein bisschen spannend wird?
Patrick Leibold: Das ist sicherlich nicht die Lösung. Ich würde den Hebel eher bei der Konkurrenz suchen. Leverkusen schafft es endlich mal über eine längere Zeit Paroli zu bieten und verkauft fast das komplette Team. Dortmund kämpft eher mit sich selbst und Leipzig ist einfach noch zu unkonstant. In dieser Saison ist wohl wenig gegen die Bayern auszurichten, aber auch da kommen wieder andere Zeiten und dann ist die Frage, ob jemand konkurrenzfähig ist.

Was muss man beim 1. FC Schweinfurt 05 machen, damit sich die Schnüdel mal etablieren können im Profifußball?
Patrick Leibold: Auf die Stärken fokussieren. Manchmal würde ich mit mehr Mut wünschen. Spielerisch ist es schwer, gegen die großen Vereine anzukommen. Mit mehr kämpferischen Tugenden, strukturiertem Angriffspressing und schnellem Umschaltspiel wäre wahrscheinlich mehr drin.

Tee oder Kaffee, Berge oder Meer, Fisch oder Fleisch, Putin oder Trump, Eishockey oder Handball, Hardrock oder Elektropop, Zopf oder Glatze, Online oder Druck, Pornos oder Kirche, Smartphone oder Wählscheibe, AfD oder Linke, Zigeunerschnitzel oder Paprikaschnitzel, Christkind oder Osterhase – sucht oder zum Thema Gegensätze einen heraus und kommentiert ihn aus Eurer Sicht – damit sich hier nicht alles nur um Fußball dreht… 😉
Patrick Leibold: Tee oder Kaffee: Früh morgens erstmal einen schwarzen Tee, am Nachmittag bin ich eher für Kaffee zu begeistern 😊

Wir danken für das Gespräch und wünschen für 2026 alles Gute!

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