SCHWEINFURT – In der Hochphase des Faschings an einem Sonntagabend ab 19.30 Uhr Fußball zu spielen, ist vielleicht nicht gerade der attraktivste Termin, zumal wenn das abgeschlagene Schlusslicht der Gastgeber ist und der 14. der Zuschauertabelle als Gegner wohl mit nicht so vielen Fans kommt.
Schweinfurt 05 gegen FC Ingolstadt – gut, dass wenigstens die benachbarten Mighty Dogs ihre Eishockey-Play-Off-Heimspiele des Viertelfinals am Freitag und am Dienstag im Icedome bestreiten und nicht auch noch parallel. Und ja: Angesichts diverser Faschings-Umzüge in der Region wäre auch der Nachmittag nicht ideal…
So oder so erwarten die Schnüdel rund 2500 Fans, aber nur 200 bis 250 Ingolstädter. Obwohl die Schanzer gut drauf sind, heuer noch nicht verloren, Regensburg und Rostock zuletzt auswärts klar mit 3:0 schlugen, Cottbus jüngst ein 0:0 abtrotzten, immerhin dem Tabellenführer.
Aber: „Wir haben es schon in Wiesbaden geschafft, ein weiteres formstarkes Team 86 Minuten zu neutralisieren. Es hat uns natürlich extrem gewurmt, dass wir in der entscheidenden Phase dann zu naiv verteidigt haben“, blickt Victor Kleinhenz nochmals auf das jüngste 0:2 zurück.
Und kann dann gleich auf die Personalie eingehen, die beim SV Wehen im Mittelpunkt stand. Mit Thomas Meißner war ausgerechnet der Kapitän der Schweinfurter, lange außen vor und in der Brita-Arena eingewechselt, an beiden Gegentreffern beteiligt. „Wir haben Thomas extrem viel zu verdanken. Er ist ein reflextierter Mensch, eine Persönlichkeit. Er geht überragend damit um und macht das unfassbar gut“, lobt der FC-Coach seinen Spielführer, der aktuell mit 34 Jahren ein bisschen auf dem Abstellgleis gelandet scheint, sich aber nicht hängen lässt.
Vielleicht schlägt ja am Sonntag seine Stunde, nachdem Lucas Zeller wegen der fünften Gelben Karte und einer Zerrung fehlt. Ekin Celebi muss mit einem Muskelfasserriss passen. Womöglich kommt für ihn ja der erste 20 Jahre alte Mustafa Özden zum zweiten Einsatz, das Schweinfurter Eigengewächs, das im Winter ausgerechnet aus Ingolstadt kam. Özden sei ein Spieler, der „schlau in Ballbesitz“ ist. „Ich schätze ihn als Menschen und als Fußballer“, so Kleinhenz. Er sei am Sonntag „eine Option, auch wenn es Spieler gibt mit mehr Erfahrung“.
Mike Dellinger und Lauris Bausenwein sind auch eine Option, Fabio Luque-Notaro trainiert wieder, dafür ist für den dritten Goalie Emil Zorn die Saison wohl beendet. Der 19-Jährige verletzte sich beim Training am Finger und wurde bereits operiert. Man darf gespannt sein, wer für den Fall eines weiteren Ausfalls im Tor auf die Ersatzbank rücken würde.
Stichwort Training: Das fand endlich mal wieder auf Naturrasen statt. „Ein riesen Mehrwert“, weiß Kleinhenz, der sich dadurch eine spielerische Steigerung verspricht gegen den FCI, dem er einen „unfassbaren Speed vor allem vorne und gefährliche Standards“ bescheinigt. „Wir müssen uns gegen Konter absichern und haben den Anspruch, das Spiel lange offen zu halten. Dann kann es in beide Richtungen ausschlagen. Aber dazu gehört natürlich Spielglück!“
So wie beim Sieg der Schnüdel in der Hinrunde, als man nch der fünften Partie glaubte, der Aufsteiger wäre jetzt in der 3. Liga angekommen. Es folgten jedoch acht teils ernüchternde Niederlagen und schon im Spätherbst die Gewissheit, dass es bei dem einen Jahr im Profifußball bleibt.
„Wir freuen uns deshalb auf jedes Highlight“, sagt Kleinhenz auch mit Blick auf Ende März, wenn an einem Donnerstag ab 18 Uhr das Zweitliga-Spitzenteam FC Schalke 04 zum 90. Geburtstag des Sachs-Stadions hier gastiert. Infos über Zuschauererwartung, Tickets und eventuell einem Extra-Wimpel, -Schal oder -Pin folgen wohl nächste Woche. Der FC 05 signalisierte aber bereits, dass er sich eine ausverkaufte Riedel Bau-Arena erhoffft.
Zurück zur Gegenwart: Der auch zuletzt komplett ungefährliche Erik Shuranov findet dennoch warme Worte seines Coaches. „Er hat viele Bälle gesichert. Und wir haben es auch schon nicht geschafft, den Ball über die Linie zu drücken, wenn Erik nicht gespielt hat. Zur Wahrheit gehört, dass es uns nicht gelingt, ihn in eine Abschlussposition zu bringen, wo ihm seine Qualitäten zugute kommen.“ Und was Laufstil oder Körpersprache betrifft: „Da wurde auch schon Mezut Özil als negativ wahrgenommen!“
Ausgerechnet ein Ex-Schalker also. Doch zu diesem Freundschaftsspiel sind es noch sechs Wochen. Nun ist erst einmal Fasching und gilt es, Ingolstadt möglichst positiv abzuhaken. Helau!
Die LVM-Versicherung präsentiert die gesamte Saison die Berichterstattung der Schnüdel aus der 3. Liga und drückt dem FC 05 stets die Daumen:


