RHÖN-GRABFELD – Die CSU-Liste der Jungen Union plakatiert im Landkreis Rhön-Grabfeld mit einer an sich nachvollziehbaren Botschaft: Der Kreistag muss jünger werden! Soll heißen: Bei den kommenden Kommunalwahlen sollten ein paar frische Gesichter einziehen ins Landratsamt.
Am besten Mitglieder der Liste der Jungen Union natürlich. Doch der CSU-Nachwuchs macht sich deshalb gerade keine Freunde, weil das Plakat die Überschrift trägt: „Greisräte in Aktion“. Und das über einem Foto, das fünf alte Leute zeigt, die sich nur noch mit Hilfe eines Rollators bewegen können.
„Was satirisch gedacht war, kann verletzend sein. Gefällt mir nicht!“, sagt beispielsweise mit Thomas Vizl ein Kommunalpolitiker, der für Geo-net, dem Netzwerk für Gerolzhofen dort im Stadtrat sitzt und wieder aufgestellt ist.
Richt dreist ist das Ganze eigentlich alleine schon deshalb, weil auf Listenplatz zwei der Jungen Union Rhön-Grabfeld Juliane Demar kandidiert, die bereits im Kreistag sitzt – zusammen mit ihrem Vater Josef. Der ist stellvertretender Landrat, zudem Bürgermeister der Gemeinde Großbardorf – und tritt dort bei den Wahlen wieder an. Mit 71 Jahren. Muss denn nicht der Kreisrat, müssen denn nicht die Politiker angeblich jünger werden?

