BAD KÖNIGSHOFEN – Pech war in den bisher acht Spielzeiten eine selten strapazierte Vokabel beim Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen. Das Erfolgsdiagramm des Durchmarsches von der Landes- in die Bundesliga bekam keinen Knick. Im vorderen Mittelfeld bis zur Playoff-Region hielt man sich auf, Abstiegsangst war ein Fremdwort. Dass es immer wieder mal keinen Aufsteiger und demnach auch keinen Absteiger gab, war nie ein Thema bei den Planungen.
Zum Thema Pech: Das scheint diese Saison den Spielern am Griff und Belag ihrer Schläger zu kleben. Bei einer Fifty-Fifty-Verteilung von Glück und Pech stünde der TSV auf einem sicheren Mittelfeldplatz. Der Gipfel wurde vergangenen Samstag beim Heimspiel gegen den TTC Fulda erreicht. Es waren Nuancen, Millimeter und Sekunden, die anstatt zu einem durchaus möglichen 3:1-Sieg zur Niederlage in gleicher Höhe führten.
Und zum Thema Auf-Absteiger: Grundsätzlich sind zwei Absteiger möglich. Die Informationen bzw. Spekulationen sind, Stand heute, dass es einen ernsthaften Aufstiegs-Interessenten in der 2. Liga geben soll. Hieße einen Absteiger, und der wäre, Stand heute, der TSV Bad Königshofen. Mit dem ASV Grünwettersbach ist der TSV punktgleich (je 8:22) und der kommt noch – mit Trainer Kilian Ort – am 29. März zum Rückspiel. Grenzau (8:20) spielt gegen Werder Bremen. Beide sind noch in sehr naher Reichweite. Gegen den TSV, aber für Mühlhausen, Bad Homburg und Fulda (alle 12:18) spricht das nahe Saison-Ende. Alle haben auch mehr Erfahrung im Abstiegskampf als die Königshöfer.
Doch noch sind sieben Spiele zu absolvieren. Laut Vertrag soll der gegen Fulda so überzeugend aufspielende Xue Fei noch fünf Matches für die Grabfelder austragen. Beim Auswärtsspiel diesen Montag (18.30 Uhr) beim BvB Borussia Dortmund ist er dem Vernehmen nach nicht verfügbar, wurde vom chinesischen Verband bei den Asien-Meisterschaften als Sparringspartner verpflichtet.
Mit welchen Hoffnungen reist also die Stamm-Mannschaft des TSV nach Dortmund? Direkte Vergleiche gab es zwischen beiden nur drei. Die zwei in der vergangenen Saison gewann der TSV. Doch das Hinspiel diese Runde kurz vor Weihnachten ging mit 2:3 verloren. Bastian Steger schlug den Schweden Kristian Karlsson und den Dänen Anders Lind. Doch Daniel Habesohn unterlag Lind und Filip Zeljko gegen Adam Szudi. Apropos Pech: Nach fast vier Stunden Spielzeit trennte man sich mit 11:11 Sätzen und 205:212 Bällen.
Die Borussen (6./16:14) trennen nur zwei Punkte vom Playoff-Platz vier. Nichts anderes als ihre Top-Besetzung ist also bei ihnen zu erwarten. Und die ist vom Feinsten, wenn auch ohne einen deutschen Spieler. Karlsson (34) wurde mit seinem Landsmann Mattias Falck Welt- und Europameister im Doppel, gewann im Einzel zweimal Bronze bei der EM. In der Weltrangliste wird er an Platz 42 gelistet. Vor seinem Engagement in Dortmund spielte er u.a. bei AS Pontoise (Frankreich, drei Jahre), Borussia Düsseldorf (sechs) und Panathinaikos Athen.
Sogar 18. der Weltrangliste ist aktuell Anders Lind (27), der sich vor sechs Jahren einmal um ein Engagement in Bad Königshofen bewarb. In der nächsten Saison werden das Talent Wim Verdonschot und der Portugiese Joao Geraldo den Kader der Borussia mit dann vier Top100-Spielern ergänzen. Geraldo, inzwischen 30, spielte bei der ersten Zweitligameisterschaft 2015/16 (mit Aufstiegsverzicht) sehr erfolgreich beim TSV Bad Königshofen.
Daraus, dass Basti Steger die zwei Spitzenspieler Karlsson und Lind im Hinspiel besiegte und diese Steilvorlage nicht genutzt werden konnte, wird man die Lehren gezogen haben. Nicht dabei war im Dezember Andre Bertelsmeier, der diesmal eigentlich unbelastet ans Werk gehen sollte.
Auf den Fotos winkend:
Wieder mit von der Partie gegen Borussia Dortmund: Andre Bertelsmeier beim TSV Bad Königshofen
Bastian Steger
Text und Bilder: Rudi Dümpert für www.mainfranken.news


