WÜRZBURG / HEUCHELHOF – Nach dem folgeschweren Brand in der Silvesternacht, bei dem eine Frau ihr Leben verlor, konnte die Kriminalpolizei Würzburg zwei Tatverdächtige ermitteln.
Brand in der Silvesternacht
Wie bereits berichtet, war in der Silvesternacht, gegen 00.30 Uhr, der Brand gemeldet worden. Bei Eintreffen konnten die Einsatzkräfte bereits Rauchschwaden von dem Balkon im ersten Stock des Mehrfamilienhauses erkennen. Die Flammen hatten auch Teile der dazugehörigen Wohnung erreicht.
Im Zuge der schlussendlich erfolgreichen Brandbekämpfung stießen die Rettungskräfte auf die 88-jährige Wohnungsinhaberin, die zu diesem Zeitpunkt bereits ohne Bewusstsein war. Die Frau wurde umgehend ins Freie gebracht, notärztlich behandelt und in eine Klinik gebracht. Dort ist sie im Laufe der Nacht verstorben.
Ermittlungen der Kriminalpolizei
Noch in der Nacht übernahm die Kriminalpolizei Würzburg, in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg, vor Ort die Ermittlungen und sicherte zahlreiche Spuren. Ebenso wurde ein Video ausgewertet, welches die vermeintlichen Tatverdächtigen zeigt, die mit Silvesterraketen hantierten.
Die Ermittlungen zur Brandursache bestätigten den Verdacht, dass der Brand auf dem Balkon durch eine Silvesterrakete ausgelöst wurde. Die in ihrer Wohnung befindliche Frau wurde mit einer Rauchgasvergiftung schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Dort ist sie im Laufe der Nacht verstorben.
Umfangreiche Ermittlungen der Würzburger Brandermittler, insbesondere auch Nachbarschaftsbefragungen, führten letztlich zu zwei Tatverdächtigen. Hierbei handelt es sich um einen 42- und einen 48-jährigen Deutschen.
An diese wurde durch Beamte der Würzburger Kriminalpolizei am Mittwoch herangetreten. Mitunter wurden hierbei Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Die beiden Männer wurden in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nach Durchführung der kriminalpolizeilichen Maßnahmen entlassen. Sie müssen sich nun in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Brandstiftung strafrechtlich verantworten.
Entscheidender Hinweis aus der Bevölkerung – Empfehlung der Polizei
Im Zuge der Ermittlungen konnten durch die Nachbarschaftsbefragungen zahlreiche Videos aus der Tatnacht gesichert werden, die letztendlich zur Ermittlung der beiden Tatverdächtigen führten.
Das Polizeipräsidium Unterfranken möchte in diesem Zusammenhang nochmals hervorheben, dass jeder noch so kleine Hinweis für die Ermittlungen entscheidend sein kann, auch wenn er einem Einzelnen vielleicht als unwichtig erscheint. Wie im genannten Fall kann die Mithilfe der Bevölkerung ein wichtiges Puzzleteil in den Ermittlungen sein und einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung einer Straftat darstellen.

